DETLEF KUHLMANN

Ausgebildete Sportlehrkräfte sind essenziell

Symbolfoto Tiefstart
Interview mit Dagmar Freitag, Foto: Adobe Stock

DETLEF KUHLMANN

Gespräch mit Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Dt. Bundestag

Dagmar Freitag (66) ist seit 2009 Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag in Berlin. Davor war sie seit 1998 Sprecherin der Arbeitsgruppe Sport der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Dagmar Freitag wurde in Letmathe (heute Stadt Iserlohn) geboren und studierte nach dem Abitur von 1972 bis 1977 an der Ruhr-Universität Bochum die Fächer Anglistik und Sport. Nach dem Referendariat arbeitete sie an der Wilhelm-Busch-Realschule in Schwerte, bevor sie 1992 an die Städtische Gesamtschule Schwerte wechselte. Seit 1994 gehört Dagmar Freitag dem Deutschen Bundestag an. Sie war bis 2017 insgesamt 16 Jahre lang ehrenamtliche Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Von 2013 bis 2017 gehörte sie ferner dem achtköpfigen Hochschulrat der Deutschen Sporthochschule Köln an. Das Interview führte Detlef Kuhlmann für die Zeitschrift Sport & Spiel.
Sport&Spiel: In diesem Jahr erwarten wir u. a. die Europameisterschaft im Fußball und die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio als sportliche Großveranstaltungen. Sind das auch die derzeit bestimmenden Themen im Sportausschuss des Deutschen Bundestages?
Dagmar Freitag: Olympische und Paralympische Spiele thematisiert der Sportausschuss direkt und indirekt eigentlich andauernd. Schließlich sind wir auf Bundesebene für die Förderung des Spitzensports verantwortlich, und die Olympischen und Paralympischen Wettkämpfe sind natürlich in den allermeisten Fällen das sportliche Ziel der Athletinnen und Athleten. Daher beschäftigt sich der Sportausschuss mit einer großen Bandbreite von Themen, die unsere Spitzensportlerinnen und Spitzensportler in die Lage versetzen, Höchstleistungen erbringen zu können. Das geht von der Bereitstellung der Infrastruktur über die Förderung der Sportverbände bis hin zu Kosten für die Entsendung zu internationalen Sportveranstaltungen. Wir schauen aber auch auf die individuelle Lage der Aktiven und versuchen, deren Situation, zum Beispiel durch Maßnahmen zur dualen Karriere oder einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten und – ganz aktuell durch Finanzmittel für die Altersversorgung zu unterstützen. Die Fußball-Europameisterschaft hingegen steht weniger im Fokus der Arbeit unseres Ausschusses, auch wenn wir natürlich die Entwicklung beim Deutschen Fußball-Bund und in der Nationalmannschaft beobachten.
Sport&Spiel: Wie muss man sich denn überhaupt die parlamentarische Arbeit im Sportausschuss des Deutschen Bundestages als Außenstehender vorstellen?
Dagmar Freitag: Die Ausschüsse des Bundestages sind die fachspezifischen Gremien, in denen in unserem Fall sportpolitische – Fachthemen diskutiert und gestaltet werden. Die Ausschüsse bereiten damit Entscheidungen des Deutschen Bundestages vor. Dazu laden wir in jeder der gut 20 Sitzungswochen pro Jahr etliche Sachverständige in den Sportausschuss ein, die uns ihre Expertise zu unterschiedlichen Themen zur Verfügung stellen. In Sitzungswochen steht mein Mittwochnachmittag daher ganz im Zeichen sportpolitischer Diskussionen, denn zu diesem Termin finden die Sitzungen des Sportausschusses statt. Da geht es um zentrale Maßnahmen der Spitzensportförderung, um Maßnahmen zur Dopingbekämpfung, um internationale Sportgroßveranstaltungen oder die Situation von Athletinnen und Athleten und deren Trainerinnen und Trainern. Es geht aber auch um Themen, die nicht direkt den Spitzensport betreffen, jedoch mitunter nicht weniger relevant sind. Beispielsweise diskutieren wir über das aktuelle Thema von Granulat auf Kunstrasenplätzen, über die Situation der Infrastruktur im Bereich der Schwimmbäder oder über die Entwicklungen im Bereich des eSports. In der Regel tagen wir nicht öffentlich, bei öffentlichen Anhörungen hingegen können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger einen Eindruck unserer Arbeit machen – entweder direkt als Zuschauer in der Sitzung, häufig aber auch aus...

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Fakten zum Artikel
aus: Sport und Spiel Nr. 1 / 2020

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