Susanne Stäudel

GIPS doch gar nicht! Alltag kann Kunst.

Gipsguss herstellen
Demonstration: Gipsguss, aus dem Unterricht von Susanne Stäudel

Susanne Stäudel

Experimentell-erforschende Auseinandersetzung: Lebensmittel und Gips

In diesem Unterrichtsbeispiel tauchen die Schülerinnen und Schüler in einen intuitiv-automatischen Lernprozess ein. In ihrem eigenen Tempo finden sie Zugang zum Material „Gips und loten die Möglichkeiten der Irritation durch Imitation aus.

Mithilfe von Alltagsgegenständen und Lebensmitteln werden sukzessive die Gestaltungsmöglichkeiten „Gießen, „Abformen und „Bearbeiten des vielseitigen Materials Gips erprobbar gemacht. Dabei steht die „Schwarmintelligenz der Lerngruppe mit ihren vielen eigenen Ideen und Lösungsansätzen im Vordergrund. Die Lehrperson tritt als initialer Impulsgeber in den Hintergrund, stellt das Material bereit, bietet Hilfe an, wo gefragt, und regt die Reflexionsfähigkeit der Einzelnen über gezielte Fragestellung an. Am Ende werden die entstandenen täuschend echt aussehenden Objekte fotografisch inszeniert und im Hinblick auf die Möglichkeiten der Irritation/Imitation reflektiert.
Ein Buffet in Kunst?
Die Schülerinnen und Schüler erwartet zur Einführungsstunde ein opulentes Buffet von Joghurts über Pralinen und verzehrbarem Obst bis hin zu Getränken in Tetrapaks und Flaschen, samt Bechern, Tellern und Besteck (s. Kasten).
Zutaten
Zutaten
Für das Buffet
  • Verpacktes: z.B. Getränke in großen und kleinen Tetrapaks, PET-Flaschen, Pralinen, Joghurts, Cornflakes usw.
  • Obst/Gemüse: z.B. Bananen, Ananas, Kohl usw.
  • Plastikbecher verschiedener Größe, -teller, -besteck usw.
  • „Deko: aufblasbare Luftballons, Spitzendeckchen, evtl. auch Schnittblumen usw.
Für das Gipsen
  • min. 10 kg herkömmlicher Baugips
  • Schöpfkelle/Becher zum Dosieren
  • Wassergefäß(e) mit Ausgießer, z.B. Messbecher oder wiederbefüllte Flaschen (Klassensatz)
  • Anrührbehältnisse, z.B. die Plastiksuppenschüsseln vom Buffet (Klassensatz)
  • Rührgeräte, z.B. die Plastiklöffel/-gabeln/-messer (Klassensatz)
  • Zeitungspapier zum Unterlegen (Klassensatz)
  • Einweghandschuhe (können mit Edding beschriftet und nach dem Trocknen noch einmal verwendet werden) (Klassensatz)
  • Schürzen/Kittel (Klassensatz)
  • Speiseöl zum Einpinseln der Formen
  • ein bis zwei Backpinsel samt Gefäß zum Einpinseln
  • diverse leere Becher/Formen/Behältnisse
  • Transportbehältnisse bzw. Trocknungsbehältnisse für die fertigen Arbeiten (z.B. Obstkisten)
  • Besen und Schaufel zum Aufkehren von getrockneten Gipsresten
  • Acrylfarben
  • Kreppband zum Abkleben und Zusammenkleben von Formen
  • Basteldraht zum Stabilisieren
Zum Nach- bzw. Weiterbearbeiten
  • Pinsel
  • Schleifpapier
  • Feilen
  • Zangen
Für das Fotoshooting
  • (Handy-)Kameras
  • Kabel zum Download auf den Rechner (bzw. das Mitbringen der Dateien auf USB-Stick beim nächsten Mal)
  • große, weiße Papierbögen oder Stoffbahnen, die als „Studioleinwand bzw. „Whitebox dienen.
  • Befestigungsmaterial für die Leinwand (Tesakrepp/Seil/Nadeln)
  • evtl. kleine Strahler, je nach Lichtverhältnissen
  • sog. „Props Requisiten , um die Objekte thematisch in Szene zu setzen (von den Schülern mitzubringen)
So beginnt der Unterricht mit erstaunten und ungläubigen Teenagern, die zunächst verhalten, dann zunehmend begeistert, zugreifen und sich sehr wahrscheinlich wundern, was Essen und Trinken eigentlich mit Kunst und dem nächsten Thema zu tun haben.
Ebenfalls bereits vorbereitet an anderer Stelle im Raum befinden sich die Materialien und Werkzeuge zur Gipsbearbeitung. Um die Spannung zu steigern und die Aufmerksamkeit voll auf das Buffet zu lenken, sind diese Materialien zunächst mit einer Plane abgedeckt. Diese wird erst gelüftet, wenn das Buffet schon fast leer gegessen ist und nur noch die Verpackungen übrig sind.
So entstehen Gussformen durch das Leeressen von Verpackungen!
Umdenken gefragt!
Die Überleitung zum Thema Kunst und Gips erfolgt unmittelbar durch das Lüften der Plane und einer knappen Lehrerdemonstration der grundlegenden Arbeitsschritte (s.a. MATERIAL-Teil I) anhand eines soeben geleerten...
Kunst und Unterricht
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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 421 / 422

Arbeiten mit Gips

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 5-10