Epidemiologie der Krebserkrankungen

Farbige Ansteckschleifen stehen für die verschiedenen Krebsarten und signalisieren Solidarität  mit Betroffenen
Farbige Ansteckschleifen stehen für die verschiedenen Krebsarten und signalisieren Solidarität mit Betroffenen, Foto © istock.com | cienpies

Zahl der Neuerkrankungen ist rückläufig

Die Behandlungsoptionen und damit die Heilungschancen für verschiedene Krebsarten haben sichin den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Dennoch werden noch immer viele Menschen,die an einer onkologischen Krankheit leiden, in der Palliative Care gepflegt und behandelt.Aktuelle Daten über die häufigsten Krebserkrankungen, deren Verläufe und Prognosen sind daher auch in der palliativen Pflege eine wichtige Wissensgrundlage.

Die aktuell verfügbaren Daten der weltweiten Krebserkrankungen aus dem Jahr 2017 zeigen, dass insgesamt 24,5 Millionen Menschen an Krebs erkrankt und 9,6 Millionen Menschen an einer Krebserkrankung gestorben sind (Global Burden of Disease Cancer Collaboration, 2017). Zwischen 2005 und 2015 stieg die Anzahl der Krebsneuerkrankungen (Inzidenz) weltweit um 33 Prozent. Gründe für diesen Anstieg sind zum einen der allgemeine Bevölkerungszuwachs, zum anderen der Anstieg der älteren und alten Menschen sowie der Anstieg der altersspezifischen Krebserkrankungen (Global Burden of Disease Cancer Collaboration, 2017). Zu den Krebsarten, die eher ab 65 Jahren auftreten, zählen Prostata- bzw. Brustkrebs, Lungen- und Darmkrebs (Zentrum für Krebsregisterdaten, 2018).
Geschlechts- und altersspezifische Unterschiedeweltweit
Die häufigsten Krebsarten bei erwachsenen Männern sind
  • Hautkrebs
  • Tracheal-, Bronchial- und Lungenkrebs
  • Prostatakrebs.
Diese Krebsarten sind für 54 Prozent der onkologischen Erkrankungsfälle bei Männern verantwortlich (Global Burden of Disease Cancer Collaboration, 2017). Die am häufigsten tödlich verlaufenden Krebsarten bei erwachsenen Männern sind Tracheal-, Bronchial- und Lungenkrebs, gefolgt von Leberkrebs und Magenkrebs.
Bei erwachsenden Frauen sind die häufigsten Krebsarten
  • Non-Melanom-Hautkrebs
  • Brustkrebs
  • Kolorektalkrebs.
Diese Krebsarten sind für 54 Prozent der onkologischen Erkrankungsfälle bei Frauen verantwortlich. Am häufigsten sterben Frauen weltweit an Brustkrebs, gefolgt von Tracheal-, Bronchial- und Lungenkrebs und Kolorektalkrebs (Global Burden of Disease Cancer Collaboration, 2019).
Kinder zwischen 0 und14 Jahren erkranken häufig an
  • Leukämie
  • Non-Hodgkin-Lymphom
  • Hirntumoren.
Gleichzeitig sind dies die Krebserkrankungen mit der höchsten Mortalität bei Kindern (Global Burden of Disease Cancer Collaboration, 2017).
Im Bericht Global Burden of Disease Cancer (2017) zeigen sich neben den geschlechts- und altersspezifischen Differenzen auch länderspezifische Unterschiede. Hier unterscheidet der Bericht zwischen Ländern mit hohen, mittleren und niedrigen Einkommen. Für Brustkrebserkrankungen zeigt sich beispielsweise, dass eine von neun Frauen in Ländern mit hohem Einkommen, aber nur eine von 20 Frauen in Ländern mit niedrigem Einkommen erkrankt. Kolon- und Rektumkarzinome kommen in Ländern mit niedrigem Einkommen ebenfalls seltener vor. Leberkarzinome stellen in Ländern mit niedrigem Einkommen die vierthäufigste Krebsart mit der höchsten Mortalitätsrate dar. In Ländern mit hohem Einkommen stehen Leberkarzinome hingegen auf Platz sechs der häufigsten Krebsarten.
Krebserkrankungen in Deutschland
Die weltweiten Entwicklungen der Krebserkrankungen bilden sich auch in Deutschland ab (siehe Material zu diesem Heft). Als Land mit hohem Einkommen gibt es jedoch Unterschiede gegenüber den weltweiten Inzidenzzahlen. Die Rangliste der aktuell verfügbaren Daten zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland 2016 ist in Kasten 1 geschlechterspezifisch aufgeführt.
In Deutschland leben 1,7 Millionen Männer und Frauen, bei denen in den letzten fünf Jahren eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Die Zahl der Krebsdiagnosen insgesamt lässt sich nur schätzen, da die Krebsregister der einzelnen Bundesländer unterschiedlich weit zurückreichen.
In den Jahren zwischen 2006 und 2016 hat die absolute Krebsinzidenz in Deutschland bei Männern um zwei Prozent zugenommen, bei Frauen sind es fünf Prozent. Dies lässt sich durch die...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 45 / 2020

Krebs

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Grundlagen