Stefan Mayer

Skulpturen im Außenraum

Form für Betonguss einer Klarinette
Schülerarbeit (Arbeitsgruppe): Gussform für eine Klarinette: Die aus Ton modellierte Klarinette wird bis zur Hälfte in Sand eingebettet und mit einer isolierenden Lackschicht überzogen. Dann kann das Silikon aufgetragen und der Rest mit Gips aufgefüllt werden. , aus dem Unterricht von Stefan Mayer

Stefan Mayer

Betonguss mit Gipsformen

In dem hier vorgestellten Projekt entwirft eine Schüler-Arbeitsgruppe großformatige Stelen für ein Parkgelände und greift beim Formenbau auf Gips zurück.

Für Projekte im Außenraum bietet sich sich Beton (s. Kasten) als Werkstoff an dank seiner Witterungsbeständigkeit. Bei dessen Verarbeitung kann Gips als Hilfsmaterial eine wichtige Rolle spielen. Beton ist heute auch aus dem Kunstbetrieb nicht mehr wegzudenken. Die Moderne entdeckte dieses Material im frühen 20. Jahrhundert und Künstler wie Picasso oder Miró schufen wegweisende Werke aus Beton.
Beton: Geschichte, Herstellung, Eigenschaften
Beton: Geschichte, Herstellung, Eigenschaften
Die Geschichte des Betons begann mit der Verwendung als Baustoff im alten Rom, wo er zum Beispiel den Guss mächtiger Kuppeln wie der des Pantheon ermöglichte. Mit dem Untergang des Imperiums verschwand das Wissen um die Herstellung von Beton und erst knapp 1800 Jahre später wurde mit der Jahrhunderthalle in Breslau das Pantheon als größte Betonkuppel abgelöst. Das Bauwerk aus dem zweiten Jahrhundert ist bis heute die größte unbewehrte Betonkuppel.
Der große Vorteil von Beton liegt in seiner Witterungsbeständigkeit, die ihn besonders für Arbeiten im Außenraum prädestiniert.
Beton entsteht durch eine Mischung von Zement, Wasser und einem Zuschlagstoff wie Sand, Kies oder Fasern. Zement ist eine bei hohen Temperaturen gebrannte Mischung aus Kalkstein und Ton. Im römischen Beton konnten auch Hühnereier nachgewiesen werden, seine besonderen Eigenschaften verdankte er der Beimengung von Vulkangestein. Der Zement ist im Grunde genommen nur ein Bindemittel, das die verwendeten Zuschlagstoffe zu einem festen Material verbindet. Diese bestimmen Art und die Festigkeit des Betons.
Durch die Zuschlagstoffe wird auch der mögliche Einsatzzweck des fertigen Mörtels definiert. In den hier genannten Beispielen wurden z.B. Fasern verwendet, um eine große Bruchsicherheit der fragilen Bauteile auch ohne Stahlarmierung zu erreichen.
Im Unterschied zum Gips wird Beton fast ausschließlich in Gussformen verwendet, er eignet sich nicht zum Modellieren oder zum Nachbearbeiten mit Schnitzwerkzeugen. Eine Ausnahme bildet weißer Portlandzement, der entsprechend angemischt auftragend verwendet werden kann.
Da Zementstaub sowie flüssiger Beton gesundheitsschädlich sind, müssen beim Verarbeiten entsprechende Schutzkleidung, Feinstaubmasken und Handschuhe getragen werden.
Concrete Canvas ist ein Material, das in Matten verarbeitet werden kann und durch Nassmachen abhärtet.
Betonarbeit in der Schule
Großformatige Skulpturen für eine Parkanlage zu erstellen, lautete die Zielvorgabe für einen Arbeitskreis, an dem elf Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 und 16 Jahren beteiligt waren. Dabei sollte das Motiv des Wegweisers weiterentwickelt und zu mannshohen Stelen uminterpretiert werden.
Als Aufstellungsort war eine Parkanlage vorgesehen, auf der eine Gartenschau geplant war. Für die Skulpturen schien Beton das geeignete Material, für die Herstellung der Stelen wurde Schalungsholz, Silikon und vor allem Gips verwendet.
Im Folgenden werden die wichtigsten Arbeitsschritte an verschiedenen Beispielen aufgezeigt.
Zeichnungen und plastische Skizzen
In der Ideenfindungsphase wurde ausgiebig gezeichnet (Abb. 1a u. b ).
In einem nächsten Schritt wurde mit diversen Materialien und Fundstücken Holzreste, Ton, Plexiglasverschnitt und Pappe an verschiedenen Lösungswegen gearbeitet. Schließlich zeigten sich bereits in den kleinen Modellen wesentliche Eigenschaften der späteren Werke.
Jedes Modell ein anderer Weg
Die Modelle (Abb. 2a u. b ) machten deutlich, dass jedes Team einen anderen Weg bei der Herstellung gehen musste. Technischen Rat und Hilfe bei Planung und Umsetzung fanden die Jugendlichen bei der benachbarten Handwerkskammer. Mit den Ratschlägen des Betonbaumeisters wurden technische Möglichkeiten transparent...

Friedrich+ Kunst

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 421 / 422

Arbeiten mit Gips

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 7-13