Anja Pies-Hötzinger

Körper erfassen mit allen Sinnen

Anja Pies-Hötzinger

In einer Lernwerkstatt zum Thema „Körper alle Kinder mitnehmen

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf erweitern das Heterogenitätsspektrum in den Klassen unserer integrierten Gesamtschule. In unserer Mathematikklasse lernen 21 Regelschulkinder und 5 Kinder mit dem Förderschwerpunkt „Lernen. Gemeinsam mit meiner Förderschulkollegin ist es uns dabei immer wieder ein besonderes Anliegen, dass alle Lernenden am gemeinsamen Gegenstand arbeiten können. Doch wie kann die Idee des gemeinsamen Lerngegenstandes umgesetzt werden?
Wir arbeiten zu diesem Zweck gern mit Lernwerkstätten, bei denen sich alle Kinder mit dem gleichen Thema beschäftigen können, doch unterschiedlich tief in die Thematik einsteigen.
Zum Thema „Körper haben wir eine Lernwerkstatt entwickelt, die auf den Ideen aus dem Schülerheft „Mathe Welt aus der Zeitschrift „mathematik lehren, Heft 144 (Abb. 1 ), beruht. Unser gemeinsamer Gegenstand sind die Körper, die auf unterschiedlichen Niveaus erfahren, gebaut und z. T. berechnet werden.
Der gemeinsame Einstieg
Zum Einstieg nutzen wir eine Fühlkiste (vgl. Abb. 3 ), um einen Überblick über die Vorkenntnisse der Lernenden zu erhalten. Dabei geht es uns vor allem darum, welche Körper die Lernenden bereits erkennen können und welche Begriffe ihnen schon bekannt sind.
Die Kiste ist gefüllt mit unterschiedlichen Körpern. Mia greift hinein, wählt einen Körper aus und beschreibt diesen, ohne ihn aus der Kiste zu nehmen: „Mein Körper hat 6 Flächen. Ich glaube, sie sind gleich groß. Jonas ruft in die Klasse: „Das ist bestimmt ein Würfel! Vor der Auflösung, besprechen wir noch einmal die Regeln für dieses „Spiel. Mia nimmt anschließend ihren Körper heraus es ist ein Würfel. Gemeinsam überlegen wir, welche Beschreibungen noch möglich wären. Einige Kinder nutzen dabei bereits die Begriffe, „Kanten, „Ecken, „parallel und „senkrecht. Alle „Mathewörter notieren wir auf Moderationskarten, um sie später für unseren Wortspeicher nutzen zu können. Nachdem einige Kinder weitere Körper aus der Fühlkiste beschrieben haben, erhalten nun alle die Aufgabe, Plakate zu den einzelnen Körpern zu erstellen, indem sie den Namen des Körpers notieren und passende Abbildungen entweder aufkleben oder auch schon zeichnen. Zudem sollen sie nach Möglichkeit auch die bisher gefundenen „Mathewörter nutzen. Diese Plakate werden sukzessive in den kommenden Stunden ergänzt. Einigen Gruppen gelingt dies bereits gut, andere benötigen noch intensive Unterstützung durch meine Kollegin und mich. Hier wird wieder sehr deutlich, wie wichtig eine Doppelsteckung im inklusiven Unterricht ist, um möglichst allen Lernenden gerecht zu werden. Für diesen Einstieg benötigen wir eine Doppelstunde.
Zielsetzung
Für unsere Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Lernen geht es in dieser Einheit v. a. darum, wesentliche Strukturmerkmale regelmäßiger Körper begrifflich und sprachlich kennenzulernen, d. h. regelmäßige Körper in der Umwelt geometrischen Körpergrundformen (Würfel, Quader, Kugel und Zylinder) zuzuordnen, diese Körpergrundformen herzustellen, sowie die Begriffe „Ecke, „Kanten, „rechter Winkel, „parallel und „senkrecht anwenden zu können.
Des Weiteren sollen sie in die Lage versetzt werden, Flächen und Körper in Beziehung zueinander zu setzen, indem sie Abdrücke von Gegenständen unterscheiden und diese den Körpern zuordnen, sowie die Eigenschaften von Quader und Würfel auch hinsichtlich ihrer Anzahl und Form der Begrenzungsflächen nennen.
Für die Kinder ohne Förderschwerpunkt kommt noch hinzu, dass sie Schrägbilder und Netze von Quadern und Würfeln zeichnen und deren Oberfläche und Volumen berechnen sollen.
Die Lernangebote
Insgesamt haben wir uns für zehn verschiedene Lernangebote entschieden (Abb. 2 ). Die Laufzettel für die Lernenden enthalten die Stationen eins bis neun. Jedoch sind je nach Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler ...

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Fakten zum Artikel
aus: Mathematik 5-10 Nr. 48 / 2019

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