Christian von Contzen

Latein-AG zur Vorbereitung des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen

Lernende bei der Gruppenarbeit
Die AG-Mitglieder können alte Wettbewerbsaufgaben koorperativ bearbeiten, einander Aspekte des Vorbereitungsthemas präsentieren oder eigenständig Aufgaben für ihre Mitschüler entwerfen., Foto: © Iakov Filimonov/Shutterstock.com

Christian von Contzen

Im Rahmen einer AG bereiten sich engagierte Schüler gemeinsam auf den Bundeswettbewerb Fremdsprachen vor. Sie nutzen dabei vielfältige Lernangebote und werden von ihrer Lehrkraft bei der Erarbeitung partiell unbekannter Aufgabentypen unterstützt.

Im Jahr 2019 feierte der Bundeswettbewerb Fremdsprachen ein stolzes Jubiläum: Seit 40 Jahren sind Fremdsprachenbegeisterte eingeladen, ihr Können unter Beweis zu stellen und sich miteinander zu messen. Auch das Lateinische ist im Sprachenangebot enthalten.
Die AG zur Vorbereitung
Aufgrund ungewohnter Aufgabenformate und teilweise noch nicht im Unterricht erarbeiteter Grammatikkapitel1 bietet es sich an, für interessierte Schüler eine regelmäßig stattfindende AG zur Vorbereitung zu organisieren. Der Lehrkraft fällt dabei die Rolle eines Lerncoaches zu, welcher die Schüler zur selbstständigen Arbeit anleitet, berät und Hilfestellungen bietet. Eine solche Arbeitsgemeinschaft fördert trotz des agonalen Charakters eines Solo-Wettbewerbs das Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmenden und beeinflusst auch auf der Beziehungsebene das Lehrer-Schüler-Verhältnis auf positive Weise, indem alle Akteure auf ein gemeinsames Ziel – ein möglichst gutes Ergebnis in der Wettbewerbsklausur – hinarbeiten.
Rekrutierung von Teilnehmern
Da sich aus Eigeninitiative vermutlich nur wenige Neuntklässler bewerben würden, hat es sich bewährt, leistungsstarke Schüler der Jahrgangsstufe bei einer Vorbesprechung für die AG – und den Wettbewerb – zu gewinnen. Dabei können die Rahmenbedingungen des Bundeswettbewerbs selbst, aber auch das Angebot und der Charakter der AG erläutert werden. Die gezielte Ansprache begabter Lateinlernenden in einem geschützten Raum zusätzlich zur Präsentation des Wettbewerbs im Plenum eines Lateinkurses ist vor dem Hintergrund teils unmotivierter Schüler in der neunten Jahrgangsstufe ratsam. Das von einer ehemaligen, erfolgreichen Teilnehmerin verfasste Motivationsschreiben (Material 1) kann ebenfalls genutzt werden, um interessierte Schüler quasi „aus erster Hand zur Teilnahme am Wettbewerb zu animieren.
Vorbereitung auf die Wettbewerbsformate
Videoaufgabe
Zur Förderung der Motivation2 wird eine Aufgabe vor dem eigentlichen Wettbewerbstag zu Hause vorbereitet, nämlich die Videoaufgabe, welche zu 15% in die Gesamtwertung einfließt. In einem kurzen Videobeitrag präsentieren die Schüler entweder eine bedeutende Persönlichkeit der Antike heutigen Rezipienten oder einen nützlichen Gegenstand der Moderne einem „antiken Publikum. Dabei sollen auch 60 – 70 Wörter Latein gesprochen werden. An dieser Stelle ist ein Feedback des Lerncoaches in der AG insofern hilfreich, als sprachliche Fehler im Vorfeld bereinigt werden können. Für die technische Umsetzung bietet der Wettbewerb sehr gute Unterstützung auf seiner Homepage. Auch die inhaltlichen Kriterien der Jury werden dort transparent gemacht;3 sie sollten in der AG besprochen werden.
Hörverstehen
Die Hörverstehensaufgabe in der mehrstündigen Wettbewerbsklausur ist die mit Sicherheit ungewohnteste und damit auch eine besondere Herausforderung für die Teilnehmer. Deshalb sollte diesem Format besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Strategien des Hörverstehens sind den Schülern i.d.R. bereits aus dem Englischunterricht vertraut (listening comprehension; Strategien sind z.B. listening for gist: Verständnis wesentlicher Informationen, und listening for detail: Verständnis detaillierter Informationen).4 Sie sollten in der AG im Kontext des Lateinischen reaktiviert werden. Das pre-listening sollte dabei nicht vernachlässigt werden: Dazu zählen das Rekapitulieren der Vorkenntnisse über die Thematik, ein genaues Lesen bzw. Betrachten der Überschrift und ggf. vorhandener Bilder zum Aufbau eines Erwartungshorizonts sowie der konkreten Aufgabenstellung, um zu überlegen, auf welche Informationen man sich konzentrieren muss.
Neben Wettbewerbsaufgaben aus den vergangenen Jahren5...
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Fakten zum Artikel
aus: Altsprachlicher Unterricht Nr. 5 / 2020

Jenseits des Alltags: Besondere Organisationsformen

Premium-Beitrag aus "Der Altsprachliche Unterricht" Methode & Didaktik Schuljahr 9-9
  • Thema: Didaktik
  • Autor/in: Christian von Contzen