Prinzip Transkulturalität

Prinzip Transkulturalität

Kunst und Unterricht | Ausgabe Nr. 425/426 2018

Transkulturalität meint die Dynamik des Grenzüberschreitens und Vermischens quer durch bestehende Ordnungsraster von Kulturen und Identitäten hindurch. Hierdurch können Gestaltungsfreiräume entstehen sowie alte und neue Zugehörigkeiten problematisiert werden. Mündige Teilhabe an der Migrationsgesellschaft setzt voraus, die transkulturellen Phänomene in Kunst und Alltagskultur achtsam wahrzunehmen, kenntnisreich zu reflektieren und variantenreich zu gestalten. Mit diesem Ansatz ist eine Querschnittsaufgabe benannt, die nicht nur kunstpädagogisch bedeutsam ist, sondern auch eine soziale wie politische Perspektive eröffnet. Anhand von Unterrichtsbeispielen aus unterschiedlichen Schulstufen werden interessante Möglichkeiten des Zugangs aufgezeigt. Zwei MATERIAL-Teile mit editierbaren Arbeitsblättern stellen historische wie aktuelle Kunstbeispiele vor.

Inhaltsverzeichnis
Foto: A. Schnurr
Straßenszene in Friedberg/Hessen: Zum Goldenen Engel – Orient de Lüx
Zum Prinzip Transkulturalität in der Kunstpädagogik Wandlungen gestalten lernen
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Methode & Didaktik Schuljahr

Kunstpädagogik findet vor einem kulturellen Hintergrund statt, der tiefgreifend von Migration, von Phänomenen der Globalisierung, der Grenzüberschreitungen von Kulturen und deren Bildern gekennzeichnet ist. Es begegnen sich nicht nur verschiedene Kulturen – Kultur an sich ist im Wandel begriffen. Für kunstpädagogisches Handeln eröffnen sich Konsequenzen und Chancen, wenn der Kulturbegriff mit dem Präfix „trans“ erweitert wird.

aus dem Unterricht von Astrid Päßler
Schülerarbeiten (Kl. 6): Malerische Übertragungen der fotografischen Selbstinszenierungen auf Leinwand
Selbstinszenierungen als Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt Selfies fürs Museum
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 5-7

Das hier vorgestellte Unterrichtsvorhaben in einer Gesamtschulklasse lässt sich als die Basis eines spiralcurricularen Lernprozesses begreifen. Hier soll zunächst eine Subjektivierung des Kulturerlebens stattfinden – mit reflektierenden Erprobungen von Gestaltungs- und Veränderungsmöglichkeiten der eigenen Identität. Darauf können spätere transkulturelle Prozesse aufbauen.

aus dem Unterricht von Dörthe Gerhardt
Schülerarbeit (Kl. 9): Daumenkino mit Fotos einer Nischenperformance
Ästhetische Forschungen und transkulturelle Erkundungen im Lebensraum Ein Raum – ZwischenRaum – dEin Raum
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-10

Dieses Unterrichtsprojekt bringt das Prinzip des Transkulturellen und die kunstpädagogische Beschäftigung mit Räumen zusammen. Von eigenen Fragen angetrieben, erforschen die Schülerinnen und Schüler ihre Schul- und Lebensräume und reflektieren mit ästhetischen Mitteln Vielfalt und Begrenzungen in kulturellen Räumen. Die vielfältigen Wege führen schließlich zu ästhetisch verdichteten Bildern und Inszenierungen.

aus dem Unterricht von Gudrun Joedicke
Schülerarbeit (Kl. 9): Fotomosaik
Fundstücke der eigenen Identität als Fotomosaik im transkulturellen Fokus Ich bin Viel(es)
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-10

Transkulturalität im Bereich der eigenen Person zu erfahren, ist eine wichtige Aufgabe der Kunstpädagogik. Vielfältige Prägungen, die aus verschiedensten Regionen, Kulturen, Zeiten und Medien stammen, führen zu heterogenen Alltagspraktiken. Dies in der eigenen Person wahrzunehmen und zu gestalten, kann subjektbildende Grunderfahrungen anbahnen.

aus dem Unterricht von Katharina Schreiber
Schülerarbeit (Kl. 11): Frau in Burka mit Glasscherbe
Transkultureller Blick auf historische und aktuelle Geschlechterbilder Geschlechterkrieg – Geschlechterfrieden
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11-13

Eine Unterrichtsreihe im Kunstunterricht der Oberstufe hat sich dem komplexen Feld von Rollenzuschreibungen zwischen Kultur und Gender kritisch zugewandt. Dabei haben sich die Schülerinnen und Schüler kunsthistorisch und bildnerischpraktisch mit den Möglichkeiten von Öffnungen dieser Zuschreibungen auseinandergesetzt.

aus dem Unterricht von Jörg Grütjen
Schülerarbeit (Kl. 13): Moschee mit Fußballkuppel
Aneignung, Vermischung und Hybridbildung in der zeitgenössischen Kunst Projekt Transkulturalität
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11-13

Transkulturell geprägte Bilder sind komplex, da sich in ihren Erscheinungsformen verschiedene Zeiten, Räume, Lebensweisen und Werte verbinden. Um diese zu erschließen, prägte im hier vorgestellten Unterrichtsbeispiel die theoretische Beschäftigung mit Kulturbegriffen, Rezeptions- und Gestaltungsarbeit den Kunstunterricht in der Oberstufe einer Gesamtschule.

aus einem Projekt von Julia Hagenberg
Arbeit eines Berufsschülers: Universale Werte
Internationale Klassen in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Den Kanon verhandeln
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Projekt Schuljahr 10-13

Das Bewusstsein für Transkulturalität und koloniale Machtstrukturen fordert eine kritische Neubesinnung darüber, wie die Sammlungsbestände des 20. Jahrhunderts in einem Museum gezeigt und vermittelt werden können. Das Projekt museum global öffnet sich für eine umfassende Revision der eigenen Institution und seiner Vermittlungspraxis zwischen Museum und Schule.

Foto: Manfred Richter / pixabay
Künstlerische Straßenlaterne
Objekte mit transkulturellen Biografien im Kunstunterricht MATERIAL: Künste zwischen Europa und dem Nahen Osten
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Fachwissen Schuljahr

An drei exemplarischen Beispielen will dieser MATERIAL-Teil Möglichkeiten aufzeigen, wie Künste aus dem Nahen Osten im Kunstunterricht dazu beitragen können, Vorstellungen einer „islamischen Kultur“ zu hinterfragen. Es werden kulturelle Identitäten und Gestaltungsmöglichkeiten, die zwischen Kulturen entstehen, vorgestellt.

Foto: Rubén M. i Santos / Pixabay
Arichtekturelement
Ein aktueller Ausstellungstrend Kunst und Virtual Reality
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Hintergrund Schuljahr

Ausstellungen über Virtual Reality und Kunst haben derzeit Konjunktur. Es scheint an der Zeit zu sein, die Technologie als vollständig in den Kunstkanon eingebettet zu betrachten. Wie aber steht es um die künstlerische Qualität und Relevanz dieser Kunst - und um ihr Potenzial, die Technologie nicht nur formal, sondern intellektuell zu durchdringen und sich künstlerisch zu eigen zu machen?

aus dem Unterricht von Michael Heß
Schülerarbeit: Strukturbild mit zentraler Ausrichtung
Eine neue Reihe in KUNST + UNTERRICHT #Diversität
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "Kunst und Unterricht" Hintergrund Schuljahr

Mit der Reihe #Diversität werden – ausgehend von bildnerischen Prozessen Einzelner – individuelle Lernwege skizziert, um den Unterricht mit heterogenen Lerngruppen vom Schüler aus zu denken. Dazu werden Entwicklungsverläufe dargestellt und pädagogisch reflektiert. Damit möchte KUNST+UNTERRICHT einen ersten Schritt auf dem schwierigen Weg einer fachdidaktischen Annäherung an das komplexe Ziel der Diversität und Inklusion gehen.