Anna-Maria Schirmer | Andreas Schobert

Kunst aus der Schachtel

Schülerarbeit (Q11/Kl. 6): Selbst erfundenes Brettspiel
Schülerarbeiten (Q11/Kl. 6): Selbst erfundenes Brettspiel: Die Spiele der Lernenden zeigen deutlich unterschiedliche Gestaltungsansätze. Kriterien, wie die Prägnanz der Motive und die Auswahl geeigneter Schriftarten, werden berücksichtigt. , aus dem Unterricht von Andreas Schobert

Anna-Maria Schirmer | Andreas Schobert

Möglichkeiten für materialgeleitetes und dreidimensionales Arbeiten

Die pandemiebedingten Maßnahmen verändern die Situation im Kunstunterricht über die Schulschließungen hinaus maßgeblich: Gruppen- oder Partnerarbeit ist untersagt, ebenso der Zugriff auf gemeinsame Materialien oder Werkzeuge. Alle Aufgaben müssen auch für den Hybridunterricht geeignet sein. In diesem Beitrag werden Möglichkeiten vorgestellt, die geeignet sind, um mit den Beschränkungen umgehen zu können. Alle Ideen wurden über den Austausch mittels digitaler Netzwerke entwickelt.

Durch die pandemiebedingten Maßnahmen ist ein Arbeiten mit einem reichhaltigen Material- und Werkzeugangebot kaum möglich. Dem Kunstunterricht fehlt dann sehr viel, denn zweifelsfrei nehmen sinnlich-leibliche Erfahrungen, Handwerk und der Eigensinn des Materials eine zentrale Rolle ein.
Diese Verlusterfahrungen muss man klar benennen und es gilt, im Hybridunterricht Lösungen zu finden. Digital gestützt unterrichten heißt keineswegs, sinnlich-leibliche Prozesse außer Acht zu lassen auch wenn aktuelle Debatten dies oft suggerieren.
Häufig wird der Eindruck vermittelt, alles, was analog passiere, sei per se alt und überholt. Doch die Frage ist vielmehr, welche Handlungs-, Lern- und Kommunikationsformen an welcher Stelle sinnvoll sind.
Die Erfahrungen der letzten Monate zeigten auch vielfach, wie eine sinnvolle Präferenzierung und ein bewegliches Ineinander-Greifen gelingen kann. Es gilt, die Chancen und Möglichkeiten digital gestützter Lern- und Lehrformate, Werkzeuge und Plattformen zu sichten und zu nutzen und gleichzeitig bewährte Verfahren, Arbeitsweisen und Techniken zu bewahren.
Die Zusammenarbeit über digitale Netzwerke erweist sich dabei als sehr hilfreich, denn Menschen und Ideen können auf diese Weise schnell und ortsunabhängig zusammengebracht werden.
Anna-Maria Schirmer
Die Arbeit mit verschiedenartigen Materialien ist im Kunstunterricht von besonderer Bedeutung (s. Kasten 1). Doch Lehrkräfte, die in ihrem Unterricht gern im dreidimensionalen Bereich mit unterschiedlichsten Materialien etwa in der Objektkunst, dem Design oder der Architektur arbeiten, stehen derzeit vor besonderen Herausforderungen:
  • Die Ausgabe von Materialien unterliegt strengen Auflagen.
  • Werkzeuge dürfen nicht gemeinsam verwendet werden.
  • Da alle Aufgaben auch für den Fernunterricht geeignet sein müssen, sollten sämtliche Materialien auch zuhause verfügbar und leicht transportierbar sein.
Doch will man über kleinformatige Zeichenaufgaben hinausgehen, wird es schwierig. Schon beim größeren Format oder dem Einsatz besonderer grafischer Mittel, enden die Möglichkeiten unter den gegebenen Umständen.
Aufgaben gemeinsam entwickeln
Auf eine im Frühjahr verbreitete Aufforderung, Aufgaben zu teilen und gemeinsam zu entwickeln und über eine Website zur Verfügung zu stellen, reagierten einige Kolleginnen und Kollegen sehr rasch. In wenigen Wochen entstand eine Website mit diversen Unterrichtsideen.
Miteinander vernetzt, begannen die Mitwirkenden dann, kollaborativ Aufgaben weiterzuentwickeln. So entstand und entsteht eine Sammlung kleiner Unterrichtseinheiten, die jeweils aus einem PDF mit der Aufgabenstellung, Bildmaterialien und einem Erklärvideo bestehen. Die digital gestützte Zusammenarbeit, bei der Menschen, die sich vorher nicht kannten, gemeinsam an Unterrichtssequenzen arbeiten, erleben wir als Chance des pandemiebedingten Ausnahmezustandes. Einen weiteren Austausch über dieses Projekt wünschen wir uns über das Padlet „K+U Collaboration-Space (https://gymhsw.padlet.org/LZumbansen/d46ir6lnu8sjn2j3).
Um das Problem der Materialeinschränkungen anzugehen, haben wir das Format „Kunst aus der Schachtel (s.Kasten 2) entwickelt. Dieses „Tool ist so angelegt, dass weitere Aufgaben und Materialien einfach ergänzt werden können.
2 Aufgaben: „Kunst aus der Schachtel*
2 Aufgaben: „Kunst aus der Schachtel*
Die Idee:
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Friedrich+ Kunst

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 447 / 448

Warum ins Museum? inkl. IM FOKUS: Herausforderung Hybridunterricht

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-13