Quellenanalyse am Beispiel einer historischen Karte zum Versailler Vertrag

Quellenanalyse Versailler Vertrag

Die Quellenanalyse ist ein wichtiger Bestandteil historischen Lernens. Sie dient der Beantwortung historischer Fragestellungen. Jan Scheller stellt am Beispiel einer historischen Karte zum Versailler Vertrag den Zugang über eine binnendifferenzierte Quellenanalyse dar – für unterschiedliche Lernniveaus.

Quellenanalyse Geschichte Beispiel: Die Karte wurde 1928 vom Kartographen Arnold Hillen Ziegfeld im Auftrag der Weimarer Regierung erstellt.
Ausschnitt einer Karte, die 1928 vom Kartographen Arnold H. Ziegfeld im Auftrag der Weimarer Republik erstellt wurde. bpk

Die Quellenanalyse

Die Quellenanalyse ist ein wichtiger Bestandteil des historischen Lernens, dient sie doch der Beantwortung historischer Fragestellungen. Im Geschichtsunterricht lässt sie sich mittels diverser Text-, Bild, oder Sachquellen erproben sowie fördern und kann in einer Klasse mit unterschiedlichen Lernniveaus auch binnendifferenziert erfolgen. Aufgrund ihrer Komplexität erscheint es dann jedoch sinnvoll, die Quellenanalyse bei Schülerinnen und Schülern schrittweise anzubahnen, bspw. indem  die Bearbeitung von Quellen und Darstellungen in Teilschritte (= Aspekte) zerlegt und in Arbeitsaufträge mit unterschiedlichen Niveaustufen operationalisiert wird. Das Material und die historische Frage bleiben dabei gleich, die Binnendifferenzierung wird lediglich durch unterschiedliche Aufgabenstellungen vorgenommen. Alle Schülerinnen und Schüler können so das Grobziel trotz verschieden anspruchsvoller Aufgabenstellungen erreichen. Für die einzelnen Aspekte werden Arbeitsaufträge mit unterschiedlicher Komplexität aber gleichen Lernzielen formuliert. Die Arbeitsaufträge jedes Aspekts werden dazu in drei Komplexitätsstufen unterteilt: einen durchstrukturierten, einen anstrukturierten und einen offen strukturierten Arbeitsauftrag. Je offener die Aufgabe strukturiert ist, desto weniger Informationen befinden sich darin, welche Teilschritte zum Lösen des Arbeitsauftrages absolviert werden müssen.

Karte zum Versailler Vertrag: eine Quellenanalyse 

Wie die Analyse von Quellen im Unterricht binnendifferenziert umgesetzt und trainiert werden kann, zeigt Jan Scheller am Beispiel einer zeitgenössischen Karte zum Versailler Vertrag, die in verschiedenen Geschichtslehrbüchern der Weimarer Republik abgedruckt wurde. Erstellt wurde die Karte 1919 vom Kartographen Arnold Hillen Ziegfeld, der Mitglied des antisemitischen und antidemokratischen Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes war, 1921 Mitglied der NSDAP wurde und in den 1930er-Jahren im Propagandaministerium arbeitete. Anhand der Karte lässt sich u.a. die Instrumentalisierung eines historischen Ereignisses für eigene politische Zwecke verdeutlichen. Eine einseitige Informationsvermittlung kann bei den Rezipierenden negative Emotionen und Einstellungen schüren, was sich wiederum auf deren nachfolgende Handlungen – etwa im Wahlverhalten – auswirken könnte.

In der Unterrichtseinheit von Jan Scheller "Eine binnendiffererenzierte Quellenanalyse. Am Beispiel einer historischen Karte zum Versailler Vertrag" gehen die Lernenden zunächst der Frage nach, wie der Versailler Vertrag in dieser Schulbuchkarte dargestellt wurde und beschreiben sowohl Stimmung und Wirkung der Karte. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln entsprechende Hypothesen, erschließen sich im Verlauf der Stunde die enthaltene Deutung des Kartographen über den Versailler Vertrag und trainieren so, angepasst an ihr eigenes Lernniveau, die Quellenanalyse.

Diesen und weitere Unterrichtsentwürfe zu inklusivem Lernen im Geschichtsunterricht finden Sie in der Ausgabe Geschichte lernen:  „Inklusiver Geschichtsunterricht“

Schaubild aus dem Beitrag: Binnendifferenzierte Quellenanalyse: Binnendifferenzierung einer Quellenanalyse mittels Arbeitsaufträgen

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