Kerstin Arnold

Vom Wettbewerbsbeitrag zum Unterrichtsmaterial

Abb.3: Selbst gebastelt: die Box des Original-Spiels Zonenläufer
Abb.3: Selbst gebastelt: die Box des Original-Spiels Zonenläufer, © Arnold/Nagel

Kerstin Arnold/Felix Arnold/Patrick Nagel

Schüler entwickeln ein Brettspiel für Schüler

„So gehts nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch. So lautete 2018 das Thema des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. Zwei Schüler des St. Meinrad-Gymnasiums in Rottenburg/N., Felix Arnold und Patrick Nagel, nahmen daran teil und gewannen für das von ihnen entwickelte Spiel „Zonenläufer einen Landespreis.
In der Laudatio heißt es: „Während des Spielens erfahren die Spielenden, dass die Krise des Zweiten Weltkriegs unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Personen hatte. Vor allem für die Geflüchteten und Vertriebenen, die ihre Heimat unter schwierigen Bedingungen wie Hunger verlassen mussten, um sich etwas Neues aufzubauen, ist die Krise auch ein wortwörtlicher Aufbruch. Die Siebtklässler stellen fest, dass diese Geschichte für die Zeitgenossen immer noch nicht abgeschlossen ist und Auswirkungen für die Gegenwart hat.
Bei der Präsentation ihres Wettbewerbsbeitrags sowohl im Haus der Geschichte in Stuttgart als auch bei der Preisverleihung wurden sie von vielen Seiten darauf angesprochen, ob bzw. wann es das Spiel „zu kaufen gebe. Vor allem Lehrkräfte waren der Meinung, dass man dieses durchaus praktisch im Unterricht einsetzen könnte, schließlich sei es neben den inhaltlichen Erkenntnissen, die damit vermittelt würde, einfach zur Verfügung zu stellen und unkompliziert zu spielen.
Dem Wunsch soll nun mit diesem Beitrag Folge geleistet werden. Spielplan, Anleitung sowie das gesamte Spiel-material von „Zonenläufer stehen zum Download bereit und können so ganz einfach für den Unterrichtseinsatz nutzbar gemacht werden.
Aus der Spielbeschreibung
Der Zweite Weltkrieg war für die Deutschen die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Am Ende waren nicht nur zahlreiche Städte zerstört, Menschen auf der Flucht und viele Familien getrennt oder hatten Tote und Vermisste zu beklagen, sondern die Besiegten mussten sich mit der Aufteilung in vier Besatzungszonen auch der Verwaltung der Alliierten unterordnen. Mit dem Potsdamer Abkommen wurden zudem viele Deutsche aus den Ostgebieten vertrieben und mussten in den Städten und Dörfern des Westens aufgenommen und versorgt werden. Je nachdem, in welcher Situation man sich 1945/46 befand, hatte man unterschiedliche Lebensverhältnisse bzw. Probleme zu meistern.
Grundlage des Spiels sind verschiedene Schicksale von Menschen, die diese Zeit miterlebten. Die Ereigniskarten beruhen auf Informationen von Zeitzeugen, die in der Stadt Rottenburg/N. bzw. im württembergischen Dorf Entringen (Kreis Tübingen) lebten, und auf den Berichten von Geflüchteten und Vertriebenen aus Danzig und dem Sudetenland. Neben den aus den Zeitzeugenberichten entnommenen Einzelereignissen, die den Lauf eines jeden Spielers bestimmen, geben Infokarten einen tieferen Einblick in diese Zeit.
Wie wird gespielt?
Die Spielerin und Spieler ziehen mit ihren Spielfiguren je nach gewürfelter Augenzahl über das Spielfeld. Die grünen Felder sind Ereignisfelder. Ist ein solches erreicht, muss eine der kleinen Ereigniskarten gezogen, laut vorgelesen und die Aktion durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es Spezialfelder, bei deren Erreichen Infokarten vorgelesen werden, die historische Hintergrundinformationen vermitteln. Das Spiel ist zu Ende, wenn der letzte Spieler das Ziel erreicht. Die Erlebnisse, Wohn- und Lebensverhältnisse der Spielfiguren bedingen deren Vorankommen. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Gruppen der Flüchtlinge und Vertriebenen im Vergleich zu den Dorf- und Stadtbewohnern aufgrund ihrer schlechteren Lebensbedingungen später ins Ziel kommen.
Die Vorbereitungen
Der Spielplan, die Spielanleitung, die Ereigniskarten für Dorfbewohner, Stadtbewohner, Flüchtlinge, Vertriebene sowie die dazugehörige Infokarten können über das Material heruntergeladen werden .
Den Spielplan ausdrucken (mindestens DIN A3-Format)
Die Ereigniskarten den Bevölkerungsgruppen entsprechend in...
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Fakten zum Artikel
aus: Geschichte lernen Nr. 196 / 2020

Ergebnissicherung

Kennzeichnung Geschichte lernen Unterricht (< 2 Std.) Schuljahr 5-10