Ulrich Kortenkamp

Vom Körper zum Netz und zurück

Rezensionen in mathmatik lehren 220
Rezensionen in mathmatik lehren 220, SINUS.NRW: Waxmann; Risiko: C. Bertelsmann

Ulrich Kortenkamp

In der Rubrik „Was geht App?! stellen wir Apps für das Mathematiklernen vor. Haben Sie eine tolle App gefunden? Ihre Entdeckungen können Sie an apps@cermat.org senden, wir schauen sie uns an und berichten. Heute: Shapes 3D Körper und Körpernetze auf dem Tablet, in Augmented Reality und zum Basteln.
3D-Geometrie und Tablets eine schwierige Kombination Das Tablett ist flach, die Körper nicht. Natürlich gibt es grandiose Programme, um Körper darzustellen, doch es handelt sich zwangsläufig immer um eine Projektion – oder?
Was kann die App?
Shapes 3D begrüßt uns mit vier farbenfrohen Körpern als Auswahlmenu Pyramiden, Platonische Körper, Rotationskörper und Prismen. Wählt man eine dieser Kategorien, so erhält man wiederum verschiedene andere Körper dieser Kategorie zur Auswahl: 8 Pyramiden, 11 Prismen, 3 Rotationskörper (Zylinder, Kugel und Kegel) und natürlich 5 Platonische Körper. Jeden dieser Körper (oder besser: seine Projektion) kann man mit den Fingern drehen und skalieren. An der rechten Bildschirmseite meldet sich ein Schieberegler: Mit ihm kann man den Körper zum Netz auffalten.
Unter dem Körper gibt es noch ein weiteres Menü, mit dem man die Darstellung der Seitenflächen, Kanten und Ecken an- oder ausstellen kann. Freundlicherweise wird dort auch angezeigt, wie viele es von welcher Sorte gibt. Die Seitenflächen lassen sich auch einfärben, so dass man den Zusammenhang zwischen dem Netz und dem Körper besser verfolgen kann.
Ganz besonders ist das „Netz-Menü. Die meisten Körper lassen verschiedene Netze zu, diese kann man hier auswählen und damit das Auseinanderfalten verändern – man schneidet quasi die Kanten anders auf. Und noch mehr: Man kann die Netze auch in ihre Einzelteile zerlegen und dann selbst wieder zusammenbauen. Entsteht dabei ein korrektes Körpernetz, dann wird es automatisch wieder zum Körper gefaltet.
Die tollste Funktion ist aber der Augmented-Reality-Modus! Damit kann man die Körper in das Kamerabild des Tablets einbinden und ihn so auf den Tisch oder Boden „legen, drum herumgehen und einen fast echten 3D-Eindruck bekommen.
Und was bedeutet das?
Mit dieser App gelingt die Verknüpfung zwischen flacher Darstellung als Projektion und als Körpernetz besonders gut. Der AR-Modus verstärkt diese noch. Als Bonus gibt es die Möglichkeit, die Körpernetze als Bastelbögen auszudrucken, damit man das Gezeigte auch anfassen kann.
Ideen für den Unterricht
Für die Einführung von Prismen eignen sich (nach wie vor) mitgebrachte Schachteln, die in Netze zerlegt werden. Mit der App kann man danach noch viele andere Körper der gleichen Art erzeugen, entweder real oder virtuell. Wer kann das ungewöhnlichste Netz herstellen? Müssen Netze immer Flächen haben, an die drei andere anstoßen? Oder kann man auch „Schlangen herstellen? Der Netz-Baukasten erlaubt viele verschiedene Fragen dieser Art!
Shapes 3D ist nicht umsonst, doch die 5,49€ sind eine gute Investition. Selbst wenn die Schülerinnen und Schüler nicht über eigene Tablets verfügen, so kann man wenigstens wunderschöne Körper-Bastelbögen drucken und damit mehr als nur eine Vertretungsstunde gestalten.
Shapes 3D. 5,49 €.
Download für Android:
Webseite: https://shapes.learnteachexplore.com/shapes-3d-geometry-learning/

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Fakten zum Artikel
aus: Mathematik lehren Nr. 220 / 2020

Risiken begegnen

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