Inklusion

Inklusion

Mathematik lehren | Ausgabe Nr. 201/2017

Das nach wie vor umstrittene Thema Inklusion ist auch für den Mathematikunterricht eine Herausforderung. In der Praxis gibt es viele Unklarheiten zur personellen und finanziellen Ausstattung, wenige in der Sekundarstufe erprobte Konzepte und Materialien. Wir geben hier einen Überblick über aktuelle Entwicklungen, offene Fragen sowie Ideen zur praktischen Umsetzung und Handlungsperspektiven.

Inhaltsverzeichnis
Inklusiver Mathematikunterricht am gemeinsamen Gegenstand
Methode & Didaktik Schuljahr 5-7

Inklusiver Mathematikunterricht stellt eine Herausforderung dar, da in der Praxis mathematikdidaktische Umsetzungsmöglichkeiten wenig bekannt sind. Der Beitrag stellt ein theoretisch fundiertes und in der Praxis erprobtes Konzept vor, bei dem sonderpädagogische Theorien mit mathematikdidaktischen Prinzipien und Methoden, die durch ihren Differenzierungsgedanken auch Potential für den inklusiven Mathematikunterricht haben, genutzt und verknüpft werden.

Gemeinsames Lernen in inklusiven Klassen inszenieren Vielfältige Rechenwege finden, erläutern und begründen
Unterricht (< 45 Min) Schuljahr 5-6

Das Thema „vielfältige Rechenwege“ bietet für basale Lernstufen Anknüpfungspunkte zur Vertiefung des Operations- und Stellenwertverständnis und gleichzeitig für fortgeschrittene Lernstufen mathematische Potentiale zum Begründen und Verallgemeinern. Werden Förderkinder gezielt vorbereitet, können sie dann +mit allen in Austausch treten – neben der Themenwahl ein wichtiger Aspekt bei der Inszenierung gemeinsamen Lernens.

Durch Anschauungsmaterial zu Grundvorstellungen Multiplikation verstehen
Unterricht (< 45 Min) Schuljahr 5-6

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiches (Weiter-) Lernen in der Sekundarstufe, stellt das Verständnis für die Multiplikation dar. Im Beitrag wird geklärt, wie mit geeigneten Anschauungsmaterialien mit allen Kindern auf verschiedenen Niveaus am gemeinsamen Inhalt gearbeitet werden kann. Unverzichtbar für den Aufbau von tragfähigen Grundvorstellungen ist dabei der Austausch über die gemeinsam genutzten Anschauungen.

Früherkennung und Prävention in der gymnasialen Eingangsstufe Rechenschwäche im Brennpunkt
Unterricht (< 45 Min) Schuljahr 3-6

Mathematische Lernschwierigkeiten, die von den Grundschulen mitgebracht wurden, überfordern in der Sekundarstufe Schüler wie Lehrer. Misserfolg verfestigt sich, wenn grundlegende Fertigkeiten nicht aufgeholt werden und der Abstand zum Lernstoff immer größer wird. Ein Kölner Gymnasium interveniert frühzeitig mit Förderdiagnostik und Elterninformation. Ein Erfahrungsbericht.

Foto: Pixabay/José Manuel de Laá
Ein Test basierend auf dem diagnostischen Interview KIWIS Wer kann was? Zahl- und Operationsverständnis testen
Abitur & Prüfung Schuljahr 5-8

Eine frühe Diagnose des Zahl- und Operationsverständnisses bietet einen differenzierten Blick auf die Leistungsheterogenität und ermöglicht in der Zusammenarbeit mit Sonderpä­dagogen/innen Ansätze für individuelle Förderungen und Adaptionen im Unterricht. Vorgestellt wird ein schriftlicher Test, der auf dem Lernentwicklungsmodell des neuseeländischen Numeracy Development Projects und dem dazugehörigen diagnostischen Interview KIWIS beruht.

Foto: Pixabay/Willfried Wende
Ein Beispiel zur Prozent- und Zinsrechnung Qualitätsmerkmale als Basis für inklusiven Unterricht
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 7-8

Orientiert an den erweiterten Qualitätsmerkmalen für guten Unterricht wird eine Einheit zur Prozent- und Zinsrechnung anhand verschiedener Materialien und den schulischen Rahmenbedingungen vorgestellt. Die Erarbeitungsschritte in leistungsheterogenen Schülergruppen werden exemplarisch aufgezeigt und beschrieben. Planung der Einheit, Vorlagen für eine Schülerselbsteinschätzung und eine differenzierte Klassenarbeit finden sich im Online-Material.

Mathematikunterricht für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler Sensibel für Mehrsprachigkeit
Methode & Didaktik Schuljahr 5-10

Der Mathematikunterricht für neu Zugewanderte stellt Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte vor besondere Herausforderungen. Der sensible Umgang mit sprachlicher Heterogenität im Fachunterricht erfordert sowohl Hintergrundwissen über mögliche Interferenzen, die das Lernen erschweren können, als auch strategische Absprachen mit den DaZ-Lehrkräften, um sprachliche und fachliche Förderung effektiv zu verbinden.

Lohnenswerte (Ein-)Blicke aus anderer Perspektive Diagnose im Fach inklusive
Methode & Didaktik Schuljahr 9-10

Körperliche und Sinnbeeinträchtigungen erschweren den Zugang wie auch die Bearbeitungen von Aufgaben. Wie können Schüler mit solchen Beeinträchtigungen dennoch bei der Diagnose mathematischer Leistungen inkludiert werden? Was gibt es hierbei zu beachten? Ein konkretes Beispiel im Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation will das Bewusstsein für allgemeinere inklusive Fälle schaffen.

Kürzeste Wege auf der Straßenkarte Ideenkiste
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 10-12

Problemlösekompetenzen lassen sich auch in Übungsphase fördern, wenn mathematische Grundlagen schon erarbeitet wurden und sich nun die Frage des Transfers auf eine neue Situation ergibt. Werden die Schülerinnen und Schüler beim Lösen eines kombinatorischen Zählproblems im Kontext kürzester Wege auf einer Straßenkarte mit „Manhattan-Metrik“ ihr vielleicht schon etwas zurückliegendes Wissen aktivieren und neue Vernetzungen finden?

Mathe-Welt
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 5-10

Das Schülerarbeitsheft bietet drei offene, substanzielle Lernumgebungen zu Zahlenmauern, dem Pascalschen Dreieck und Parkettierungen mit Dreiecksmehrlingen. Je nach Interesse und Möglichkeiten ist ein Erforschen mathematischer Zusammenhänge auf unterschiedlichen Niveaus möglich. Alle Problemfelder können alleine, zu zweit oder in Gruppen bearbeitet werden. Beispiellösungen anderer Kinder und Tipps unterstützen die Lernenden auf ihren eigenen Wegen.