Almut Konrads | Anke Lohrer

Super Meta Maxi

Schülerarbeit (Jg. 12): Kinetische Skulptur mit Klangelement
Schülerarbeit (Jg. 12): Kinetische Skulptur mit Klangelement, aus dem Unterricht von Anke Lohrer

Almut Konrads | Anke Lohrer

Kinetische Objekte in fächerübergreifenden Experimenten

In der hier vorgestellten Unterrichtsreihe wurden Werke von Jean Tinguely mit skulpturalen Mitteln in Form von eigenen kinetischen Objekten erkundet. In Auseinandersetzung mit den Werken wurden kinetische Potenziale von Plastiken ausgelotet. Eine Erweiterung des Skulpturalen wurde in diesem fächerübergreifenden Kooperationsprojekt auch durch den Bezug zur Musik erreicht.

Die Unterrichtsreihe im Fach Kunst zur Ausstellung Super Meta Maxi von Jean Tinguely entstand aus einer Bildungspartnerschaft zwischen dem Museum Kunstpalast und dem Gymnasium Gerresheim. An dem Projekt beteiligten sich acht Lehrerinnen und Lehrern aus den Fachgruppen Informatik, Chemie, Kunst und Musik.
Arbeiten im Kunstunterricht
Vorbereitend wurden im Kunstunterricht Arbeiten u. a. von Rebecca Horn, George Rickey, Jean Tinguely und von Alexander Calder vorgestellt und besprochen.
Nach einer Einführung in die Kunst der Kinetik und den erweiterten Kunstbegriff sollten die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Antriebskräften wie Motoren, Wasser oder Wind Bewegung in ihre Kunstwerke integrieren. Es sollten ganz eigene Arbeiten und keine bloßen Kopien entstehen.
Schülerarbeiten: kinetische Skulpturen
Für eine kinetische Skulptur nahm ein Schüler der Stufe 12 einen Schulhocker auseinander. Über die mit Metallobjekten beklebte, sich drehende Stuhl-Sitzfläche schrappt ein Draht und erzeugt so ein unmelodisches, metallisches Kratzen. So wurde der Klang als weiteres Gestaltungselement in dieser Arbeit aufgegriffen (Abb. 1 ). Bei einer weiteren Arbeit wurden zwei Ventilatoren zum Antrieb für eine kinetische Skulptur von drei Regenschirmen, welche an einem rotierenden Pfeiler befestigt wurden Kinetik durch Windenergie (Abb. 2 ).
Tizian Holzhaider (Jg. 10) schildert die Arbeit an seiner Skuptur:#L5-SA4 (Abb.3): „Unsere Wahl fiel auf das Modell eines Astromechroboters der Star Wars-Saga, an dessen Kuppel wir uns orientierten []. Fundstücke aus unserem Alltag kamen als Objektiv (Cashewkerndose), Lüfter (Floppy-Discs) und eingeschlagene Trümmerteile (CD-Bruchstücke) zum Einsatz, die wir ansprühten und einsetzten [] Ein Mofa-Reifen, gefunden auf unserem Schulhof, wurde auf eine alte Gugelhupf-Kuchenform meiner Großmutter gesteckt, um eine einfache Drehbewegung zu ermöglichen [] Unsere Arbeit vereint schließlich die Merkmale und Besonderheiten des Künstlers Jean Tinguely und orientiert sich dabei stark am Aufbau der Lifesaver-Brunnenstatue.
Für alle Beteiligten erweiterte sich der Begriff des Skulpturalen hin zu kinetischen Plastiken. Die Auseinandersetzung mit den Originalen in der Sonderausstellung lieferte die Impulse und Motivation für dieses intensive fächerübergreifende Kooperationsprojekt in Verbindung mit zeitbasierten Medien, die in Bezug zur Musik und den Wissenschaften stehen.
Kunst und Musik
Bei der Arbeit im Musikunterricht ging es um die Übertragung kinetischer Kunst in eigene Musik. Bei der Kinetischen Kunst können in der Vertonung zusätzlich zu Aspekten wie Farben und Formen auch Bewegungsrichtung, Bewegungsart und Tempo der Bewegung in Musik übertragen werden. Die Übersicht (s. Kasten ) veranschaulicht mögliche Zuordnungen zwischen kinetischer Kunst und Musik.
Schülerkomposition
Die Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst, welches Kunstwerk sie in Kleingruppen vertonen möchten. Im ersten Schritt untersuchen sie das Werk und entwickeln Ideen, wie sie die Besonderheiten des ausgewählten Werks hörbar machen möchten. Sie erfinden eigene Melodien, entscheiden sich für Instrumente, Tempo, Taktart, Tonart, Rhythmus, Dynamik, Artikulation und eine musikalische Form.
Das Komponieren wird mittels einer entsprechenden Software durchgeführt. Hier liegt ein großer Pool an Instrumenten, Klängen und Geräuschen vor, musikalische Mittel wie Tempo und Lautstärke können ausprobiert und der Kinetik exakt angepasst werden und...

Friedrich+ Kunst

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 447 / 448

Warum ins Museum? inkl. IM FOKUS: Herausforderung Hybridunterricht

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-13