Jürgen Kreitner

Die Gruppenrallye

4 |  Plakat mit den Schritten zum AVEC-P - Prinzip
4 | Plakat mit den Schritten zum AVEC-P - Prinzip , © Jürgen Kreitner

Jürgen Kreitner

Welche Gruppe lernt am meisten dazu?

Gruppenrallye
Gruppenrallye
Worum gehts?
Zu Beginn wird das neue Unterrichtsthema wie gewohnt eingeführt. Der aktuelle Lernstand wird dann in einem unbenoteten Test ermittelt. Basierend auf den Testergebnissen werden heterogene Gruppen gebildet. Dabei werden die leistungsstärkeren und -schwächeren Schülerinnen und Schüler gut über die Gruppen verteilt. Jede Gruppe übt nun eigenständig das Thema und geht insbesondere den eigenen Fehlern nach. Dabei haben die Leistungsstärkeren eine große Bedeutung für den Lernzuwachs der Gruppe. Dieser Lernzuwachs wird mit einem zweiten Test festgestellt, der vom Schwierigkeitsgrad her dem ersten Test entspricht. Aus den individuellen Verbesserungswerten aller Gruppenmitglieder wird der Durchschnitt berechnet. Die Gruppe, die den größten Lernzuwachs verzeichnen kann, hat die Rallye gewonnen.
Didaktische Ziele
Die Gruppenrallye ist eine kooperative Lernmethode zum Wiederholen und Üben, die den Wettbewerb als Motivation für den Lernzuwachs einer Gruppe in den Mittelpunkt stellt.
Sozialform
Gruppenarbeit
Zum Weiterlesen
Zur Gruppenrallye:
Brüning, Ludger/ Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen I. Strategien zur Schüleraktivierung. Essen 2006.
Brüning, Ludger/ Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen II. Neue Strategien zur Schüleraktivierung Individualisierung Leistungsbeurteilung Schulentwicklung. Essen 2009.
Zum AVEK-P-Prinzip:
„Es hat Spaß gemacht, meint Maximilian zu der für die Klasse neuen Lernmethode. Freude am Lernen ist aus meiner Sicht ein essenzielles Kriterium für die Motivation der Schülerinnen und Schüler und somit auch für den gesamten Lernerfolg. Aber nicht bei allen kommt die Methode so gut an. Marlene, eine eher introvertierte Schülerin, würde sich gerne mehr „Zeit zum alleinigen Üben wünschen. Es ist schwierig, eine Methode zu finden, die allen zusagt. Zum Glück waren solche Rückmeldungen aber die absolute Ausnahme.
Üben mit Wettbewerbscharakter
Nach Einführung der Parabel in Klasse 10 stelle ich der Klasse die Methode „Gruppenrallye vor:
„Zunächst erhaltet ihr einen Test, um zu ermitteln, wie gut euer aktueller Wissensstand zum Thema ‚Quadratische Funktionen ist. Dann arbeitet ihr in Gruppen und versucht, euch gegenseitig so fit zu machen, dass die Ergebnisse aller Mitglieder eures Teams bei einem zweiten Test zu diesem Thema besser sind als beim ersten Test (Abb. 1 ).
Die Schülerinnen und Schüler reagieren zunächst zurückhaltend, weil sie sich darunter noch nichts vorstellen können, jedoch auch interessiert, weil es einen Wettbewerb suggeriert und eine Abwechslung zu den sonst üblichen Formen vermuten lässt.
Basierend auf meinem Wissen über den bisherigen Leistungsstand und die sozialen Verflechtungen der Lernenden teile ich die Klasse in heterogene Gruppen von ähnlicher Leistungsstärke auf. Es ergeben sich vier Vierergruppen und eine Fünfergruppe.
Ich lese die Namen der Gruppenmitglieder vor und die einzelnen Teams finden sich an jeweils einem Gruppentisch zusammen. Um die Gruppenidentifikation zu steigern, muss sich jede Gruppe als Erstes einen Gruppennamen ausdenken. Negativ besetzte Namen sind nicht zugelassen. Gruppen, die spontan keinen Namen gefunden haben, bekommen von mir eine Liste mit Namensvorschlägen und Anregungen.
Lernen als soziales Miteinander
Im Mittelpunkt der nun beginnenden Gruppenarbeit steht hier nicht, möglichst schnell zur Lösung der Aufgabe zu kommen, sondern für einen Lernzuwachs aller Lernenden zu sorgen.
Zu diesem Zweck sollen die Lernenden nach dem AVEK-P-Prinzip vorgehen, dabei stehen die einzelnen Buchstaben für eine spezielle Phase:
A steht für Aufgaben: In dieser Phase lösen die Lernenden die anvisierten Übungsaufgaben zunächst allein (Abb. 2 ).
V steht für Vergleichen: Hier sollen die Teams ihre Lösungen untereinander vergleichen (A...

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Fakten zum Artikel
aus: Mathematik 5-10 Nr. 51 / 2020

Lernen hat Methode

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-10