Frank Schulz | Steffen Wachter

Barbara Inn – Barbara All Over

Schülerarbeit (Kl. 12): Konzeptzeichnung für den Demonstrationsraum
Schülerarbeit (Kl. 12): Konzeptzeichnung für den Demonstrationsraum, aus dem Unterricht von Frank Schulz/Steffen Wachter

Frank Schulz | Steffen Wachter

Leistungskurs Klasse 12

Als Abschluss des Barbara-Projekts wurde mit den vielen Einzelarbeiten, Bildern, Texten, Objekten und eigenen bildnerischen Gestaltungen der Demonstrationsraum „Barbara Inn gestaltet.

Diese Aufgabe lag vor allem in der Hand des Leistungskurses der Klasse 12. Es kam darauf an, den Raum in verschiedene Zonen zu gliedern, die den produktiven, rezeptiven und reflexiven Aktivitäten entsprechen (Abb. 1 ).
Raumaufteilung
Für die Präsentationen wurden direkt die Wände genutzt, auf Bilderrahmen wurde verzichtet, um nicht von vornherein einen reinen Ausstellungscharakter zu erzeugen.
Für Objekte standen verschiedene Sockel zur Verfügung. Es war verlockend, sie zu verwenden was freilich den Ausstellungscharakter wieder betonte. Vielleicht hätte man lieber einfache Tische verwenden können. Auch die Fenster konnten einbezogen werden. Zudem wurden audiovisuelle Medien verwendet.
Barbara als Deko-Kitsch
Empfangen wird der Besucher von der Figur einer Heiligen Barbara, die sich als gefälliger Deko-Artikel entpuppt und entsprechend ausgewiesen ist. Dieses Massenprodukt befindet sich im wahrsten wie im übertragenen Sinne auf dem Sockel einzigartiger, unverwechselbarer Gestaltungen. Der Sockel ist rundherum beklebt mit Reproduktionen von Barbara-Plastiken und -Skulpturen aus verschiedenen Kunstepochen (Abb. 2a u. b ).
Wiederholt sollte deutlich gemacht werden, wie aus künstlerischen Originalen reine Deko-Artikel werden können etwa im Falle einer Malerei aus der Cranach-Werkstatt, bei der die Reproduktion des Originals, das eigentlich auf Holz gemalt ist, auf Leinwand gedruckt und diese um den Keilrahmen gewickelt wird.
Neben dem Barbara-Atlas, den bildnerisch-praktischen Arbeitsergebnissen der beteiligten Schülerinnen und Schüler, den Recherchen zu Bräuchen rund um die Heilige Barbara und Vermarktungsstrategien wurde eine Reihe von Fundstücken aufgenommen bis hin zu Objekten, die wie Fan-Artikel von Pop-Ikonen funktionieren.
Barbara heute
Ein Teil der Präsentation setzt sich mit den heutigen Barbaras auseinander. Den Auftakt bildet das folgende Zitat von Johann Wolfgang Goethe ([1814] 2012): „[] dieser Trieb, sein Kind durch einen wohlklingenden Namen, wenn er auch sonst nichts weiter hinter sich hätte, zu adeln, ist löblich, und diese Verknüpfung einer eingebildeten Welt mit der wirklichen verbreitet sogar über das ganze Leben der Person einen anmutigen Schimmer. (S. 498)
So vermuteten die Schülerinnen und Schüler, dass Eltern, die ihre Tochter Barbara (Barbra, Babette, Bärbel, Barba, Bärbi, Barbla, Baba, Babe, Babsi, Barbie, Babina usw.) nennen, sich bei ihr Eigenschaften der Heiligen Barbara wünschen.
Als heutige Barbara identifizierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 Barbara Millicent Roberts (geb. am 9. März 1959): Barbie, die nach einer Comic-Figur aus der BILD-Zeitung entwickelte Puppe der US-amerikanischen Firma Mattel. Sie verbanden dies mit einer kritischen Reflexion von Rollenbildern. Die Schülerinnen trennten sich von ihrer „Kindheitsbegleiterin und stellten sie für den Demonstrationsraum zur Verfügung. Kritische Tex-te zu den mit Barbie verbundenen Rollenklischees begleiteten diesen Ausstellungsteil.
Vielfältige Fundstücke
Weitere Beispiele für „Barbara All Over bilden zufällige Fundstücke zu diesem Thema, beispielsweise eine Ausgabe des Magazins Barbara (Untertitel: „Kein normales Frauenmagazin), eine Pappfigur von Barbara Streisand daneben ist der Song „Barbra Streisand von Duck Sauce zu hören.
Zu den besonderen Fundstücken zählt auch das virale Youtube-Video Rhabarberbarbara Eine Quatschgeschichte, das über Beamer im Demonstrationsraum zu sehen und zu hören ist (Abb. 3 ).
Eine besondere Entdeckung einer Schülerin der Klasse 11 waren Aktivitäten der Street-Art-Künstlerin Barbara (Abb. 4 ).

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aus: Kunst und Unterricht Nr. 445 / 446

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