Tipps und Tricks für alle Tage, sogar für sparsame Schweizer

Es ist unwürdig, die Zeit von hervorragenden Leuten mit knechtischen Rechenarbeiten zu verschwenden, weil bei Einsatz einer Maschine auch der Einfältigste die Ergebnisse sicher hinschreiben kann (Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz, 16461716). Leibniz, dessen Tod sich jetzt im November zum 300. Male jährt, begründete parallel zu Isaac Newton die Differential- und Integralrechnung, entwarf Rechenmaschinen und entdeckte die Bedeutung des Dualsystems, das auch den modernen Computern zugrunde liegt. Kürzlich, im Supermarkt: ein Taschenrechner für unter 10 Euro, der sogar Integrale berechnet. Leibniz wäre begeistert! Und fürs Smartphone gibt es eine kostenlose App nur die Kamera auf die Gleichung richten, schon erscheint die Lösung im Display. Was bedeutet das für den Mathematikunterricht? Wie viel Termumformung braucht der Mensch ...?Leibniz war Universalgenie und Multitalent: Mathematiker, Physiker, Philosoph, Sprachwissenschaftler, Historiker, Jurist, ... Ob er auch die Nebeneffekte der heutigen Möglichkeiten bedacht hätte? „Generation Kopf runter titelt die HAZ am 25./26.6.2016 macht das Smartphone uns zu notorischen Nach-unten-Guckern? Städte testen Bodenampeln für Handynutzer: In den Boden eingebaute LED-Lichtleisten leuchten an neuralgischen Stellen, wenn sich Straßenbahnen nähern. Und was können wir im Mathematikunterricht tun?

Tägliche Übung
Als interessante etwas andere Aufgabe empfand ich die „Täglichen Übungen, eine Idee aus der Mathematikmethodik der DDR, die ich in Halle (Saale) kennen- und schätzenlernen durfte. Ziel ist es, als fester Bestandteil vieler Unterrichtsstunden langfristig mathematische Grundfertigkeiten zu festigen. Dabei sind die wenigen Aufgaben kurz und einfach und können in der Regel auch mündlich gestellt werden, z.B.:
Berechne 3 ∙ (7/4 1,25)
1/5 = __ %
Quadrat mit U = 20 cm, dann ist A = __ cm2
Berechne 3,01 m + 23,5 cm
(x 4)2=9 => x = __ oder x = __
Im WWW finden sich mittlerweile viele solche Anregungen schauen Sie mal!
als Gehirn-Gymnastik
Mind Gym heißt eine Rubrik in der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph, auf die mich Günter Henssen aus Wennigsen aufmerksam machte. Ein Beispiel finden Sie hier unten auf der Seite. Selber rechnen hält fit! Solche Puzzles gibt es auch online: puzzles.telegraph.co.uk.
Schlaue Bauern?
Christian Rohrbach aus Winterthur in der Schweiz ist langjähriger Leser von mathematik lehren. Und offenbar auch Rockmusik-Fan.
Seit 27 Jahren gibt es das „Schlauer Bauer Openair auf einer Waldlichtung in Wetzikon, 30 km von Zürich. Es ist ein 3-tägiger sympathischer Non-Profit-Anlass mit sehr viel Freiwilligenarbeit (http://www.schlauerbauer.ch).
Auf dem Areal kann nicht mit Bargeld bezahlt werden; dafür gibt es die „Gastro-Pässe. Alle Preise sind in ganzen Schweizerfränkli.
Schaut man die Tabelle genauer an, dann naja:
Der „schlaue Bauer ist kurios. Wenn man schon 5% Rabatt geben will, warum dann keine Karten für z.B. 40, 60, 80 und 100 Franken? Oder wollen die gar, dass man sich für einen ganz Schlauen (und Glücklichen) hält, und sich nur die kleinen 32-SFr-Karten holt?
Tja, wer bei dieser Aufgabe mit Mengenrabatt rechnet, hat sich verrechnet. Ganz einfach.
Wahrscheinlich später
Heinrich Hemme aus Aachen ist Physiker, Autor, Unterhaltungsmathematiker und er liest aufmerksam Zeitung.
Stuttgart 21: Bahn tritt auf die Bremse
Julia Giertz
Seit über 20 Jahren wird das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 geplant immer wieder gab es Baustopps, Kostensteigerungen, Verspätungen, Genehmigungsprobleme.
Der zuständige Bahn-Vorstand Volker Kiefer hatte bereits im Sommer 2013 eingeräumt, mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit werde das Vorhaben 2022 fertig, mit 40-prozentiger erst 2023. Vor diesem Hintergrund scheint es wenig realistisch, dass die Inbetriebnahme termingerecht zu halten ist. Offiziell hält die Bahn aber am Fertigstellungsdatum Ende 2021 fest.
Nach:...

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aus: Mathematik lehren Nr. 198 / 2016

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