Karikaturen vom Ende des Kalten Kriegs

Mumien und Museumswächter

Karikaturen spitzen zu, sie pointieren Zeitgeschehen. Sie können beim morgendlichen Blick in die Zeitung zum Schmunzeln verführen. Und irgendwann dienen Karikaturen als Quellen. Wie ausgewählte Karikaturen vom Ende des Kalten Kriegs im Unterricht gewinnbringend eingesetzt werden, weiß Ulrich Schnakenberg.

Kalter Krieg Karikatur: Der Mauerfall - Symbol des Ende des Kalten Kriegs. Das Bild: fast eine Karikatur der Zeit
„Guck mal, wie die lacht“: Die abgerissene Werbung mit Mona Lisa, dicke abgerissene Steinbrocken der Berliner Mauer davor – dieser Schnappschuss einer Berlinerin kurz nach dem Mauerfall mutet fast selbst wie eine Karikatur des Kalten Kriegs an. © Stude

Der Sturz der kommunistischen Regime Osteuropas 1989 und somit das Ende des Kalten Kriegs kam selbst für viele Experten überraschend. Mit einem derart raschen, radikalen und gleichzeitig weitgehend unblutigen Umsturz hatten nur die größten Optimisten gerechnet. Die Ereignisse überschlugen sich. Anhand von zeitgenössischen Karikaturen können wesentliche politische Ereignisse des Ende des Kalten Kriegs analysiert werden.

Karikaturen des Kalten Kriegs als Quellen

Karikaturen als Quellen bieten vor allem einen visuellen Reiz, der bei Schülerinnen und Schülern gut ankommt. Nichtsdestotrotz gilt bei der Analyse einer Karikatur als Quelle wie bei jeder anderen Quellengattung auch: Das Handwerk will gelernt sein. Die bloße oberflächliche Bildbeschreibung reicht nicht aus. Es ist nötig, mit den Schülerinnen und Schülern die Analyse von Karikaturen einzuüben und zu festigen. Mit dem folgenden Unterrichtsentwurf zur Karikatur-Analyse fördern Sie den Wissenserwerb über historische Zusammenhänge sowie die Vor- und Nachgeschichte. Dieser Erwerb der Schülerinnen und Schüler kann in der Interpretation der Karikaturen zur praktischen Anwendung gebracht werden.

Zeitschrift
Geschichte lernen Nr. 191/2019 Epochenjahr 1989

Das Heft nähert sich mit unterschiedlichen Fragestellungen und mittels verschiedener Materialen den Ereignissen des Jahres 1989 und deren Folgen.

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Das europäische Epochenjahr in der Karikatur

Gerade die Zeit des Ende des Kalten Kriegs, die Monate vor und nach dem Mauerfall 1989, sind für den Unterricht ertragreich. Ulrich Schnakenberg liefert in seinem Entwurf zum europäischen Epochenjahr vier eher unbekannte Karikaturen, die sich mit Polen, Ungarn, DDR, Rumänien und der Sowjetunion samt historischer Kontexte und Deutungen befasst.

Die Ende 1988 vom politischen Kommentator Karl-Heinz Schoenfeld gezeichnete Karikatur "Osteuropäischer Geleitzug" hat die Reformpolitik im Blick und beschreibt ihren Anfang in Ungarn bis hin zu den Hardlinern, die von Reformen nichts wissen wollten. Im Mittelpunkt der Karikatur steht ein riesiger Kreuzer – die Sowjetunion – mit der Aufschrift „Perestroika“, der durch das winterliche Eismeer fährt und von weiteren Schiffen flankiert wird. "Von Mumien und Museumswächtern handelt die Karikatur von Gerhard Mester, die eine Art Grabkammer mit fünf Mumien zeigt: Während sich eine der Mumien beginnt zu entkleiden (CSSR), sitzt der Museumswächter schlafend daneben. 

Der für Sie kostenfrei verfügbare Auswertungsbogen der Unterrichtseinheit bietet Ihnen für die Karikaturen-Analyse im Unterricht eine Hilfestellung.

Kalter Krieg: Karikatur im Unterricht einsetzen

Der Einsatz von Karikaturen innerhalb einer Unterrichtssequenz muss keiner festgelegten Reihenfolge folgen, Textquellen können nach Bedarf ergänzt werden. Karikaturen können auch als Unterstützung zum Ende der Unterrichtseinheit dienen. Zudem kann eine Karikaturen-Ralley, vergleichbar mit Lernen an Stationen, fruchtbar sein. Hierbei werden die Lernenden in Gruppen eingeteilt und analysieren nacheinander alle ihnen zur Verfügung stehenden Karikaturen, die an Stationen im Klassenzimmer ausliegen. Im anschließenden Plenumsgespräch stellt jede Gruppe eine Karikatur vor, während die andere die Möglichkeit haben zu ergänzen, zu kommentieren und eventuell auch zu korrigieren.

„Das europäische Epochenjahr in der Karikatur“: Ulrich Schnakenbergs kompletten Unterrichtsentwurf inklusive der vier Karikaturen aus Geschichte lernen: Epochenjahr 1989 finden Sie hier.

Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 10-13
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