Anna-Katharina Nolte

„Wo finde ich noch einmal ...?“

Die Geschichtsmappe ist kompetenzorientiert und bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zur Unterrichtsdokumentation. Sie beinhaltet eine Begriffslexikon, Informationen zu Methoden und Kompetenzen sowie diverse Themenkapitel und kann auch über den Anfangsunterricht hinaus als Hilfestellung im Geschichtsunterricht dienen.
Die Geschichtsmappe ist kompetenzorientiert und bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zur Unterrichtsdokumentation. Sie beinhaltet eine Begriffslexikon, Informationen zu Methoden und Kompetenzen sowie diverse Themenkapitel und kann auch über den Anfangsunterricht hinaus als Hilfestellung im Geschichtsunterricht dienen., Abb.: © Rühl

Anna-Katharina Nolte

Geschichtsmappen kompetenzorientiert anlegen

„Wo finde ich noch einmal? Wo habe ich die Erklärung des Fachbegriffs ‚Quelle notiert? Diese Fragen treten in Klassenzimmern häufig auf, denn die Gestaltung einer übersichtlichen und funktionalen Geschichtsmappe erfordert Methoden- und Selbstkompetenzen, die von immer weniger Kindern am Übergang in die weiterführende Schule eigenständig beherrscht werden. Gerade weil Vorwissen von gelernten Inhalten und Prozeduren beim Erwerben neuer Fähigkeiten und Kenntnisse essenziell sind, müssen Schülerinnen und Schüler bereits im Anfangsunterricht angeleitet werden, eine logisch strukturierte Geschichtsmappe anzulegen, die, wie hier präsentiert, den Anspruch hat, kompetenzorientiert und nicht lediglich eine chronologische Sammlung von Arbeitsmaterialien und Ausarbeitungen zu sein.
Pädagogisch-psychologische und fachdidaktische Überlegungen zur Unterrichtsdokumentation
Nicht nur lernpsychologisch ist es sinnvoll, geordnet zu lernen, um Wissen und Fähigkeiten zu einem Kompetenzgeflecht zu vernetzen. Auch aus geschichtsdidaktischer Sicht sollten Unterrichtsdokumentationen systematisch angelegt werden, indem einerseits Kompetenzmodelle historischen Lernens berücksichtigt werden und andererseits auch Ideen des sprachsensiblen Sachfachunterrichts zur Geltung kommen. Der im Folgenden präsentierte Vorschlag zur Anleitung einer sinnvoll geordneten Geschichtsmappe im Anfangsunterricht des Gymnasiums liegt der Kompetenzzuweisung des Kerncurriculums Geschichte des Landes Niedersachsen zugrunde, nach dem in Sachkompetenz, Methodenkompetenz und Urteilskompetenz differenziert wird.
Die kompetenzorientierte Geschichtsmappe
In Anlehnung an diese Kompetenzbereiche legen die Schülerinnen und Schüler eine Geschichtsmappe an, die in die drei Abschnitte „Begriffslexikon, „Methoden und Kompetenzen und „Themenkapitel unterteilt ist. Um dieses für Eltern und Kinder der fünften Jahrgangsstufe transparent zu machen, kann der „Geschichtsmappencheck (AB 1.1 ) genutzt werden. Des Weiteren kann das strukturierte Vorgehen und das Zuordnen erleichtert werden, indem jedes Kapitel ein Symbolbild erhält, das beispielsweise auf Arbeitsblättern eingefügt ist.
Das Begriffslexikon
Im Begriffslexikon (AB 1.2 ), dem ersten Kapitel der kompetenzorientierten Geschichtsmappe, werden Fachbegriffe und ihre Erklärung notiert, damit kumulativ ein Glossar mit Begriffen der Fachsprache entsteht. Auf diese Weise werden hier im Verlauf einer Einheit zum Sachthema „Leben in der Römischen Republik die Begriffe ‚familia, ‚Klientelwesen und ‚Sklave notiert, die das Kerncurriculum für die Jahrgänge 510 im Bundesland Niedersachsen beispielsweise verbindlich vorsieht (Niedersächsisches Kultusministerium, Kerncurriculum Geschichte,Hannover 2015). Zum Abschluss dieser Einheit könnten die aufgeführten Fachbegriffe mit den Unterbegriffen ‚Pater familia, ‚Matrona, ‚(freie) Bürger, ‚Patrizier und ‚Plebejer mit der Strukturlegetechnik (Geschichte lernen. Begriffe. 168/2015) in Beziehung zueinander gesetzt werden, damit die Begriffe nicht isoliert, sondern kontextualisiert gelernt werden. Durch diesen sorgsamen Umgang mit Begriffen kann die Fachsprache erlernt und ein verknüpfter, nicht isolierter Umgang mit dieser eingeübt werden.
Methoden und Kompetenzen
Wenn Geschichte konstruiert wird, untersuchen Historiker Quellen, werten sie aus, vergleichen diese Ergebnisse mit weiteren Überlieferungen und erstellen eine zusammenhängende Narration. Damit Schülerinnen und Schüler dieses zunächst nachvollziehen und dann schrittweise selbst ausführen können, sollen im zweiten Abschnitt, Methoden und Kompetenzen, Methodenmerkblätter und eigene Beispieltexte (möglich ist hier auch die grafische Visualisierung, z.B. in Form eines Zeitstrahls) für verschiedene Standardsituationen des Geschichtsunterrichts abgeheftet werden.
Diese Methodenblätter können allgemeine Strategien wie zum Beispiel die...
Geschichte lernen
Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Weiterlesen im Heft

Ausgabe kaufen

Geschichte lernen abonnieren und digital lesen!
  • Exklusiver Online-Zugriff auf Ihre digitalen Ausgaben
  • Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
  • Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen

Zeitschrift abonnieren

Fakten zum Artikel
aus: Geschichte lernen Nr. 193 / 2020

Geschichte – das neue Fach

Kennzeichnung Geschichte lernen Methode & Didaktik Schuljahr 5-6