Christoph Maitzen

Müll in der Nordsee

Christoph Maitzen

Statistische Daten im Sachkontext

Den Schülerinnen und Schülern bietet sich heute ein ungewohntes Bild: Mitten auf der Tafel hängt ein großes Plakat, auf dem in roten Lettern „Müll in der Nordsee zu lesen ist (Abb. 1 ). Die großen Zahlen sind selbst aus der letzten Bankreihe noch gut zu lesen. Durch die Überschrift inspiriert, lässt sich auch der Verlauf der deutschen Nordseeküste mit seinen Inseln erkennen.
Das Plakat verstehen
Alles Weitere lässt sich nur durch eine genauere Betrachtung am Plakat erschließen. Deswegen bitte ich einen Schüler nach vorn, um das Plakat genauer zu beschreiben. Kai liest den Text an den Zahlen vor und beschreibt die Lage der roten Kreise mit den Inselnamen. „Auf Amrum war ich letzten Sommer im Urlaub, kann sich Max einen Kommentar ncht verkneifen.
Einige Lernende sind überrascht, dass es offenbar so viel Müll an den Stränden gibt. Andere berichten von ihren Urlauben an der Nordsee und ihrem Eindruck, dass der Strand sauber war bzw. nur vereinzelt Müllteile zu sehen waren. Sarah vermutet, dass der Müll von den Schiffen kommt. Alex meint das auch, da bei ihnen zuhause der Müll strikt getrennt wird, kann er nicht von Bewohnern kommen. Lara möchten wissen, „Aber wie viele Müllteile liegen denn jetzt insgesamt am Strand?
Nun teile ich der Klasse das Aufgabenblatt aus, auf dem sich das Plakat in klein befindet (KV08 ). Um den Lernenden eine bessere Orientierung an der dargestellten Küste zu ermöglichen, wird besprochen, wo die Flüsse Elbe, Weser und Ems in die Nordsee münden, wo in etwa Hamburg und Bremerhaven liegen, wo sich die Inseln Borkum, Norderney und Langeoog befinden.
Lara liest nun den einführenden Text vor:
An der deutschen Nordseeküste werden seit Ende der 1980er- bzw. Anfang der 1990er-Jahre durch die Umweltverbände „Der Mellumrat e. V., „Verein Jordsand e. V. und „Schutzstation Wattenmeer e. V. Müllsammelaktionen durchgeführt. Bei diesen Aktionen wird der am Strand vorgefundene Müll in Kategorien eingeteilt und systematisch erfasst. Mithilfe der gesammelten Daten möchten die Umweltverbände mehr Informationen über die Müllbelastung der Nordsee erhalten. Von besonderer Bedeutung ist der Plastikmüll, da er nicht wie organische Abfälle verrottet, sondern durch mechanische Einwirkungen in immer kleinere Partikel zerfällt. Dieser Prozess kann je nach Plastiksorte bis zu 400 Jahre dauern.
Der letzte Satz macht den Lernenden die Problematik mit einem Schlag klar: Der überwiegende Teil des Mülls besteht aus Plastik, der uns im Meer noch lange erhalten bleiben wird.
Die erste Arbeitsphase
Nun bearbeiten die Schülerinnen und Schüler zu zweit oder zu dritt die ersten Aufgaben auf dem Arbeitsblatt. Dabei sollen die Prozentangaben auf dem Plakat sortiert und in einer Tabelle zusammengestellt werden. Außerdem sollen diese Daten in einem Kreis- und einem Balkendiagramm dargestellt werden.
Ich gehe umher, schaue den Lernenden über die Schulter. An der einen oder anderen Stelle gebe ich Hilfestellungen, z. B. zum Finden des passendes Winkels im Kreisdiagramm für einen bestimmten gegebenen Prozentsatz.
Anschließend gibt es ein kurzes Unterrichtsgespräch, um Zwischenfragen zu klären und zur Orientierung erste Ergebnisse vorzustellen. Beim Vergleichen der beiden Diagramme wird darüber diskutiert, ob man die verschiedenen Anteile besser im Balken- oder im Kreisdiagramm sehen kann. Aber sie sind sich alle einig, dass das Zeichnen des Balkendiagramms viel einfacher ist als beim Kreisdiagramm.
Statistische Daten überprüfen
In der Folgestunde stehen die statistischen Daten im Mittelpunkt. Die Umweltverbände „Der Mellumrat e. V., „Verein Jordsand e. V. und „Schutzstation Wattenmeer e. V. haben zur Analyse ihre Daten, die sie bei den Strandkontrollen erhoben haben, eine Studie in Auftrag gegeben. Diese Zahlen bilden die Grundlage für die Prozentzahlen auf dem Plakat.
In Aufgabe 2 des Arbeitsblattes soll aus der angegebenen...

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Fakten zum Artikel
aus: Mathematik 5-10 Nr. 43 / 2018

Was sagt mir das? Statistik(en) besser verstehen

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