Daniel Bernsen

„Sag nicht ‚Spiel‘, sonst hören die Lehrer nicht zu. Nenn es ‚Methode‘“

Vorder- und Rückseite einer Inhaltskarte des Spiels Textura
Vorder- und Rückseite einer Inhaltskarte des Spiels Textura, © Bernsen/Hild

Daniel Bernsen/Ronald Hild

Textura ein bilinguales Spiel zur Förderung der narrativen Kompentenz im GU

Textura ist eine spielerische Methode zur Förderung der narrativen Kompetenz im Geschichtsunterricht. In einer „Special Edition konnte das Spiel mit Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung in einer zweisprachigen Ausgabe zur deutsch-polnischen Geschichte veröffentlicht werden. Die „Special Edition umfasst Inhaltskarten zu 15 Themensets, die beginnend vom Mittelalter bis zur Europäischen Union Schlaglichter auf die gemeinsame, miteinander verflochtene deutsch-polnische Geschichte werfen. Die über 3000 Exemplare waren schnell vergriffen. Das gesamte Material steht aber online zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung.
Textura basiert auf einem modularen System von zwei verschiedenen Kartenarten: den größeren Inhaltskarten und den kleineren Verknüpfungskarten. Die Inhaltskarten zeigen und benennen auf der Vorderseite ein Ereignis, eine Person oder einen Fachbegriff und bieten auf der Rückseite eine kurze Erklärung mit einer historischen Einordnung an. Zusätzlich finden sich auf der Rückseite noch zwei QR-Codes, die in der Regel zu den entsprechenden Artikeln in der deutschen bzw. polnischen Wikipedia führen.
Die Verknüpfungskarten sind themenunabhängig und können für alle Epochen genutzt werden. Sie zeigen Symbolbilder oder schematische Darstellungen von Szenen, die von den Lernenden relativ frei assoziiert werden können. So kann etwa eine Krone u.a. für „Herrschaft, „König, „regieren oder „mächtig stehen. Ein Teil der Verknüpfungskarten ist auf Vorder- und Rückseite identisch. Einige Karten unterscheiden sich jedoch, z.B. durch die Abbildung eines Mannes bzw. einer Frau oder durch die Abbildung der gegenteiligen Darstellung auf der Rückseite (z.B. offenes Auge = sehen, beobachten vs. geschlossenes Auge = nicht sehen/wahrnehmen). Sowohl Inhalts- als auch Verknüpfungskarten sind nummeriert, sodass je nach Lernsetting vorab durch Lehrerinnen und Lehrer oder Lernende gezielt bestimmte Karten ausgewählt werden können.
Wie funktioniert Textura?
Jedes Spiel startet mit einer Inhaltskarte als Ausgangspunkt. Ausgehend von dieser Karte werden nun Verbindungen gesucht: Eine weitere Inhaltskarte kann durch die Verwendung von mindestens einer Verknüpfungskarte an eine der vier Seiten der Karte angebunden werden. So entsteht nach und nach ein „Netzwerk, das Beziehungen zwischen den Inhaltskarten und damit eine mögliche Darstellung der Geschichte zeigt.
Auf diese Weise werden kausale, finale, modale oder temporale Verbindungen zwischen Ereignissen, Personen und Institutionen geknüpft. Durch die Karten und das entstehende Netz werden Erzählstrukturen von Geschichte visualisiert. Da die Karten aber nicht still abgelegt werden, sondern jede neue Verbindung beschrieben oder erklärt werden muss, fördert das Konzept nicht nur das Verständnis historischer Zusammenhänge, sondern zugleich auch verschiedene fachliche wie allgemeine Kompetenzen. Die Diskussion über die Plausibilität der Verbindungen sowie über mögliche Alternativen ist dabei zentral für das Lernen und Arbeiten mit Textura im schulischen Geschichtsunterricht.
Wie lässt sich Textura im Unterricht einsetzen?
Textura bietet mit dem materialbasierten Ansatz vielfältige Einsatzmöglichkeiten zur Kompetenzförderung im Geschichtsunterricht. Dabei können sowohl die fertigen Kartensets zur deutsch-polnischen Geschichte genutzt als auch eigene Inhaltskarten passend zum Unterricht gestaltet werden. Die Verknüpfungskarten passen zu allen Themen und können immer unabhängig von dem spezifischen Set an Inhaltskarten genutzt werden.
Beispielhaft seien hier drei Unterrichtsideen für das Lernen und Arbeiten mit Textura kurz vorgestellt:
Vorwissen aktivieren
Die Schülerinnen und Schüler erhalten in Kleingruppen ein Set Inhaltskarten sowie alle Verknüpfungskarten. Sie verbinden zunächst die Inhaltskarten, deren Ereignisse, Personen und...
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Fakten zum Artikel
aus: Geschichte lernen Nr. 197 / 2020

Bilingualer Geschichts­unter­richt

Kennzeichnung Geschichte lernen Schuljahr 5-10