Barbara Lutz-Sterzenbach

Ornamentales Wandbild

Ornamente und ihre formalen Verknüpfungen/Übergänge
Ornamente und ihre formalen Verknüpfungen/Übergänge, aus dem Unterricht von Barbara Lutz-Sterzenbach

Barbara Lutz-Sterzenbach

Gemeinsam Muster zu einer großen Zeichnung verdichten

Die folgende Unterrichtsidee knüpft an ästhetische Vorlieben von Jugendlichen mit ihren Interessen für Tattoos und ornamentale, geometrische Muster an. Sie dient als Zugang für eine vertiefte, reflexive und gestaltende Auseinandersetzung mit dem Thema Ornament. Mit einem offenen Arbeits- und Kommunikationsprozess im Gestalten einer großen Wandzeichnung fordert sie die Jugendlichen und kommt zugleich ihrem Bedürfnis nach neuen Ausdrucksformen entgegen.
Tattoos und ornamentale Muster aus aller Welt
Der Einstieg in diese zeichnerische Aufgabe erfolgt über Bilder, z.B. mithilfe von Kopien von Tattoos aus Studios in Irland und Großbritannien (aus der Zeitschrift Tattoo Artists. UK & Ireland Yearbook 2018 –19, s. www.tattoolife.com/tattoo-artists-uk-ireland-yearbook-2018-2019/) sowie weiteren ornamentalen Mustern aus aller Welt (s.Poster , Kopiervorlage „Tattoos ). Die Bilder zeigen geometrische und organische Ornamente als Zeichnungen auf Papier, Pergament etc. oder als Tattoos auf dem Körper aus ganz unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen und Zeiten.
Üben des großformatigen Zeichnens
Ziel der Unterrichtseinheit ist es, eine großformatige, ornamentale Wandzeichnung mit schwarzen Markern für das Schulgebäude zu gestalten. Um das Ziehen von geschwungenen Linien auf einem horizontalen Bildträger zu üben, beginnen wir mit einer Kohlezeichnung auf einem großen Zeichenpapier (DINA2). Als Vorlage für die Zeichenübung dient eine Zeichnung eines geschwungenen Bandes. Die Schülerinnen und Schüler befestigen dafür ihr Zeichenblatt auf einem großen Brett, das auf einer Staffelei steht und fertigen eine Zeichnung der ornamentalen Figur an (Abb. 1 ). Die Ergebnisse werden anschließend ausgelegt und besprochen.
Ornamente sichten und vergleichend analysieren
Viele der Bilder meiner Bildersammlung von Ornamenten, die ich im Kunstraum aufgehängt habe (Abb. 2 ) faszinieren die Jugendlichen mit ihrer klaren, grafischen Reduktion auf geometrische und organische Formen. Die Muster zeigen trotz unterschiedlicher historischer und kultureller Entstehung unvermutete formale Ähnlichkeiten, jedoch auch deutlich unterschiedliche Gestaltungsweisen. Keltische Bildzeichen zeigen im Detail z.B. starke Ähnlichkeiten zu aktuellen Arbeiten aus irisch-britischen Tattoo-Studios.
Zusammen beginnen wir, formale Prinzipien von Ornamenten zu entschlüsseln. Viele Muster beruhen auf einer klaren Symmetrie, entwickeln sich gleichmäßig um die Symmetrieachse in zwei Richtungen oder kreisförmig um einen Mittelpunkt. Andere Muster beruhen auf einfachen geometrischen Formen wie einem Kreis oder einem Rechteck und erhalten ihren Reiz durch Reihung in Kombination mit dem Wechsel von Linie zu Fläche bzw. Hell zu Dunkel.
Praktische Erprobungen
Auf diese theoretische Analyse erfolgt eine Demonstration einer einfachen Ornamentzeichnung an der Tafel, die von den Schülern auf Kopierpapier (DINA4) mit schwarzem Bleistift mitgezeichnet und weitergezeichnet wird.
Das Tutorial zur Konstruktion von Ornamenten übernimmt mein Schüler Chris aus der Oberstufe ein versierter Zeichner. Schritt für Schritt erklärt er, wie sich ein komplexes Ornament entwickeln lässt.
Arbeitsauftrag 1
  • Arbeite mit einfachen, geometrischen Formen und dem Prinzip der Symmetrie. Zeichne zunächst eine Grundlinie, um welche du das Ornament konstruierst. Diese erste Liniensetzung kannst du als Symmetrielinie nutzen.
  • Wenn erste Linien gesetzt sind, dienen diese als Grundstruktur, die du gleichförmig wiederholen oder variieren kannst. Einige Linien kannst du durch eine zweite Linie verbreitern und dunkel absetzen. Dies ergibt den spannungsreichen Wechsel von hellen und dunklen Flächen.
  • Gute Effekte werden erzielt, wenn du um diese gesetzte Form weitere Parallelen ziehst. Dieses System kann unendlich weitergeführt werden, aber auch um eine kontrastierende Form ergänzt...

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst 5-10 Nr. 57 / 2019

Ornament

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 7-9