Alexandra Socher

Schattenhände und Felsmalereien

Alexandra Socher

Sprechende Zeichnungen entdecken und gestalten

Australien (auch Down Under genannt), der Kontinent auf der anderen Seite der Erde, begeistert Kinder und Jugendliche mit seinen Naturwundern und der besonderer Kulturgeschichte der Ureinwohner (Aborigines). Dabei ist das Thema für Schülerinnen und Schüler, die gegenwärtig in einer durch Diversität geprägten Umgebung leben, besonders reizvoll. Um mit eigener und fremder kultureller Vielfalt umgehen zu können, ist die Förderung entsprechender Kompetenzen von großer Bedeutung. Das Kennenlernen von Werken anderer Kulturen schlägt eine Brücke und erweitert den Erfahrungsraum unserer eigenen Kultur.
Australien Landes- und Kulturkunde
Zunächst erarbeiten die Schüler eigenständig in Kleingruppen mithilfe von Bild- und Textbeispielen die Landes- und Kulturgeschichte Australiens, wobei der Fokus auf den Urbewohnern, den Aborigines, liegen sollte (s. WISSEN I). Dazu erstellen sie Lernplakate und Kurzvorträge. Der Austausch im Plenum eröffnet für alle Gruppen die Gemeinsamkeiten, Hintergründe und Unterschiede der einzelnen künstlerischen Techniken der Aborigines. Die Lehrkraft ergänzt abschließend das erarbeitete Wissen mit einem Lehrervortrag über Australien und die Aborigines. In den folgenden Stunden bieten sich kurze praktische Einheiten zu den künstlerischen Arbeitsweisen (s. WISSEN II) an. Die Schülerinnen und Schüler erproben so für sie neue künstlerische Verfahren und setzen sich mit ungewohnten Darstellungsweisen auseinander.
WISSEN I: Leben und Kultur der Aborigines
WISSEN I: Leben und Kultur der Aborigines
Die Urbevölkerung Australiens kam vor gut 50.000 Jahren über die damals noch vorhandene Landbrücke nach Australien. Sie lebten in verschiedenen Stammesverbänden mit einer jeweils anderen Sprache, die sich zwischen jahreszeitlich günstigen Lagerplätzen bewegten. Sie kannten keinen Privatbesitz, führten nur die notwendigsten Waffen und Werkzeuge mit sich, bestellten kein Land und errichteten keine festen Unterkünfte.
Die einzigartige Kultur der Aborigines ist begründet in der Traumzeit. Die Ahnen der Traumzeit schufen Gebirge, Flüsse, Wasserlöcher, Pflanzen und Tiere. Darin hinterließen sie ihren Geist, der auch heute noch dort weiterlebt. Diese Geschichten der Traumzeit werden von Generation zu Generation durch Sprache, Gesang, Kunst und Tanz weitergegeben.
Nach der Entdeckung Australiens durch James Cook im Jahre 1770 und dem Eintreffen europäischer Siedler begann ein trauriges Kapitel in der langen Geschichte der Aborigines. Sie wurden verjagt, fielen europäischen Krankheiten zum Opfer oder kamen bei Kämpfen ums Leben.
Erst im Jahre 1960 wurden den Ureinwohnern Bürgerrechte zuerkannt, doch noch heute haben sie Schwierigkeiten, sich an die neue Lebensweise zu gewöhnen und kämpfen weiter für Gleichberechtigung und Anerkennung ihrer Traditionen.
Heute spielen Armut, Alkoholismus, Drogen und Gewalt eine große Rolle im Leben vieler Aborigines. Anthropologen deuten dies als Folge der Kolonialisierung und kulturellen Entwurzelung. Sie leben in Städten und dort teils in Slums unter schlimmen Bedingungen oder in selbst verwalteten Reservaten.
Seit der „Sorry-Rede von 2008 des australischen Premierministers Rudd, in der sich die Regierung erstmals bei den Aborigines für das Leid entschuldigte, das ihnen zugefügt wurde, sehen Beobachter eine leichte Verbesserung der Lage der Aborigines. Ihr Selbstbewusstsein und Selbstverständnis ist seitdem gestiegen und ihre kulturelle Lage wird ernster genommen.
Begegnung mit den Felsmalereien der Aborigines
Nach der Begrüßung starte ich in der folgenden Doppelstunde mit einer Blitzrunde (s. METHODEN) zur Wiederholung der Bildmerkmale in der Kunst der Aborigines mit Fokus auf den Gestaltungsmerkmalen und Hintergründen der Felsmalereien (s. WISSEN II).
METHODEN: Blitzrunde/Blitzlicht





METHODEN: Blitzrunde/Blitzlicht
Das Blitzlicht/die Blitzrunde ist eine Methode des Feedbacks, die...
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Fakten zum Artikel
aus: Kunst 5-10 Nr. 56 / 2019

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