Melanie Appelt

„Die Kunst ist auf den Hund gekommen und sowieso für die Katz“

Schülerarbeit (Kl. 10): Digitale Bildbearbeitung - Ein Selbstporträt wird mit dem Foto eines Hundes zu einer Figur verbunden.
Schülerarbeit (Kl. 10): Digitale Bildbearbeitung - Ein Selbstporträt wird mit dem Foto eines Hundes zu einer Figur verbunden. , aus dem Unterricht von Melanie Appelt

Melanie Appelt

Zugänge zu Kunstwerken eröffnen

Zu Beginn eines Kunstkurses in der Einführungsphase aktivieren die Schülerinnen und Schüler ihre Vorerfahrungen in der Betrachtung, Analyse und Interpretation von Bildern. Dafür erarbeiten sie persönliche Zugänge zu selbst gewählten Werkbeispielen aus dem Themenfeld „Katze und Hund. Die Unterrichtseinheit ermöglicht, einen Eindruck von den Interessen, Vorerfahrungen und vom Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler zu gewinnen.

In den ersten Wochen eines „E-Kurses zur Oberstufe trifft man hinsichtlich der Lernvoraussetzungen und Interessen auf eine bunt zusammengesetzte Gruppe. Auch wenn sich der Kunstkurs mit seinen 21 Schülerinnen und Schülern hinsichtlich des Arbeitsverhaltens für einen Oberstufenkurs typisch an der Oberfläche recht homogen zeigt, gilt dies keinesfalls für das fachspezifische Können und Vorwissen.
Mit Blick auf die Bedingungen in den vorangegangenen Jahren, bringen die Lernenden sehr unterschiedliche Vorkenntnisse und Vorerfahrungen mit auch bezüglich des Herangehens an analytische und interpretierende Auseinandersetzungen mit Bildern.
Auf Vorerfahrungen aufbauen
Die meisten der Kursteilnehmer haben im Deutsch- oder im Geschichtsunterricht Bilder als Schreibanlass oder Informationsquelle kennengelernt.
Methoden der Kunstbetrachtung
Im Herangehen an die Rezeption von Kunstwerken greifen die Jugendlichen von sich aus ansatzweise auf Methoden zur ersten Annäherung an ein Bild zurück: die Beschreibung (Deskription), die Bestandsanalyse, die Bestimmung der Realien und Motive. Darauf baut dann eine subjektive Interpretation auf. Die Lernenden beziehen ihre Überlegungen dabei häufig auf ihre eigenen Bildwelten, weniger auf systematisches Wissen zur Kunst- und Bildgeschichte.
Die im Schulcurriculum genannten Verfahren, wie den „formal-analytische Ansatz der Bildbetrachtung, den „ikonografisch-ikonologischen Ansatz, den „soziohistorischen Ansatz oder den „biografischen Ansatz (vgl. Schmidt-Maiwald 2016) kennen die Schüler, wenn überhaupt, nur als Schlagworte. In Einzelfällen haben sie Kenntnisse zur Analyse von Farbkonzepten präsent, zu raumschaffenden Mitteln im zweidimensionalen Bild oder zu Kompositionsschemata.
Interesse am Fachgegenstand
Sehr unterschiedlich ist auch das Interesse der Schüler am Fachgegenstand Kunst. In einem E-Kurs kommen Schüler, die bereits ein eigenes künstlerisches Anliegen haben, zusammen mit Schülern, die sich für Themen der Kunst im Sinne der Allgemeinbildung interessieren, ohne selbst künstlerisch ambitioniert zu sein. Schließlich sind auch solche Schüler im Kurs, die sich eher aus der Entscheidung gegen ein anderes Fach im Kunstkurs wiederfinden.
Anliegen dieser Unterrichtseinheit ist deshalb zunächst, die Lernenden bei Ihren Vorerfahrungen zur Bildbetrachtung abzuholen und sich von Seiten der Lehrerin einen Überblick über die unterschiedlichen Vorkenntnisse zu verschaffen, um dann in der Wiederholung, bzw. Einführung der Methoden zur Werkanalyse darauf aufbauen zu können.
Die Schüler können von ihren eigenen Interessen an der Kunst ausgehen. So soll die Scheu vor der tiefergehenden Beschäftigung mit unbekannten Kunstwerken abgebaut sowie das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, sich Kunstwerke selbständig zu erschließen, gestärkt werden.
Eigene Schwerpunkte setzen
Die Aufgabe der Lehrperson besteht nun darin, die Aufgaben so zu stellen, dass die Lernenden mit Blick auf das gemeinsame Lernziel eigene Schwerpunkte und Anliegen verfolgen können.
Dabei strukturiert die Lehrperson den Bearbeitungsprozess im Ganzen, d.h. sie setzt die Eckdaten für die Bearbeitungszeit (s. Tabelle ), steht mit Expertenwissen zur Verfügung, macht verschiedene Bearbeitungswege transparent und berät individuelle Entscheidungen.
Differenzierungsaspekte
So ist eine Differenzierung angelegt, die mit Blick auf die Erfahrungen der Schüler mit schulischen Arbeitsprozessen mehr oder weniger von ihnen...

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Fakten zum Artikel
aus: Kunst und Unterricht Nr. 423 / 424

Differenzierung – Zum Thema Hund und Katze

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-12