Ursula Bicker, Christine Kamp

Wie viel Platz haben die Zootiere?

Ursula Bicker, Christine Kamp

Flächeninhalt und Umfang sicher unterscheiden lernen

Ich möchte das Thema „Flächeninhalt und Umfang in meiner 6. Klasse anhand der Größe von Tiergehegen erarbeiten. Deshalb plane ich den gemeinsamen Klassenausflug, um in den nahegelegenen Zoo nach Neuwied zu fahren. Durch das Erlebnis des Zoobesuchs soll eine positive Verstärkung zur Auseinandersetzung mit dem Thema gegeben werden. Außerdem soll die Erfahrung mit realem Umfang (Zäune, Mauern etc.) und realen Flächen (Wiese, Schlafplätze, Wasserbecken etc.) das Anbinden des Themas an die Realität ermöglichen.
Gemeinsamer Lerngegenstand für diese Unterrichtseinheit ist zunächst die Sachsituation „Zoo als Basis für die Begriffsbildung „Fläche. Außerdem sollen aber auch im Verlauf der Unterrichtseinheit Aktivitäten zur Flächenmessung und zum Vergleich von Flächen für alle zum Thema werden.
Ich als Lehrkraft nutze die Zeit des Zoobesuches zum Erstellen geeigneter Fotos, die Gehegeflächen und -grenzen zeigen.
In der Stunde nach dem Zoobesuch schauen wir uns zunächst diese Fotos an (Abb. 1a , Materialpaket, KV03 ). Die Schülerinnen und Schüler nennen die Namen der Tiere. Falls sie sich nicht mehr erinnern können, schauen sie auf der Rückseite des Fotos nach. Dort habe ich die Erklärungstafeln des Zoos abgedruckt, auf der für jedes Tier der Name und die wichtigsten Fakten genannt werden (Abb. 1b ).
Orientierung auf dem Zooplan
Dann präsentiere ich den Zooplan (KV04 , vgl. Abb. 2 ) und lasse diesen erst einmal betrachten. Die Orientierung ist zunächst nicht ganz einfach, aber mit gegenseitiger Hilfe klappt es. Ari findet das Kängurugehege und zeigt es den anderen. „Hier sind wir herumgelaufen. Auch die anderen entdecken die Gehege, in denen Tiere leben, die auf den Fotos zu sehen sind.
Nun bitte ich die Schülerinnen und Schüler herauszufinden, wo ich stand, als ich die Tierfotos aufgenommen habe. Dazu wird die Klasse in leistungsheterogene Gruppen von je zwei bis drei Personen eingeteilt. Ich gebe jeder Gruppe den Zooplan (KV04), ein Tierfoto (KV03) und eine Spielfigur. Diese soll nun an die Stelle auf dem Plan gestellt werden, an der das Foto aufgenommen wurde.
Sara findet als erste die Stelle am Gehege der Przewalskipferde. Sie begründet: „Ich sehe hier auf dem Plan diese Mauer und die kann ich auch auf dem Foto erkennen. Deshalb haben Sie sicher hier gestanden. Sie platziert die Figur auf dem Weg am Gehege (Abb. 2).
Marios Gruppe hat Probleme, den richtigen Platz für die Figur zu finden. Ich frage nach, was auf den Fotos noch zu entdecken ist. Nach genauerem Betrachten werden der Zaun, Mauern, die Wiese, Bäume und der Boden genannt. Wir sprechen auch über die Blickrichtung und stellen die Figur mit dem Gesicht in diese Richtung zeigend auf den Plan.
In der Auseinandersetzung mit dem Zooplan werden auch Präpositionen zur Lagebeziehung (in, auf, neben, ) genutzt oder bei Bedarf eingeübt eine wichtige Vorkenntnis für den Umgang mit Flächen.
Die Form des Geheges
Nun bitte ich die Kinder, das Gehege ihres Tieres mit den mitgebrachten Materialien nachzubauen. Hierzu eignen sich Legosteine und -platten, Zäune, Spielunterlagen und Tiere, die dann in das fertige Gehege gesetzt werden können. Alle sind mit Feuereifer dabei, und Joel möchte das Tigergehege unbedingt ganz genau so bauen, wie es auf dem Plan zu erkennen ist. Er argumentiert: „Ich erkenne die Form auch hier auf dem Foto. Da hinten sehe ich das Haus. (Abb. 3 )
Flächeninhalt und Umfang
Ich habe Kärtchen mit den Begriffen „Flächeninhalt und „Umfang vorbereitet und bitte die Lernenden nun, diese in ihrem selbstgebauten Gehege zu platzieren. Sie kennen diese Begriffe aus der Grundschule und haben damit kein Problem.
Was jedoch allen schwerfällt, ist die Verbalisierung des Sachverhaltes.
„Der Umfang ist der Zaun um das Gehege, sagt Marc. „Der Umfang ist immer das Drumherum. Die Beschreibung des Flächeninhaltes gelingt ohne...

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Fakten zum Artikel
aus: Mathematik 5-10 Nr. 48 / 2019

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