Melanie Appelt | Ulrike Determann | Fritz Seydel

Hund und Katze als Motiv in der bildenden Kunst

Melanie Appelt | Ulrike Determann | Fritz Seydel

Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier wird in unzähligen Werken der Kunstgeschichte dargestellt sowohl in der historischen, als auch in der aktuellen Kunst. In diesem MATERIAL-Teil zeigen wir Bildbeispiele und geben Hinweise zu den unterschiedlichen Funktionen der Darstellung von Katzen und Hunden in diesen Bil-dern.

Wie sich das Verhältnis des Menschen zu Katzen und Hunden im Laufe der Geschichte verändert hat, so ist auch das Bildmotiv im Wandel zu beschreiben.
Zunächst findet sich das domestizierte Tier als Nutztier dargestellt, als Wach- und Jagdhund oder eben als Mäusejäger. Seine ursprünglichen, zunächst noch ungezähmten, Kräfte und Verhaltensweisen werden in mythologischer Deutung aufgegriffen. In symbolischer Darstellung werden ihre Eigenschaften als menschlicher Begleiter dargestellt, bzw. menschliche Eigenschaften bildhaft auf die Tiere übertragen.
Mit der Neuzeit wächst das Interesse an der tatsächlichen Erscheinung der Tiere eben auch von Katzen und Hunden im Bild. Unverändert werden sie in repräsentativer Bedeutung ins Bild gesetzt. Das autonome Tierporträt verbreitet sich, von Einzelfällen abgesehen, erst mit dem 18. Jahrhundert als eigenes Sujet. Auf unterschiedliche Weise werden Hund und Katze in der Moderne in ihrer Eigenständigkeit dargestellt.
Die Auseinandersetzung mit dem Bildmotiv in der aktuellen Kunst verweist auf die sich verändernde Haltung des Menschen gegenüber dem Tier, bezieht sich heute auf den „animal turn.
So lassen sich in der Untersuchung des Bildmotivs „Katze und „Hund diverse Funktionen aufzeigen. Vermieden werden sollte allerdings, diese schematisch bestimmten Epochen der Kunstgeschichte zuzuschreiben. Sie sind auch auf das einzelne Werk hin häufig nicht isoliert auszumachen, sondern vermengen sich miteinander. Parallelen hinsichtlich der Funktionszuschreibungen lassen sich für die Darstellung von Katzen und Hunden in Literatur und Film aufzeigen, wie für den Einsatz von Hunde- und Katzenmotiven in der Alltagskultur, z.B. in Werbung und Unterhaltung, als Comic- oder Spielfigur.
Die Materialien M1, M5, M8 und M9 können bereits ab Klasse 5 eingesetzt werden. Ab Klasse 7 sind diese mit weitergehenden Fragestellungen geeignet hinzu kommen M2 bis M4, sowie M6 und M7. Im Anforderungsniveau der Aufgabenstellung angepasst, eignen sich alle Materialien auch für den Einsatz ab Klasse 9/10.
M 1: Mythologie
In der Bildwelt der frühen Hochkulturen Anatoliens, Mesopotamiens oder Ägyptens begegnen wir Darstellungen von Katzen und Hunden v.a. in mythologischer oder religiöser Bedeutung. Der Hund z.B. wird als Attributtier der Heilgöttin Gula im alten Orient verehrt, in der altägyptischen Glaubenswelt nimmt die Fruchtbarkeitsgöttin Bastet die Gestalt einer Katze an und Anubis, der Schutzgott des Militärs und Weges in den Tod, taucht in Hundegestalt auf. Katzen werden im Aberglauben des mittelalterlichen Christentums als Teufelsgestalt gezeigt. Wie die Hunde fehlen sie nicht in den schauerlichen Bestiarien dieser Zeit.
Anregungen
  • Recherche nach Tierbildern in der Götterwelt von Religionen früher Gesellschaften und der Antike.
  • Recherche nach Tiermotiven in den großen Religionen der Gegenwart.
  • Untersuchen der vermeintlichen Eigenschaften des jeweils dargestellten Tieres, die auf die mythische Gestalt übertragen werden.
M2: Repräsentation
Durch die gesamte Kunstgeschichte ziehen sich Hundedarstellungen in Jagdszenen: vom assyrischen Relief oder dem Mosaik der hellenistischen und römischen Kunst über die Darstellungen von Jagdszenen in mittelalterlichen Stundenbüchern bis hin zu ihrem Höhepunkt als eigenes Genre im 18. Jahrhundert. Bis ins 20. Jahrhundert bleibt der Jagdhund in der Meute ein beliebtes Bildmotiv. Und bis heute bezieht sich die wohl ausschließlich männliche Sammelleidenschaft für Jagdszenen v.a. auf die repräsentative Funktion dieser Darstellungen. Entsprechend groß ist...

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 423 / 424

Differenzierung – Zum Thema Hund und Katze

Friedrich+ Kennzeichnung Fachwissen Schuljahr 5-13