Thomas Kleynen

Wie Katz und Hund

Schülerarbeit (Kl. 5): Verschiedene Ausgangsbilder werden digital und malerisch weiter bearbeitet.
Schülerarbeit (Kl. 5): Verschiedene Ausgangsbilder werden digital und malerisch weiter bearbeitet., aus dem Unterricht von Thomas Kleynen

Thomas Kleynen

Vom Körperbild zur Malerei

Die Unterrichtsreihe einer fünften Gesamtschulklasse steht als Beispiel für Differenzierung in einer sehr heterogenen Lerngruppe. Einzelne Kinder haben unterschiedliche, diagnostizierte Förderschwerpunkte, andere sind aus ihren Herkunftsländern vor nicht allzu langer Zeit geflohen. In Standbildern thematisieren sie Begegnungen von Katze und Hund. In digitaler Bearbeitung bis hin zur Umsetzung in Malerei werden diese weiterentwickelt.

Gerade für Jugendliche ist der Körper ein zentrales Thema, das zum Bezugspunkt der eigenen Identität wird. Dennoch erscheint er kaum als Thema schulischen Unterrichts (vgl. Ken Robinson: Ted Talk), denn: Gerade aufgrund der immensen Bedeutung des eigenen Körpers besteht die Gefahr, dass ein Arbeiten mit bzw. Darstellen des eigenen Körpers und der „Körpersprache mit Scham verbunden ist und somit kreativen und Lern-Prozessen im Wege steht.
Indem den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, sich „als Hund bzw. „als Katze zu zeigen, können sie in eine Rolle schlüpfen und somit freier agieren, da die Körpersprache und deren emotionaler Ausdruck den jeweiligen Tieren zugesprochen wird.
Ausgangspunkt für den hier dargestellten Unterricht ist demnach die Körpersprache der Kinder und wie diese bezüglich des Themas „Wie Katz und Hund? fotografisch und im zweiten Schritt malerisch umgesetzt werden kann (s.a. schematische Darstellung des Unterrichtsablaufs, Abb. 1 ).
Emotion in Gestik und Mimik zeigen
Ein nonverbaler Einstieg verdeutlicht, dass Kommunikation allein durch Körpersprache möglich ist und Emotionen vermitteln kann.
Als erster Zugang zur körperlichen Darstellung von eigenen Emotionen wird ein spielerischer gewählt: In Kleingruppen stellen sich die Kinder gegenseitig eigene Emotionen vor jeweils als Hund bzw. Katze im Standbild.
Die anderen Kinder der Gruppe überlegen, um welche Emotion es sich jeweils handelt. In dieser Phase kann man auch vorgefertigte Zettel mit Grundemotionen verwenden. Nach Ekmann (2010) bringt der Mensch die sogenannten „Basisemotionen Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung durch entsprechende Mimik und Gestik zum Ausdruck.
Anschließend wird gemeinsam überlegt und schriftlich und/oder als Skizze festgehalten, ob und warum das „Erkennen glückte und somit die Darstellung gelungen war. Dies dient zum einen der konstruktiven Rückmeldung wie Ergeb-nissicherung und bietet darüber hinaus unterschiedliche Möglichkeiten, eine Aufgabe innerhalb der Gruppe zu übernehmen.
Differenzierte Aufgaben
Kinder, die sich die körperliche Darstellung aus welchen Gründen auch immer nicht zutrauen, können die Körperhaltungen skizzieren, bzw. die Ergebnisse der anschließenden Diskussion notieren.
Bei Kindern, die eine stärkere Lenkung bzw. Begleitung in das Thema benötigen, wird ein umgekehrter Weg eingeschlagen: Mittels Atemübung werden Körperhaltungen eingenommen, die dann Einfluss auf das eigene Befinden haben. Hierzu sitzen oder stehen die Kinder im Kreis ggf. mit geschlossenen Augen, um sich konzentrieren zu können und denken sich geleitet in eine Emotion hinein (s. Kasten).
Übungen zur Darstellung von Emotionen

Übungen zur Darstellung von Emotionen
Angst
Stell dir vor: Du bist eine kleine Katze und weißt nicht mehr, wie du nach Hause kommen sollst. Du bist verzweifelt.
  • Atme langsam ein.
  • Atme noch länger aus du bist dann ganz leer (ggf. mit kleinen Seufzer Achtung, kann zur Belustigung führen).
  • Umschlinge deinen Körper mit deinen Armen.
  • Kauere dich zusammen.
  • Wie fühlt sich das an?
Wut
  • Atme laut durch die Nase aus und ein.
  • Deine Atmung wird schneller.
  • Alle Muskeln sind angespannt bis du zitterst.
  • Du pustest dich langsam auf und starrst etwas in deiner Nähe an.
  • Verenge die Augen und ziehe die Augenbrauen zusammen.
  • Du würdest am liebsten dorthin gehen und es zerstören.
  • Du atmest tief aus und noch tiefer ein.
  • Bei drei...

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 423 / 424

Differenzierung – Zum Thema Hund und Katze

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 5-8