Janina Garcia Gestal

Heimat bewegt!

Schülerarbeit (Jg. 11): Fotografie zum Begriff „heimisch“
Schülerarbeit (Jg. 11): Fotografie zum Begriff „heimisch“, aus dem Unterricht von Janina Garcia Gestal

Janina Garcia Gestal

Vom fotografischen Bewegungsimpuls zum Tanztheater

Ziel der hier vorgestellten Projektarbeit war es, die kreative Gestaltungs- und Ausdrucksfähigkeit durch individuelle fotografische Zugänge zum Thema „Heimat zu fördern. Diese Fotos sollten den Schülerinnen als Bewegungsimpuls dienen.

Das Unterrichtsvorhaben wurde in einem Profilkurs Sport mit dem Themenschwerpunkt „Gestalten, Tanzen, Darstellen mit Schülerinnen einer 11. Jahrgangsstufe am Gymnasium Harsewinkel durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden die Schülerinnen dazu befähigt, einen künstlerischen Arbeitsprozess hier die Gestaltung einer Tanztheaterchoreografie auf der Grundlage von Fotos von der Themeneingrenzung bis hin zur Umsetzung unter Berücksichtigung von tanztheaterspezifischen Elementen zu konzipieren und zu präsentieren.
Fotografischer Inspirationspool als Bewegungsanreiz
Die tänzerische Erarbeitung der Kleingruppenchoreografien erforderte von den Schülerinnen ein hohes Maß an Kreativität. Sie sollten darin bestärkt werden, sich nicht an normierten tänzerischen Formen zu orientieren, sondern an Bewegungen, mit denen sie sich selbst und die genannte Thematik ausdrücken und visualisieren können.
Einstieg
Als Einstieg in die Unterrichtssequenz wurden auf dem Hallenboden Ikons zu vier tanztheaterspezifischen Grundelementen ausgelegt (vgl. Neuber 2000, S. 112):
  • Pantomime
  • Objektentfremdung
  • Contact-Improvisation
  • Spiel mit der Zeit
Darum gruppierte Fotos, die die Schülerinnen in einem Galeriegang zu erkunden hatten, sollten als Beispiele für diese Grundelemente fungieren und zugleich Bewegungsanreize schaffen (Abb. 1 ).
Die inhaltliche Abfolge des Unterrichtsvorhabens orientierte sich dementsprechend an der sukzessiven Thematisierung dieser Elemente im Kontext eines Spannungsbogens.
Tänzerische Umsetzung des Themas Heimat
Als weiterführender Orientierungsrahmen diente eine unterrichtliche Erstbegegnung mit dem Thema Heimat. Assoziative Mind-Maps, die alle Schülerinnen in ihren Gruppen anzufertigen hatten, bildeten eine Grundlage für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Mindmaps dienten dabei als Strukturgerüst und Reflexionsinstrument für die selbstdefinierte Dramaturgie des Tanztheaterprojektes (Abb. 2 ).
In diesem Zusammenhang sollten die Jugendlichen sich überlegen, welche Motive das Gefühl von Heimat in ihnen auslösen. In einer gemeinsamen Diskussion einigten sich die Schülerinnen darüber, dass „sich heimisch fühlen ein Empfinden der Vertrautheit und Verbundenheit meint. Nun wurden im Plenum geeignete Bildmotive besprochen, die sich gut als Impulse für ein Tanztheater eignen: Diese sollten eine symbolische Aussagekraft haben, um ergiebig und frei genug für Bewegungen zu sein.
Hausaufgabe: „Heimat-Fotos
Daraufhin bekamen die Schülerinnen die Hausaufgabe, ein Foto mit einem Bildmotiv, das sie mit dem Thema „Heimat verbinden, mit ihrem Smartphone zu schießen.
Das begriffliche Gegenteil von „sich heimisch fühlen ist „sich unheimisch fühlen, aus dem auch das Wort „unheimlich abgeleitet ist. Die Schülerinnen sollten sich daher auch überlegen, was für sie persönlich dieses Unbehagen erzeugt und ein weiteres Bild mit ihrem Smartphone anfertigen, das für sie das Gegenteil von Vertrautheit und Verbundenheit zum Ausdruck bringt (vgl. Zentrales Unterrichtsbeispiel).
Kontrastierende Bildmotive
Der Kontrast zwischen der Thematik von Vertrautheit und Unbehagen markierte einen idealen Ausgangspunkt für die Entwicklung und Planung eines Tanztheaterstücks, das eine rahmengebende Begrenzung für kreative Handlung benötigt (vgl. Neuber 2000, S. 60). Die Schülerinnen konnten mithilfe von thematischen Kontrasten und Bildmotiven leichter eine Dramaturgie skizzieren, da diese als eventuelle Anfangs-, Höhe- oder Endpunkte einsetzbar waren.
Thematische Verdichtung Heimatfotos als Bewegungsimpuls
Auf der Basis der Vorbereitungsphase fanden sich die Schülerinnen in...

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 431 / 432

Jugend Fotografie Heimat

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-13