Impulse für Vertretungsstunden im Fach Geschichte

Unerwartet, aber nicht unvorbereitet

Natürlich geht niemand gern unvorbereitet in eine Vertretungsstunde. Das Wiederholen von bereits Gelerntem eignet sich zwar für spontan angesetzte Vertretungsstunden, ist für Lehrende und Lernende aber häufig keine befriedigende Lösung. Woher also auf die Schnelle Ideen und idealerweise gleich noch Materialien für eine Vertretungsstunde im Fach Geschichte herbekommen, die lehrplanrelevant, schnell umsetzbar und möglichst auch interessant sind?

Buchstabenwürfel, die GESCHICHTE ergeben auf einem Blatt mit historischen Ereignissen.
Impulse für Vertretungsstunden im Fach Geschichte. ©blende11.photo/stock.adobe.com

Gerade jetzt in Zeiten von Corona nehmen Vertretungsstunden noch zu, etwa wenn Kolleginnen oder Kollegen zu einer Risikogruppe gehören, sich in Quarantäne begeben müssen oder bedingt durch andere Umstände plötzlich ausfallen. Im Folgenden möchten wir Sie auf einige kurze Unterrichtsvorschläge hinweisen, die sich ohne großen Zeitaufwand oder lange Vorbereitung (nicht nur) für unerwartete Vertretungsstunden eignen.

Für eine Vertretungsstunde zur Unterrichtseinheit Nationalsozialismus

Haben sich Ihre Schülerinnen und Schüler schon einmal mit der Darstellung Adolf Hitlers in ihrem Schulbuch befasst? Nein? Der Beitrag Wie wird Adolf Hitler im Schulbuch dargestellt? von Dirk Belda aus Geschichte lernen 198 bietet für eine solche Untersuchung neben einer knappen didaktischen und thematischen Einleitung einen Analysebogen zu genau dieser Fragestellung. Der einseitige Analysebogen kann sofort und ohne weitere Vorbereitung im Unterricht eingesetzt und von den Lernenden in Einzel- und Gruppenarbeit bearbeitet werden. Darüber hinaus bietet der Analysebogen auch noch eine kurze Erklärung der für Quellenarbeit gängigen Operatoren.

Textquellenanalyse in Einzel- und Gruppenarbeit

Sie möchten in Ihrer Vertretungsstunde gerne die Analyse von Textquellen erproben oder vertiefen?  Hier eignet sich beispielsweise der Beitrag Der Sedantag. Ein Tag der deutschen Einheit? von Thomas Mayer aus Geschichte lernen 197, der sich auch ohne breite Vorkenntnisse zum Sachverhalt gut in einer Einzel- oder auch Doppelstunde umsetzen lässt.

In Einzelarbeit erschließen sich die Lernenden zunächst drei kurze Zeitungsartikel zum Sedangedenken aus den Jahren 1875 und 1876. In einer Phase der Gruppenarbeit wird dann kurz der historische Kontext der Zeitungsartikel skizziert. Die Ergebnisse werden anschließend im Plenum oder auch in Kleingruppen verglichen. Die Stunde schließt mit einer Diskussion darüber, inwieweit der Sedantag seine Funktion als nationaler Feiertag der Einheit erfüllen konnte.

Was hat Barack Obama mit historischen Herrscherbildern zu tun?

Auch eine Bildanalyse eignet sich gut für eine Vertretungsstunde. So lässt sich beispielsweise ein Foto von Barack Obama mittelalterlichen Herrscherporträts gegenüberstellen. Der Beitrag Politische Ikonographie im Bild von Peter Dempf in Geschichte lernen 189 bietet ein Arbeitsblatt zur Analyse der Aufnahme Obamas. Die Schülerinnen Schüler untersuchen einzelne Bildelemente, vergleichen den Aufbau des Fotos mit realistischen und idealisierten Porträts aus dem 15. und frühen 16. Jahrhundert und befassen sich so auch mit Botschaft, Funktion und Wirkung historischer und moderner Herrscherdarstellungen. Die Arbeitsaufträge lassen sich in einer Vertretungsstunde sowohl in Einzel- oder Gruppenarbeit als auch als Hausaufgabe oder im Distanzunterricht bearbeiten.

Vertretungsstunde im Anfangsunterricht Geschichte

Wann ist denn Pompeji nun eigentlich untergegangen? Dieser Frage kann beispielweise in einer Vertretungsstunde in Jahrgang 5 oder 6 nachgegangen werden. Marco Drägers Beitrag August oder Oktober? Zum Untergang Pompejis und zur Reorganisation historischen Wissens in Geschichte lernen 195 führt kurz in die Problematik der Datierung ein und bietet dann ein knappes Lernarrangement, das sich vor allem für den Anfangsunterricht Geschichte eignet. Zunächst werden die Schülerinnen mit mehreren Schlagzeilen zur notwendigen Neudatierung konfrontiert, sodass sie in einen kognitiven Konflikt geraten und selbst die Frage stellen, wann genau Pompeji untergegangen ist und welche Möglichkeiten es gibt, dies herauszufinden. Im Anschluss erarbeiten sich die Lernenden einen Sachtext zum Thema und fassen die darin enthaltenen Informationen kurz zusammen. Im Fokus steht hier vor allem der aktuelle Forschungsstand, also die Frage, was wir über den Untergang Pompejis wissen und auf welchen Quellen dieses Wissen beruht. Abschließend schreiben die Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung des zuvor erarbeiteten Forschungsstandes einen fiktiven Eintrag für ein Schülerlexikon. Der kurze, lehrplanrelevante Unterrichtsvorschlag eignet sich sowohl für Einzel- als auch für Kleingruppenarbeit. Die kreative Schreibaufgabe kann in der zweiten Hälfte der Unterrichtsstunde bearbeitet werden, aber auch als Hausaufgabe aufgegeben werden.

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