Daniela Fromberg & Stefan Roigk

Schülerarbeit (Kl. 6): Plastische Klanginstallation
Schülerarbeit (Kl. 6): Plastische Klanginstallation, aus dem Unterricht von Kerstin Hallmann

Daniela Fromberg & Stefan Roigk/geräusch[musi:k]SPUREN

Eine plastische Klanginstallation

Das hier vorgestellte interdisziplinäre Kunstprojekt widmet sich der klanglichen Erkundung von Dingen des Alltags. Dabei geht es um das Zusammenwirken von Klang als ephemerem und Plastik als statischem Medium.

Zu Klängen als ästhetisch-künstlerisches Material haben die meisten Kinder und Jugendlichen viele alltägliche Berührungspunkte. Die Populärmusik ist zwar in erster Linie durch Rhythmus, Stimme und Performance definiert, doch spätestens seit der Hip-Hop-Ära sind ausgefeilte, körperlich wirkende Sounds integraler Bestandteil des vermittelten Lebensgefühls. Und jeder kennt das Phänomen, dass bei Computerspielen, Animationsfilmen und TV-Serien erst eine durchkomponierte „Atmo für ein glaubwürdiges Erlebnis sorgt.
Auch in der bildenden Kunst wird aktuell der Klang als künstlerisches Material verstärkt und immer selbstverständlicher genutzt. Die Bandbreite reicht hier vom Einspielen unbearbeiteter O-Töne (z.B. von politischen Ereignissen), über räumlich arrangierte elektroakustische Kompositionen bis hin zur intermedialen Verschmelzung von Klang, Raum, Zeit und Form in Klanginstallationen.
Projekt SPUREN
Im Projekt SPUREN soll das Zusammenwirken von Klang und Plastik in einer intermedialen Klanginstallation zum Ausdruck gelangen.
Über das selbstständige Herstellen einer Vielzahl minimalistischer Klanggesten und plastischer Abformungen sowie deren experimentelles Variieren als bausteinartige Gestaltungselemente sammeln die Lernenden Erfahrungen zum Komponieren in Raum und Zeit. Sie begeben sich auf die Suche nach ausdrucksstarken Klängen, die sie aufnehmen und durch unterschiedliche Handhabung akustisch modulieren. Von den dafür benutzten Gegenständen den Geräuschgebern erstellen sie vollplastische oder halbreliefartige Abformungen oder Frottagen, die gemeinsam mit den Klängen als räumliche Komposition arrangiert werden. Ziel ist es, die korrespondierenden Klänge und Abformungen als gleichberechtigte, spurenhafte Artefakte von alltäglichen Gegenständen zu behandeln und diese vielseitigen Annäherungsformen in eine räumliche Situation zu transformieren.
Der Klang alltäglicher Dinge
Zu Beginn steht die experimentelle Erkundung klanglicher Qualitäten von Gegenständen im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler suchen sich zunächst einen einfachen Alltagsgegenstand aus, mit dem sie interessante, überraschende Klänge produzieren können.
Um das Bewusstsein für die Klangqualität von Dingen zu schärfen, können vorweg Einstiegsübungen zur Erkundung von Sounds durchgeführt werden (s. Kasten 1). Mit diesen klanglichen Vorübungen wird die Aufmerksamkeit für unsere alltäglich präsente akustische Umwelt eröffnet.
1|Übungen zur Sound-Erkundung
1|Übungen zur Sound-Erkundung
Aufgabe 1
Ein alltägliches Material, wie z.B. Papier, wird verteilt mit folgenden Fragen:
  • Wie viele verschiedene Geräusche könnt ihr eurem Material entlocken, indem ihr z.B. das Papier umblättert, zerreißt, zerschneidet, knistert, flattert, zerkaut, etwas darauf hin und her schüttelt usw.?
  • Führt euch gegenseitig die unterschiedlichen Geräusche vor.
Aufgabe 2
  • Legt gemeinsam eine Wortsammlung akustischer Verben, die etwas Hörbares beschreiben an z.B. quietschen, rappeln, säuseln, knattern, wippen, hauchen, dröhnen, surren, schnarren, brutzeln, scheppern, bollern usw.
  • Nutzt eure Wortsammlung der akustischen Verben zum Herstellen von Klängen und Sounds! Dafür könnt ihr alle Gegenstände aus dem Klassenraum nutzen. Womit lässt sich quietschen, was klingt dröhnig, wie erzeuge ich ein federndes Geräusch usw.?
Aufgabe 3
  • Erstellt gemeinsam oder allein eine Mind-Map zu erwarteten Klängen in eurer direkten Lebensumgebung.
  • Was könnte man auf dem Schulgelände finden? Was ist morgens (außer dem Wecker) mein erstes hörbares Ding? Was benutze ich täglich? Wie klingt mein Schulweg? Der Bus? Das Fahrrad? Meine...

Friedrich+ Kunst

Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Jetzt ganz einfach mit F+ weiterlesen

  • 30 Tage kostenloser Vollzugriff
  • 5 Downloads gratis enthalten

30 Tage kostenlos testen

Mehr Informationen zu Friedrich+ Kunst

Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 429 / 430

Sound im Kunstunterricht inkl. IM FOKUS: Gender

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 6-8