Ahmet Camuka I Daniela Colic-Bender I Georg Peez

Umfrage-Doku, Krimi-Trailer und Stop-Motion-Film

Filmschnitt mit dem Smartphone
Filmschnitt mit dem Smartphone , aus dem Unterricht von Ahmet Camuka

Ahmet Camuka I Daniela Colic-Bender I Georg Peez

Start in die Videoarbeit mit Smartphones und Tablets

Die hier vorgestellte Unterrichtsreihe beruht auf einem Phasen- und Planungs-modell, das auf die Besonderheiten des Einsatzes digitaler mobiler Medien eingeht. Auf der Grundlage dieser Konzeption behandelt der Kunstunterricht für die 10. Klassenstufe einer Gesamtschule die Einführung in die Videoarbeit, um daraufhin einen gemeinsamen längeren Film zu erstellen.

Der Inhaltsbereich „Film ist in den Curricula des Faches Kunst fest verankert (Kirschenmann 2014) so auch im Schulcurriculum der Integrierten Gesamtschule Kurt Schumacher in Ingelheim (Rheinland-Pfalz), in welcher der Unterricht durchgeführt wurde, im Wahlpflichtkurs „Angewandte Kunst der Klassenstufe 10.
Ausgangslage
Ausgangslage
Strukturelle Bedingungen
Der Lerngruppe (12 Schülerinnen, 1 Schüler) der Jahrgangsstufe 10 stehen für die achtwöchige Unterrichtsreihe wöchentlich eine Einzelstunde sowie eine Doppelstunde zur Verfügung.
Ausstattung
Sowohl das BYOD-Prinzip (Nutzung privater Geräte) als auch der MDM-Ansatz (Koffer mit je 16 Tablet-Computern: iPad Air 2 mit 16 GB) kommen zum Einsatz (s. Einführung, Kasten „Wie kann ich Mobilgeräte und Apps in meinen Kunstunterricht einbringen?).
Vorwiegend wird mit der App iMovie gearbeitet, die auf den iPads vorinstalliert ist.
Auf mobilen Android-Geräten wird VivaVideo Pro: Video Editor App genutzt, das auch für (Apple) iOS in einer kostenlosen Version existiert.
Diagnose zur Lerngruppe
Die Lernausgangslage sowie die Interessen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler wurden bereits zu Beginn des Schuljahres ermittelt.
In der Mitte des zweiten Schulhalbjahres setzt der Einstieg in die neue Unterrichtsreihe primär eine auf das Filmen und den Umgang mit mobilen Medien bezogene Diagnose voraus, welche zugleich auch das Thema für die Schülerinnen und Schüler transparent macht und Kompetenzerwartungen vorbereitet.
Hierfür arrangieren wir ein Kleingruppen-Setting mit offenen Handlungsspielräumen zu bewusst unterschiedlichen Themenfeldern, um bereits vorhandene Kompetenzen, Wissensanteile sowie Erfahrungs- und Lernbedürfnisse beobachtend zu ermitteln.
Das „Filmen hat an dieser Schule unter Betreuung der Fachlehrerin Ursel Schaffer seit vielen Jahren Tradition.
Vor dem Hintergrund ihrer gegenwärtigen, vom Smartphone geprägten Alltagserfahrungen mit Video sagt allerdings der heutigen Schülerinnen- bzw. Schülergeneration der Umgang mit dem hergebrachten Equipment den (digitalen) Videokameras und dem Videoschnitt an stationären PCs nicht mehr zu: Sie wollen unmittelbarer Ergebnisse erzielen.
Eine Grundannahme der Unterrichtsreihe lautet deshalb, dass mittels Smartphones und Tablets ein schülerorientiertes, unmittelbares, von einem „wahrgenommenen Nutzungskomfort (vgl. Einführung, „Technologie-Akzeptanz-Modell) geprägtes Filmen und Bearbeiten mit einem einzigen handlichen Gerät in der Kleingruppe möglich ist. Bereits in frühen Stadien der Gestaltung können sich die Jugendlichen somit als „Expertinnen bzw. „Experten erleben (Abb. 1 ).
Zugleich dürfen wichtige Fachinhalte und Qualitätsansprüche z.B. Wissen zu Film-Genres, Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven oder Belichtung nicht verloren gehen; sie sind quasi für das neue Medium auch ästhetisch zu adaptieren und zu aktualisieren.
Von hier aus war ursprünglich der Umstieg auf digitale Videokameras und den stationären Videoschnitt an Schul-PCs geplant (Abb. 2 ) (zur Planung des Settings vgl. das Phasenmodell von Andreas Schoppe in K+U 399/400//2016, S. 6ff.). Allerdings stellte sich im Unterrichtsverlauf heraus, dass vor allem der Videoschnitt mit den Tablet-Computern so viel unkomplizierter, intuitiver und zeitsparender ist, dass auch der Film für die Abschlussfeier letztlich komplett mit den Tablets erstellt wurde.
In diesem Beitrag liegt der Schwerpunkt jedoch auf der Einstiegsphase, da hier...

Friedrich+ Kunst

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 415 / 416

Mit Smartphones und Tablets

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-13