Kerstin Hallmann

Klang – Kunst – Sound

Kerstin Hallmann

Zu einem flüchtigen Material in der Bildenden Kunst

Dieser MATERIAL-Teil stellt ausgewählte künstlerische Strategien, Arbeits- und Themenfelder vor zur Einführung in das weite Feld der Sound Art. Neben Informationen zu den künstlerischen Positionen finden sich Anregungen für die Thematisierung sowie ästhetisch-praktische Übungen im Kunstunterricht.

Den künstlerischen Gegenstand „Sound im Medium einer Zeitschrift darzustellen, erweist sich als besondere Herausforderung. Denn seine Wahrnehmungs- und Erfahrungsqualitäten lassen sich nur bedingt in einem Bild oder einer Textbeschreibung festhalten. Gerade das Zusammenwirken von Sound, Raum und Visuellem in seinem ephemeren Erfahren sind kennzeichnende Eigenschaften dieser spezifischen Kunstform.
Sound Art bewegt sich in einem Feld interdisziplinärer und intermedialer Arbeitsweisen unter Verwendung von akustischem Material, von Geräuschen, Klängen, Musik, Sprache und unter Einsatz digitaler Technologien.
Die Aufführungs- und Ausstellungsorte der Sound Art reichen von installativen Arbeiten in institutionellen Räumen über Interventionen im öffentlichen Raum bis hin zu performativen oder virtuellen Arbeiten mit Sound.
Mit der folgenden Auswahl einzelner Kunstpositionen wird ein Überblick zur Vielfalt historischer und zeitgenössischer Positionen der Sound Art aufgezeigt. Um sich der Problematik ihrer Darstellbarkeit zu stellen, finden sich im MATERIAL-TeilI neben den bildlichen und textlichen Eindrücken auch Verweise auf Video- oder Soundmitschnitte, die im Internet hinterlegt sind. Die Zusammenstellung von Abbildung, Ton-/Video-Aufnahme und Text gibt Einblicke in die Art und Weise des künstlerischen Arbeitens mit und im Medium Sound.
Letztendlich kann allerdings nur die reale Begegnung bzw. Begehung einer Klanginstallation oder das involvierende Erleben einer Sound-Performance einen adäquaten Zugang zur Sound Art vermitteln.
Die Kunstbeispiele im MATERIAL-TeilI verdeutlichen jedoch zentrale Arbeitsweisen der Sound Art und ermöglichen dadurch ein tiefergehendes Verständnis für diese intermediale Kunstform im schulischen Kontext.
Didaktische Überlegungen
Mit Sound als Medium und Material lässt sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise künstlerisch arbeiten. Charakteristisch für Sound Art ist die intermediale Arbeitsweise, bei der Sound mit anderen Künsten und Medien zu einer neuen Kunstform verschmelzen.
Die Auseinandersetzung mit diesem ungewöhnlichen Material sollte im Kunstunterricht auf experimentelle und gestalterische Weise erfolgen, um einen Wechsel von einer alltäglichen, meist konsumorientierten Hörhaltung zu einem ästhetisch wahrnehmenden, bewussten wie handelnden Umgang mit Sound anzubahnen. Wenn die Schülerinnen und Schüler dies in ihrer eigenen Praxis erprobt und erfahren haben, lassen sich Begegnungen mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern anschließen, die ebenso die Möglichkeiten des Arbeitens mit Sound ausloten. Die vorliegende Materialauswahl will hierzu entsprechende Positionen der Sound Art vermitteln, wobei sowohl kunsthistorisch relevante wie auch zeitgenössische Beispiele vorgestellt werden.
Im Kunstunterricht Zugänge zur Sound Art zu eröffnen, bedeutet zu verstehen, dass man sich durch die gezielte Gestaltung von (Alltags-)Geräuschen, Klängen, Stimmen usw. in situativen Kontexten künstlerisch ausdrücken kann.
Das Material ist daher auch dazu gedacht, dass die Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer eigenen Praxis problembezogen die Kunstrezeption durchführen und in Auseinandersetzung mit den hier einzeln vorgestellten Positionen der Sound Art Impulse für die Lösung eigener gestalterischer Problemstellungen erhalten. So kann die Beschäftigung mit den Kunstbeispielen auch im Verlauf eines praktischen Unterrichtsprozesses sinnvoll sein, um auftauchende Frage- und Problemstellungen aus der Perspektive künstlerischer Lösungsstrategien reflektiert zu bearbeiten.
Der MATERIAL-TeilI kann zudem...

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 429 / 430

Sound im Kunstunterricht inkl. IM FOKUS: Gender

Friedrich+ Kennzeichnung Fachwissen Schuljahr 7-13