Thomas Mayer

Zwei Millionen Jahrein einem kleinen Buch –

Abb.1: Informativ und individuell: So könnte ein Buddy-Book zum Thema Altsteinzeit aussehen.
Abb.1: Informativ und individuell: So könnte ein Buddy-Book zum Thema Altsteinzeit aussehen., © Rühl, Foto Neandertaler: PeskyMonkey/stock.adobe.com

Thomas Mayer

das Buddy-Book als Instrument der Ergebnissicherung

Ein Geschichtsunterricht, der Kompetenzen langfristig verfügbar machen möchte, muss elementare Voraussetzungen beachten. So muss nach Michael Sauer der Wiederholung, dem Festhalten und dem ‚Umwälzen von neuen Erkenntnissen sowie der Selbstständigkeit der Lernenden ein gebührender Stellenwert bei der Unterrichtsplanung eingeräumt werden (vgl. Sauer 207. S. 634). Jede der genannten Voraussetzungen lässt sich mit dem Buddy-Book realisieren.
Das Buddy-Book
Das Buddy-Book ist ein acht Seiten starkes Heftchen, das die Lernenden mittels Falten aus einem DIN A4- oder DIN A3-Papier herstellen. Das Buddy-Book ist vielfältig einsetzbar. Es taugt nicht nur als Hilfe zum Lernen von Vokabeln oder als Gedankenstütze bei Vorträgen. Hervorragend eignet es sich dazu, Ergebnisse kooperativer und arbeitsteiliger Unterrichtsphasen zu sichern. So kann es z.B. während eines Gallery-Walks genutzt werden, um wichtige Informationen zu den einzelnen Präsentationen festzuhalten. Bei einem Stationenlernen begleitet es die Schülerinnen und Schüler von Station zu Station und dient der Sicherung der einzelnen Lern-ergebnisse, die jeweils auf einer Seite des ‚Buches notiert werden. Der Einsatz des Buddy-Books zur Beantwortung der Frage, ob die Menschen der Altsteinzeit primitive Wilde waren, bietet sich an, weil unterschiedliche Aspekte bedacht werden sollen, die im Buddy-Book übersichtlich gesichert und ausgewertet werden können und dabei die für alle historischen Bewertungen, wichtige Multiperspektivität und Multikausalität visualisiert werden.
Sachinformation
Die Altsteinzeit umfasst den enormen Zeitraum von ca. 2.500.000 v. Chr. bis 9.500 v. Chr. Für den Geschichtsunterricht bedeutet dies, dass diese Zeit lediglich in stark didaktisch reduzierter Form thematisiert werden kann. Entsprechend wird auch im folgenden Beitrag weder zwischen Altpaläolithikum, Mittelpaläolithikum und Jungpaläolithikum noch zwischen verschiedenen Menschenarten unterschieden.
Der Steinzeitmensch tumb und primitiv?
Obwohl die Menschen der Steinzeit wichtige Schritte der Entwicklung vollzogen, werden sie häufig immer noch als tumb und primitiv angesehen. Aussprüche wie „Der benimmt sich wie ein Neandertaler oder „Das ist hier wie im Neandertal! sind wenig schmeichelhaft, meinen sie doch, dass es der gemeinten Person an Kultur und Anstand fehle oder sie technisch nicht auf dem neusten Stand sei. Dass diese Vorstellung, die lange kolportiert wurde und noch heute in Redewendungen, Comics, Karikaturen oder auch Karnevalskostümen vorzufinden ist, nicht zutrifft, belegen die historischen Zeugnisse eindrucksvoll.
Den Menschen der Altsteinzeit gelang das Überleben unter widrigen Bedingungen. Als Sammler ernährten sie sich von dem, was die Natur ihnen bot. Sie waren aber auch findige Jäger (M3), die über das Wissen und die Technik verfügten, um Waffen und Werkzeuge herzustellen (M6). Diese Werkzeuge nutzten sie zur Herstellung von Kleidung, Zelten oder einfachen Hütten (M5), die Schutz vor der Witterung boten. Technik und Wissen war auch zur Entzündung des Feuers notwendig. Vor rund einer Million Jahren lernte der Mensch, Feuer selbst zu entfachen, und machte sich damit von natürlich entstandenem Feuer unabhängig (M7). Mithilfe des Feuers konnte Nahrung zubereitet werden, zudem brachte es Wärme sowie Licht und hielt wilde Tiere fern.
Doch sorgten sich die Menschen der Altsteinzeit nicht nur um das tägliche Überleben. Grabfunde wie jener von Sungir zeugen davon, dass Verstorbene zum Teil aufwendig bestattet wurden (M4). Inwieweit hieraus religiöse Vorstellungen abzuleiten sind, ist unklar. Dies gilt auch für den Entstehungskontext der Höhlenmalerei, die an vielen Stellen noch heute zu bewundern ist. Fest steht, dass die Herstellung der bisweilen großflächigen Malereien ein immenses Maß an Planung, technischem Wissen (Farbherstellung) und Logistik erforderte (M8).
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Fakten zum Artikel
aus: Geschichte lernen Nr. 196 / 2020

Ergebnissicherung

Kennzeichnung Geschichte lernen Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-10