Regina Bruder

Bleib dran im Homeschooling

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Regina Bruder

Grundbedürfnisse im Blick

Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Situation des Homeschooling der letzten Wochen und Monate lässt wie in einem Brennglas deutlich verstärkt die Grundbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen bezüglich ihrer Lernmotivation erkennen. Ebenso deutlich wird aber auch, welche Anstrengungen zur Förderung von Lernmotivation schon immer nötig waren.

Zu den letzten Wochen und Monaten gibt es noch keine Studien zur Lernmotivation der unfreiwillig zu Hause Mathematik übenden Schülerinnen und Schüler, aber alle Beteiligten haben mit der ungewohnten Situation Erfahrungen gemacht. Viele Lehrkräfte (und ganz besonders die betreuenden Eltern) stellten sich die Frage, wie man mit digitalen Lernangeboten erreichen kann, dass die Lernenden „dranbleiben und möglichst eigenständig Aufgaben mit Gewinn für ihre Kompetenzentwicklung bearbeiten. Klar ist: Für viele Lernende reicht das Verschicken von Arbeitspaketen und ein schriftliches kurzes Feedback per E-Mail nicht aus, um sie bei der Stange zu halten.
Aktuelle motivationale Rahmenbedingungen
Die folgenden Überlegungen erfolgen aus der Perspektive bestmöglicher Unterstützung der Bedürfnisse der Lernenden.
Autonomieerleben
Ein wichtiger Baustein eines selbstbestimmten Lernens ist Autonomieerleben. In Zeiten von Homeschooling brauchen Lernende dazu auch entsprechende technische Rahmenbedingungen, vom stabilen Internet bis hin zu einem (zeitweise) eigenständigen Zugang zu einem Rechner, Laptop oder Tablet. Hierfür gibt es zwar schon viele kreative und unkomplizierte Lösungen an vielen Schulen, jedoch bleibt ggf. mancherorts das Problem fehlender Medien und Medienkompetenz im häuslichen Umfeld.
Machbare und klare Aufgaben
Es lohnt sich, für Arbeitsanweisungen per E-Mail eine motivierende Ansprache zu formulieren. Die Aufgabenstellungen müssen übersichtlich, gut strukturiert und einfach zu verstehen sein. Und es sollte immer Hilfsangebote über verschiedene Kommunikationskanäle geben. Die Lernenden benötigen eine Transparenz der zu erreichenden Ziele in verständlicher Form und eine Begründung, warum das wichtig ist. Sinnvoll sind auch klare Zeitvorgaben was soll bis wann erledigt werden , die einen gewissen Spielraum lassen.
All das gilt auch für guten Unterricht nur werden jetzt manchmal die Eltern zu Übermittlern der Lehrer- bzw. Lehrerinnen-Botschaften. Es wäre aber besser, wenn die Eltern gar nicht erst in die Situation geraten, Ersatzlehrkraft zu spielen.
Kompetenzerleben
Für das Kompetenzerleben sind Wahlmöglichkeiten gerade bei Übungen und Anwendungen sinnvoll, aber auch Empfehlungen, in welcher Abfolge bestimmte Aufgaben bearbeitet werden sollten. Selbstkontrollmöglichkeiten sind stets hilfreich, es gibt aber auch Fallstricke. Wenn bei fast jeder Übung ein Lösungswort gefunden werden muss (beliebt in Materialien für Klasse 57), dann wird die Aufmerksamkeit schließlich auf das frühe Raten des Wortes gelenkt und die eigentlichen Lernziele geraten aus dem Blick. Dennoch: Kleine „Belohnungen durch abwechslungsreiche Kontrollmöglichkeiten und ein elaboriertes Feedback können sehr helfen, Motivation aufrechtzuerhalten. Auch spielerische Einkleidungen (etwa über eine Quiz-App oder auch mit einem aus Spielshows bekannten Telefonjoker) können die Lernfreude erhöhen, weil Kompetenzerleben möglich wird.
Soziale Eingebundenheit
Wenn die so wichtige soziale Eingebundenheit fehlt, weil man zu Hause schlicht alleine ist und Schulfreunde (und manchmal auch die Lehrperson) vermisst, dann sind alternative Austauschmöglichkeiten wichtig. Dazu eignen sich neben digitalen Konferenzen auch Chatrooms, die teilweise in einigen Lernplattformen bereits integriert sind. Solche (asynchronen) Austauschmöglichkeiten für Kleingruppen und alle Mitglieder einer Lerngruppe, bei denen sie ab und zu auch unter sich sein, aber auch mit der Lehrkraft kommunizieren können, stärken das Gemeinschaftsgefühl und bieten Raum für...

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Fakten zum Artikel
aus: Mathematik lehren Nr. 221 / 2020

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