Robert Rist

Like a superhero

Schülerarbeit des Superhelden-Covers
Schülerarbeit des Superhelden-Covers, © Robert Rist

Robert Rist

Gestaltung eines Superhelden-Covers

In Zeiten populärer Comic-Verfilmungen sind die Superheldinnen und -helden cineastisch und medial omnipräsent doch am Anfang war der Comic. Die narrative Bildgestaltung ist somit ein guter Ausgangspunkt für Schülerinnen und Schüler, um selbst heroische Figuren zu ersinnen und in Form eines Comic-Covers in Szene zu setzen.
Beispiele von Comic-Covern dienen als einleitendes Element (s. Abb.1 und Karteikarte 2 ). Daran soll die Klasse die wesentlichen Bestandteile eines solchen Covers erarbeiten und die Inszenierung der Heldenfiguren genauer analysieren, um sich die entsprechenden Strategien für die Entwicklung eigener Figuren und den dazu passenden Comic-Covern zu nutze machen zu können.
Lebensweltliche Bezüge
Die meisten Menschen haben schon in einem gewissen Umfang Erfahrungen mit Comics und/oder den darin enthaltenen Figuren gemacht. Einige sind Fans oder regelrechte Spezialisten, andere haben mit dem Medium wenig oder kaum Kontakt. Im Gespräch werden eigene Erfahrungswerte und Bezüge der Lernenden zu Comics kommuniziert. Dabei zeigt sich, welche Cover-Beispiele bereits inhaltlich vertraut und welche noch unbekannt sind. Einige Jugendliche stellen sich auch als Comic-Experten dar. TIPP: Als Hausaufgabe können die Schüler beauftragt werden, ihren Lieblingscomic mitzubringen. Der eigene Bezug zur Thematik ermöglicht schließlich einen besseren Zugang und kann als Inspirationsquelle für die praktische Arbeit dienen.
Klärung der Superheldenfigur
Gemeinsam die verschiedenen Typen der Heldenfiguren zu klären, ist für die Jugendlichen wichtig, um die eigenen Entwürfe besser charakterisieren zu können. Neben augenscheinlichen Variationen, wie männlichen und weiblichen Figuren und verschiedenen Altersstufen vom Kind bis zum Senior, sind auch andere Aspekte relevant. So gibt es, wie bei normalen Menschen auch, unterschiedliche Charaktere. Einige sind besonders tugendhaft und selbstlos, während andere auch mit ihren Schattenseiten und inneren Konflikten zu kämpfen haben oder gar böse sind. Dies zeigt sich besonders beim Anti-Helden, der eher passiv oder negativ ist und lediglich notgedrungen das Richtige tut quasi unfreiwillig zum Helden wird (z.B. Batman). Gerade in aktuelleren Comics werden diese ambivalenten Figuren stärker in den Fokus gerückt. Auch unterschiedliche Entstehungsgeschichten (z.B. Unfall oder wissenschaftliche Experimente) und verschiedene kulturelle, historische und mythologische Kontexte ihrer Herkunft (z.B. Göttergestalten wie Thor) prägen eine Superheldenfigur. Wichtig ist hierbei zu erarbeiten, woran diese Eigenheiten visuell ablesbar sind, also wie sie dem Betrachter kommuniziert werden. HINWEIS: Bei der Klärung der Heldenfiguren sollten auch eventuelle Rollenklischees und ähnliche Aspekte im Plenumsdiskurs thematisiert werden.
Gestaltungsanalyse
Die wesentlichen Elemente und deren Komposition werden gemeinsam im Gespräch erarbeitet. Dies kann im Lehrer-Schüler-Gespräch, aber auch in Partner- oder Gruppenarbeit geklärt werden. Die Charakteristika eines Comic-Covers beinhalten die zentrale Darstellung der Heldenfigur in passender Handlung bzw. Pose. Dies kann in Form von pathetischen Körperhaltungen oder in zielführenden Aktivitäten der Helden beim Kampf gegen das Böse oder der Rettung Unschuldiger erfolgen. Ferner ist eine geeignete Umgebung (z.B. Skyline einer Großstadt) zu berücksichtigen, welche im Hintergrund gezeigt wird. Diese gibt Aufschluss über den Handlungskontext. Als Rahmung der zentralen Bildkomponente fungieren diverse bewusst gestaltete Schriftelemente. Zu diesen gehören ein prägnanter Titel mit Logo, der den Namen der Figur wiedergibt, sowie ergänzende Heftinformationen wie Verlag, Preis und Auflage. An diesen Bestandteilen lernt die Klasse den Mehrwert einer bewusst gestalteten und somit zielführenden visuellen Kommunikation.
Figurenentwicklung
Wesentliches Grundelement der Thematik ist...

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst 5-10 Nr. 61 / 2020

Heldenfiguren

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (2-10 Std.) Schuljahr 6-8