Hermann Recknagel

Heute Shooting!

Abb. 2 | Das nachgestellte Ergebnis
Abb. 2 | Das nachgestellte Ergebnis, © abgebildete Schülerin

Hermann Recknagel

Kreativ gestalten mit Digitalkamera nach Originalporträts der Renaissance

Im Kunstunterricht des Grundkurses „Bildende Kunst eines Gymnasiums wurde das Thema „Portrait in der Renaissance mithilfe der digitalen Fotografie durchgeführt. Schülerinnen und Schüler erstellten jeweils ein Portrait, das den ästhetischen Ansprüchen aus dieser Epoche genügen sollte.

Das nachfolgend beschriebene Unterrichtsbeispiel aus dem Schuljahr 2018/19 entstand in der Arbeit mit einem Grundkurs „Bildende Kunst des Gymnasiums am Römerkastell in Bad Kreuznach/Rheinland-Pfalz. Lehrplantechnisch wird in der Regel die Epoche der Renaissance in der Mitte des 2. Halbjahres platziert, sodass bis Schuljahresende ausreichend Zeit besteht für:
  • die Einordnung in die wesentlichen kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen,
  • die Darstellung zeitgenössischer künstlerischer Praktiken und
  • die Ausarbeitung von zwei praktischen künstlerischen Arbeiten bzw. Anwendungen.
Als Thema für die praktische Arbeit wurde das menschliche Portrait, wie es im Florenz und Venedig des 15. Jahrhunderts entwickelt wurde, gewählt. Einen guten Überblick bietet hierzu der Ausstellungskatalog „Gesichter der Renaissance (Bode-Museum 2011).
Die eigentliche Aufgabenstellung bestand in der Erstellung eines subtil an die Moderne angepassten, von Form und Farbe aber wesentlich durch die Renaissance bestimmten Portraits der Schülerinnen und Schüler. Als Technik wurde die Fotografie gewählt, da malerische Portraitfertigkeiten bei den Lernenden nur in Ausnahmefällen vorhanden sind und die Fotografie dem inszenatorischen Gestus dieser spezifischen Arbeit entgegenkommt. Allgemein wurde ein besonderer Schwerpunkt auf die Kreativität der Lernenden gelegt. Es ging also nicht darum, ausschließlich mimetische Bezüge zur Renaissance herzustellen, sondern eigene Ideen einzubringen, ob durch die Wahl der Requisiten oder die Gestaltung eigener Farbschemata. Hierbei war den Schülerinnen und Schülern selbst in der formalen Bildgestaltung, trotz der gegebenen Parameter „Portrait und „Renaissance, die gesamte Bandbreite kreativer Interpretation möglich (s. Abb.1 , Abb.2 und Abb. 4 ).
Projektablauf
Die digitale Bilderstellung und -bearbeitung ist ein wichtiges Element im modernen Unterricht für Bildende Kunst an den Schulen. Obwohl die technische Digitalausstattung für den Unterricht allgemein lückenhaft ist, können dennoch gut zu bewertende Bildergebnisse erreicht werden. Hierzu ist es hilfreich, Rückbezüge zur sogenannten „analogen Arbeitsweise also der bis vor 20 Jahren mehrheitlich gebräuchlichen Fototechnik vorzunehmen.
In der Praxis ist es so, dass sich die Arbeitsökonomie des Digitalen in Kombination mit den kreativen Freiräumen, die durch die Beibehaltung analoger Arbeitsweisen offengehalten werden, ideal und zu einem kreativeren Ergebnis verbinden lassen. Davon können auch Schülerinnen und Schüler profitieren, die nach ihrer Schulzeit „Bildliche Gestaltung studieren oder zu ihrem Beruf machen. Zwar werden sie dort wesentlich stärker digital postproduktiv arbeiten, aber da sie bereits in der schulischen Produktion einen großen kreativen Gestaltungsfreiraum erfahren haben, können Sie im Idealfall auf eine starke Basis an Einbildungskraft aufbauen.
Als kleine Hilfestellung, entsprechend der in „analogen Zeiten als Probeaufnahmen gebräuchlichen Polaroidbilder, war es den Lernenden ausschließlich am Set und begrenzt auf die Aufnahmezeit gestattet, je ein Smartphone für Probeaufnahmen zu verwenden, bevor dann die bewertungsgültige Aufnahme gemacht wurde. Sie wurden darauf hingewiesen, dass erst dann die Kamera ausgelöst wird, wenn am Set und mit dem Modell alles vorbereitet ist und „stimmt. Außerdem durfte nur eine gültige Aufnahme abgegeben werden.
Im Unterschied zu den üblichen praktischen Arbeiten im Fach „Bildende Kunst, die meist individuell von den Schülerinnen und Schülern angefertigt werden, erforderte die...
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Fakten zum Artikel
aus: On lernen digital Nr. 1 / 2020

Kreativität digital

Kennzeichnung Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "on. Lernen in der digitalen Welt" Praxis Schuljahr 11-13