Gerrit Dworok

A Revolution for Equality?

Tafelbild: Visualisierung des Widerspruchs zwischen Idealen und Realität der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
Tafelbild: Visualisierung des Widerspruchs zwischen Idealen und Realität der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung

Gerrit Dworok

The Declaration of Independence and the issue of slavery

Die American Revolution bildet bis heute einen zentralen Aspekt im politischen Gedächtnis der USA. Es handelt sich hierbei um eine Abfolge von Geschehnissen , die unmittelbar nach dem French and Indian War (1756-1763) in Nordamerika und England einsetzten.
Sachanalyse
Die hohe Verschuldung im Kriegsgeschehen hatte nach vielen kooperativen Jahren zwischen Mutterland und Kolonien zur englischen Abkehr vom Prinzip des Salutary Neglect geführt die wohlwollende Nachlässigkeit gegenüber den Kolonisten wurde durch fiskalpolitische Mittel in Form neuartiger Gebühren und Zölle abrupt beendet. In Reaktion auf steuerliche und politische Eingriffe der englischen Regierung (1764-1773) kam es nicht nur zu lokalen Widerständen gegen Vertreter dieser neuen Kolonialpolitik, sondern auch zu einer generellen Politisierung vieler Kolonisten. Die Abneigung gegen die genannten Maßnahmen, die von englischer Seite 1774 durch die Coercive Acts noch mal verschärft wurden, konnte sich dabei ganz unterschiedlich artikulieren zwischen königstreuer Akzeptanz des Unliebsamen und radikal antiloyalistischer Agitation waren durchaus Spielräume vorhanden. Es entstanden in dieser bewegten Zeit gleichwohl zentrale politische Forderungen, welche von einer Mehrheit der Kolonisten geteilt wurden und in den Slogans „Sovereignty of the People und „No Taxation without Representation kraftvoll Ausdruck fanden. Hinzu kam die politische Praxis der Bildung von lokalen und regionalen Vertretungen, also die institutionelle Verankerung von Selbstverwaltung auf Basis von Wahlen (Wellenreuther 2006, S.638f.)
Obwohl König George III. auf dem Ersten Kontinentalkongress (1774) noch mehrheitlich als unschuldige Figur in einem Ränkespiel der englischen Regierung eingeschätzt wurde und eine Loslösung vom Mutterland noch nicht denkbar schien, spitzte sich der Konflikt in den folgenden Jahren massiv zu (vgl. Dippel 1985, S.59 f.). Im April 1775 kam es zu ersten Kampfhandlungen in Lexington und Con-corde, im Mai 1775 rief der Zweite Kontinentalkongress den State of Defense aus, die Kolonien befanden sich nun offiziell im Verteidigungs- und bald schon im Kriegszustand.
Der sich schnell ausweitende War of Independence kam erst 1783 mit dem Treaty of Paris zu einem Ende. Die siegreichen Amerikaner kämpften fortan schwerpunktmäßig um eine gemeinsame Verfassung, welche 1787 fixiert und 1788 ratifiziert werden sollte. Schon zuvor jedoch, am 4. Juli 1776, hatten die Vertreter der Kolonien mit der Declaration of Independence den wichtigsten Schritt zur Entstehung der United States of America gemacht. Das besagte Dokument wurde entscheidend von Thomas Jefferson geprägt.
Im historischen Kontext proklamierten die 56 Unterzeichner stellvertretend für die 13 vormaligen Kolonien die Loslösung von Großbritannien sowie das Recht, einen souveränen Staatenbund zu bilden. Es handelt sich also um die schillernde Gründungsurkunde der USA, die ausweislich etwa des Independence-Day-Feiertages einen zentralen Erinnerungsort im politischen Gedächtnis der USA markiert (vgl. Mauk und Oakland 2005, S.4). Doch die Declaration of Independence besitzt darüber hinaus noch eine universalistische Qualität. In der Präambel des Textes heißt es: „We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.
Die hier benannten „Wahrheiten illustrieren im Kontext der damaligen Gesellschaft jenes feierliche „Pathos des Neubeginns, das Hannah Arendt als kategorische Bedingung für „Revolutionen im eigentlichen Sinne definiert (Arendt 1963, S. 43f.). Die American Revolution bildet demnach mit der Französischen Revolution das Paradigma moderner freiheitlicher Revolutionen. Die Versprechen auf die Zukunft, die in der Declaration of...
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Fakten zum Artikel
aus: Geschichte lernen Nr. 197 / 2020

Bilingualer Geschichts­unter­richt

Kennzeichnung Geschichte lernen Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 8-10