Nadine da Costa Silva

Wettlauf der Farben

Spielplan
Spielplan, Nadine da Costa Silva

Nadine da Costa Silva

Ein spielerischer Einstieg in das Thema Wahrscheinlichkeit

In einer inklusiv beschulten Klasse 7 an einer Gesamtschule führe ich den Wahrscheinlichkeitsbegriff mithilfe eines Spiel- und Wettkontextes ein. Dieser Kontext bietet aus meiner Sicht eine besondere Chance zur Motivierung der Lernenden. Die leitende Fragestellung ist während der gesamten Unterrichtseinheit, wie wir Gewinnchancen beim Wetten besser einschätzen können. Die Antwort hierauf liefern uns die den Lernenden zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Wahrscheinlichkeiten und verschiedenen Zugänge zu ihnen.
Wetten einschätzen
Als Einstiegsaufgabe zur Vorwissensaktivierung wähle ich eine Gruppenarbeit, in der die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Wetten zu den Kategorien „unmöglich, „möglich, aber nicht sicher und „sicher auf Karteikarten zuordnen (Abb. 1 , KV10 ). Da der starke Alltagsbezug zugleich eine Herausforderung darstellt, weil der Begriff „wahrscheinlich im Alltag eine andere Bedeutung als die formal mathematische besitzt, verzichte ich zunächst auf diesen Begriff.
Mithilfe der Einstiegsaufgabe wird eine gemeinsame begriffliche Basis geschaffen. Im Anschluss an die Sortierung betrachten wir die Wetten in der Kategorie „möglich, aber nicht sicher genauer. Die Lernenden sind sich einig, dass die Wetten dieser Kategorie, wie beispielsweise „Ich wette, dass das Gummibärchen auf dem Rücken landet und „Ich wette, dass ich mit der Münze ,Zahl werfe nicht alle gleich möglich sind. Dies motiviert den Wunsch nach dem Finden einer Möglichkeit, wie wir Wetten besser einschätzen können.
Das Spiel „Wettlauf der Farben
Nun wende ich mich dem zentralen Element der Lerneinheit zu, dem Spiel „Wettlauf der Farben (vgl. KV11a-d für die Spielanleitung und benötigtes Material), welches auf Grundlage des Spiels „Wettkönig aus dem Schulbuch „mathewerkstatt 7 entwickelt wurde. Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Kontext des „Wettkönigs zeigen, dass der Einblick in die Unterschiede der kurzen und langen Sicht besonders wichtig für verständiges Lernen im Bereich des Wahrscheinlichkeitsdenkens ist. Auf kurze Sicht (bei nur wenigen Versuchsdurchführungen)zeigt sich die Variabilität des Zufalls, während die Spieler auf lange Sicht (bei vielen Versuchsdurchführungen) Muster erkennen können ein Fokus, der auch bei der hier beschriebenen Lerneinheit verfolgt wird.
In „Wettlauf der Farben (vgl. Abb. 2 ) geht es darum, vorherzusagen, welche Spielfigur bei einer vorgegebenen Wurfanzahl am weitesten kommt und somit gewinnt. Gewürfelt wird mit farbig beklebten Würfeln, wobei die Farbverteilung so gewählt wurde, dass die Einsicht in die Unterschiede von kurzer und langer Sicht gut möglich ist (KV11ef ).
Zur Einführung in das Spiel gehe ich die Spielregeln gemeinsam mit den Lernenden anhand eines „Probespiels durch (vgl. online-Material für einen Einblick in eine Spielphase).
Die Schülerinnen und Schüler spielen anschließend gemeinsam in Teams, wobei ich je nach Lernausgangslage entscheide, welche Teams mit dem einfacheren 10er- und welche mit dem 20er-Würfel spielen. Wichtig ist, dass die Lernenden das Spiel mehrfach spielen und ihre Wetten und Spielergebnisse in ihren Wettprotokollen (vgl. Abb. 3 , KV11d) dokumentieren.
Was ist die beste Wettstrategie?
Die Spielphase bereitet allen Schülerinnen und Schülern große Freude und es wird mitgefiebert, welche Farbe die jeweilige Runde gewinnt. Die Lernenden tauschen sich nach der Spielphase über ihre Wettstrategien aus. Die Strategie „immer auf Rot wetten bzw. „immer auf Gelb wetten setzt sich bei den meisten recht schnell und unreflektiert durch. Es lohnt sich, alle nach der Spielphase ganz offen dazu aufzufordern, zwei Dinge zu notieren, die sie bei dem Spiel besonders interessant fanden. Beispielsweise formuliert Emma bereits spannende Erkenntnisse, die im Klassengespräch aufgenommen werden können (vgl. Abb.4 ).
Um den Lernenden die...

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Fakten zum Artikel
aus: Mathematik 5-10 Nr. 53 / 2020

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