Ahmet Camuka I Georg Peez

Smartphones und Tablets im Einsatz

Exemplarische Kameraperspektiven – Beispiel für Normalperspektive bzw. Augenhöhe
Exemplarische Kameraperspektiven – Beispiel für Normalperspektive bzw. Augenhöhe, aus dem Unterricht von Ahmet Camuka

Ahmet Camuka I Georg Peez

Reflexionen zu mobilen digitalen Medien im Kunstunterricht

Mobile digitale Medien wie Smartphones und Tablet-Computer werden seit wenigen Jahren im Kunstunterricht verstärkt genutzt. Ziel dieses Beitrags ist es, die Chancen und Risiken mobiler, digitaler Medien im kunstdidaktischen Kontext kritisch zu verorten und deren situationsangemessene Einsatzmöglichkeiten zu reflektieren.

Trotz eines an vielen Schulen praktizierten „Handyverbots werden Smartphones immer häufiger im Kunstunterricht verwendet.
Wie kann ich Mobilgeräte und Apps in meinen Kunstunterricht einbringen?
Wie kann ich Mobilgeräte und Apps in meinen Kunstunterricht einbringen?
Szenarien der Implementierung von digitalen mobilen Medien wie Smartphones und Tablets in Bildungseinrichtungen:
  • BYOD-Ansatz Lernende und Lehrende verwenden ihre privaten Geräte. (BYOD: „Bring Your Own Device; dt.: „Bring dein eigenes Gerät mit!) (Hilzensauer 2014)
  • MDM-Ansatz Bildungseinrichtungen oder Schulbezirke besitzen und verleihen vorwiegend Tablets an Klassen oder Schulen. Sie pflegen die Software (Apps), aktualisieren und warten das Betriebssystem teils mithilfe von Drittanbietern und kümmern sich um Datensicherheit. MDM kann kostenpflichtig oder gratis erfolgen. (MDM: „Mobile Device Management; dt.: „Verwaltung mobiler Geräte)
Bildungseinrichtungen können bei manchen Anbietern mittels Volumenlizenzen Rabatte für eine größere Anzahl an gekauften Apps erhalten.
Dies gilt im Regelfall sowohl im Rahmen der BYOD- als auch der MDM-Lösung.
Oft geschieht dies bisher eher mitgängig, beispielsweise indem das Smartphone als Kamera für Fotos und Videos benutzt oder Informationen „gegoogelt werden. Außerdem stehen inzwischen in immer mehr Schulen Tablets zur Verfügung.
Diese Entwicklung aufgreifend, geht es im vorliegenden Heft keinesfalls darum, den Kunstunterricht mit weiteren digitalen Medien zu überfrachten oder gar die ästhetischen Erfahrungsmöglichkeiten Heranwachsender einzuschränken. Denn der Einsatz mobiler digitaler Geräte ist nur dann sinnvoll, wenn er an bisherige kunstpädagogische Absichten anschließt und zu einem „Mehrwert im Rahmen ästhetischer Bildungsprozesse führt.
Potenziale des Einsatzes mobiler Medien
Der Erstkontakt mit einem Computer geschieht heute bei Kindern über den berührungssensitiven Bildschirm eines Smartphones oder Tablets. Dies setzt sich im Alltag fort: Das Smartphone ist für die meisten Jugendlichen ein alltäglicher multifunktionaler Begleiter, der den eigenen subjektiven Bedürfnissen Ausdruck verleiht, z.B. durch die individuelle Sammlung von Musiktiteln, das Fotoalbum mit teils sehr privaten Aufnahmen oder die verbale, schriftliche und bildbezogene Kommunikation.
Zugleich zeigen die jugendkulturellen, auch von sozialen Milieus beeinflussten, Umgangsformen und Kontexte etwa in den Sozialen Netzwerken die Probleme und Gefahren: Foto- und Videomaterial wird unbedacht, spontan und emotional motiviert „geteiltund verbreitet.
Übertragen und „Teilen von Schülerarbeiten
Übertragen und „Teilen von Schülerarbeiten
Der Datenexport und Datenaustausch von bildnerischen Schülerarbeiten etwa zur Ergebnissicherung oder Präsentation vor der Klasse mittels Beamer oder Smartboard birgt Herausforderungen. Die folgenden Möglichkeiten des Datenaustauschs/Filesharings/Datensharings in einer Klasse oder einem Kurs haben sich bewährt.
  • Über eine Lernplattform, die in der Schule ohnehin von den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrenden genutzt wird, z.B. Moodle, können die Schülerarbeiten via App oder Browser in einem bestimmten Ordner gespeichert werden. Problematisch ist, dass häufig die Schülernamen im Dateinamen fehlen und die Arbeiten dann nicht zuzuordnen sind. Das Speichern auf Lernplattformen mittels Forumsbeitrag hat den Vorteil, dass dann die Dateinamen keine Rolle spielen, weil der Forumsbeitrag den Schülernamen beinhaltet (Internet nötig, mobil und...

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 415 / 416

Mit Smartphones und Tablets

Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 1-13