Lydia Hagemann

Eine digitale Pinnwand 

Abb. 1: Die Startseite des Beispiel-Padlets zum Thema „Die Zweite Industrielle Revolution und die Entstehung der modernen Massengesellschaft“, das über den Link im Beitragstext aufgerufen werden kann.
Abb. 1: Die Startseite des Beispiel-Padlets zum Thema „Die Zweite Industrielle Revolution und die Entstehung der modernen Massengesellschaft“, das über den Link im Beitragstext aufgerufen werden kann., © Hagemann/Dexheimer unter Verwenudung der Anwendung Padlet. Abgebildetet Erklärvideos: Mirko Drotschmann, MrWissen2go: „Industrielle Revolution“, „Die soziale Frage“.

Lydia Hagemann/Björn Dexheimer

Ergebnissicherung mittels der Anwendung Padlet

Ausgehend von der Problematik, dass Lehrerinnen und Lehrer in einer arbeitsteilig anberaumten Gruppenarbeitsphase im Geschichtsunterricht in der Schule oder neuerdings in (Krisen-)Phasen des Lernens auf Distanz keine befriedigende Lösung für die Sicherung von z.T. komplexen Gruppenergebnissen haben, erscheint die Sicherung in Form eines Padlets einer digitalen Pinnwand wegweisend.
Der folgende Beitrag zeigt ein Beispiel, wie das Thema ‚Industrialisierung und Soziale Frage mithilfe eines Padlets in kommunikativer und kollaborativer Weise gesichert werden kann, und bezieht sich auf das Inhaltsfeld 4 des Kernlehrplans NRW SII „Die moderne Industriegesellschaft zwischen Fortschritt und Krise. Dieser schreibt für das Fach Geschichte vor, „Die ‚Zweite Industrielle Revolution und die Entstehung der Modernen Massengesellschaft zu thematisieren und darin „an ausgewählten Beispielen die Veränderung der Lebenswirklichkeit für unterschiedliche soziale Schichten und Gruppen zu beschreiben (vgl. Kernlehrplan SII Geschichte NRW, S. 28).
Die App Padlet
Padlet ist ein Internetdienst, der die Erstellung virtueller Pinnwände erlaubt. Mit solchen Pinnwänden oder auch anderen angebotenen Präsentationsformen lässt sich in Lerngemeinschaften kollaborativ Wissen erzeugen und systematisieren. Die Lehrperson kann eine solche Seite einrichten und den Schülerinnen und Schülern über einen Link oder einen QR-Code zugänglich machen. Zugriffsberechtigte können dann bspw. Texte posten, Dokumente oder Bilder hochladen und Links einfügen. Jeder Beitrag kann im Anschluss verschoben, verändert und kommentiert werden. Daher eignet sich die Seite für die gemeinsame Sammlung von Ideen und Ergebnissen, die auch nachträglich verändert und ergänzt werden können. Eine Anmeldung für Schülerinnen und Schüler ist nicht notwendig, ihre Daten werden nicht gespeichert.
Didaktische Überlegungen
Ergebnissicherung ist ein Begriff, der zunehmend seine ursprüngliche Bedeutung verliert. Nicht erst mit den neuen Möglichkeiten medialen Unterrichtens, sondern schon im kollaborativen, erarbeitenden Geschichtsunterricht wirkt das gemeinsam erstellte Tafelbild zuweilen als Fremdkörper, es ist zumindest häufig eine Dopplung der ohnehin zuvor schon von den Schülerinnen und Schülern erarbeiteten Ergebnisse. Die Erfordernisse digitalen Lernens und Arbeitens, aber auch die dadurch gewonnenen neuen Möglichkeiten erfordern eine neue Flexibilität im Umgang mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen und Präsentationsformen im Fach Geschichte. Die Ergebnisse der Lernenden werden nicht nur erarbeitet, sondern selbst wieder Gegenstand von Analyse und Weiterarbeit (vgl. Kerres 2018).
Allgemeiner Ablauf einer Ergebnissicherung im Unterricht
In einem ersten Schritt bearbeiten die Lernenden das zur Verfügung gestellte Material. Die Darbietungsform kann durchaus unterschiedlich sein, d.h., auch eine herkömmliche und analoge Text- oder Bildanalyse ist möglich und sinnvoll. Im zweiten Schritt werden die Ergebnisse der Lernenden in ein Padlet eingetragen. Die Ergebnissicherung erfolgt bereits durch den Prozess: Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten ihr Gruppenergebnis gemeinsam, können ggf. schon Ergebnisse anderer Gruppen sichten und, wenn sinnvoll oder vorgesehen, die Ergebnisse anderer Gruppen in ihre miteinbeziehen. Die eigentliche Ergebnissicherung erfolgt dann durch Kenntnisnahme, Analyse sowie Diskussion der Produkte und führt idealerweise zur Veränderung bzw. Finalisierung der Ergebnisse.
Unterrichtsdramaturgie
Die Ergebnissicherung einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit im Geschichtsunterricht geschieht traditionellerweise auf Plakaten, die in der Folge für eine Weile an die Wand des Klassen- bzw. Kursraums gehängt werden, dort jedoch in der Regel aus unterschiedlichsten Gründen nur eine geringe Verweilzeit besitzen. Das scheinbar oder anscheinend bei Lernenden immer...
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Fakten zum Artikel
aus: Geschichte lernen Nr. 196 / 2020

Ergebnissicherung

Kennzeichnung Geschichte lernen Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 5-13