Sara Burkhardt I Ahmet Camuka I Katja Gunkel I Johannes Kirschenmann I Georg Peez I Alexander Tilgner

Smartphones, Tablets und soziale Netzwerke in der Kunst

Sara Burkhardt I Ahmet Camuka I Katja Gunkel I Johannes Kirschenmann I Georg Peez I Alexander Tilgner

Neue technische Entwicklungen stoßen auch bei Künstlerinnen und Künstler auf großes Interesse.
Auf die durch mobile Geräte entstandenen Möglichkeiten von u. a. Bild-, Ton- und Filmproduktionen sowie gestische, kommunikative und performative Handlungsweisen und deren Distribution reagieren Kunstschaffende in unterschiedlicher Weise.
Sie setzen Smartphones und Tablets nicht nur in affirmativ, sondern auch durchaus kritisch und subversiv ein.
In diesem MATERIAL-Teil werden vielfältige Beispiele für die Nutzung der mobilen Devices in der Kunst vorgestellt zur Information und zur Anregung für Schülerinnen und Schüler.
M 1 Nicole Eisenman: Kontakte knüpfen Kontakte verlieren
Das Gemälde von Nicole Eisenman zeichnet sich durch kraftvolle Hell-Dunkel-Kontraste und eine expressive Farbgebung aus. Beides verstärkt die Emotionalität der Darstellung und Stimmung. Auch durch den Blick der Hauptperson aus dem Bild direkt auf den Betrachter spricht es uns unmittelbar an.
Menschen im Café, im Restaurant, in geselliger Runde unter Bäumen sind seit dem Impressionismus ein beliebtes Motiv bei Malerinnen und Malern, die das urbane Leben durchaus auch mit Bezügen zur Natur darstellen wollen.
So lassen sich in vergleichenden Bildbetrachtungen motivische Bezüge zum Impressionismus, etwa Pierre-Auguste Renoir (18411919) (Le Moulin de la Galette), aber vor allem aufgrund der ausdrucksstarken Malerei zum Expressionismus sowie zu Vincent van Gogh (1853 – 1890) (u.a. Nachtcafé) ziehen.
Viele der gemalten Figuren und Gesichter erinnern an Darstellungen von Edvard Munch (1863 – 1944), Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938), Emil Nolde (1867 – 1956) oder an die französischen Fauvisten.
Anregungen
Die Schülerinnen und Schüler werden zu „Bild-Detektiven: Durch die vielen dargestellten Personen und deren Interaktionen lässt sich das Gemälde über die Narration die dargestellten kleinen Szenen und über die gegenständlichen Details wie Feuerzeug, Lichterketten, Kleidung oder Bierflaschen erschließen.
Als Rezeptions- und Interpretationsmethode eignet sich deshalb die „Tatortbeschreibung oder „Indiziensuche in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit: Was ist alles auf dem Bild zu sehen?
Mit dem Hauptmotiv sollte begonnen werden, dann sollten nach und nach alle weiteren Szenen und Figuren in deren Aktionen und Körperhaltungen sowie Kleidung beschrieben werden. Welche Schlüsse lassen sich hieraus insbesondere auf Ash und sein Handy und die mögliche Nachricht ziehen?
Die Geschichten rund um die dargestellten Szenen sollten zudem anhand der bildnerischen Formensprache begründet werden.
M 2 Amy Sillman: Trickfilme mit dem Tablet
Die US-amerikanische Malerin Amy Sillman nutzt eine App, wie z.B. Brushes Redux (Apple iOS) oder SketchBook Express (Android und Apple iOS), mit der sie auf einem Tablet-Computer zeichnen und zugleich die Einzelbilder der Zeichnung aufnehmen kann. Auf diese Weise lässt sich ein Trickfilm, der den eigenen Zeichenprozess festhält, recht leicht erstellen.
Im Internet gibt es Videos von ihr (http://www.amysillman.com/pages/video.php) wie auch von vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern, die auf die gleiche Weise ihren Mal- bzw. Zeichenprozess durch solche Einzelbilder dokumentieren, beispielsweise David Hockney.
Ferner erläutert die Künstlerin ihr Vorgehen, sowohl analog als auch digital zu malen, in Videos.
Anregungen
Die Videos von Amy Sillman eignen sich zur Präsentation und Reflexion mit der Klasse bzw. dem Kurs.
Die Schülerinnen und Schüler können allein oder gemeinschaftlich jeweils eine analoge Malerei oder Zeichnung erstellen und diese zwischendurch mit Stativ in den einzelnen Stadien ihrer Entstehung fotografieren, sodass die Entwicklung des Gemäldes bzw. der Zeichnung nachher in einer Stop-Motion-App zusammengesetzt und als Film gezeigt werden kann....

Friedrich+ Kunst

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 415 / 416

Mit Smartphones und Tablets

Friedrich+ Kennzeichnung Hintergrund Schuljahr 1-13
  • Thema: Methodik + Didaktik
  • Autor/in: Christoph Kehrein, Tobias Kehrein, Angela Warnecke, Georg Peez, Johannes Kirschenmann