Unterrichtsmaterial für das Erinnern an den Holocaust

Erinnern auf Instagram?

Wie erinnern wir an die Opfer und Verbrechen des Nationalsozialismus? Das Ende des Zweiten Weltkriegs liegt 75 Jahre zurück: Zeitzeuginnen und -zeugen, die als Kinder das NS-Regime, den Krieg und die Judenverfolgung er- und überlebt haben, sind heute über 80 Jahre alt oder bereits verstorben. Auch deshalb stellt sich die Frage, wie ein Erinnern an den Holocaust gewährleistet und fortgesetzt werden kann.

Judenverfolgung im Nationalsozialismus: Screenshot
Judenverfolgung im Nationalsozialismus: Screenshot aus den Instagram-Videos des Kanals eva.stories © K's Galleries. https://www.instagram.com/eva.stories

Anne Frank, Eva Heyman und die App Kriegskinder 1933-1945

Analoge Zeitzeugenberichte, wie etwa das Tagebuch der Anne Frank, bieten noch immer einen guten Ansatzpunkt, um die Themen Nationalsozialismus, Judenverfolgung und Holocaust im Unterricht aufzugreifen und zu behandeln. Aber auch digitalen Zeitzeugenportalen und Augmented Reality Angeboten kommt eine wachsende  Bedeutung zu. Die WDR History App Kriegskinder 1933-1945 beispielsweise ermöglicht einen greifbaren Geschichtsunterricht: Hier kommen Zeitzeuginnen virtuell  direkt ins Klassenzimmer und berichten von Ihren Erinnerungen und Erlebnissen während des Zweiten Weltkriegs. Die App bietet u.a. AR-Sequenzen als kuratierte Erzählungen aus der Perspektive dreier Frauen und eignet sich vor allem dafür,  Lernende im Bereich der Geschichtskultur für den Konstruktcharakter von Geschichte zu sensibilisieren. Anders als bei geschriebenen Texten, motiviert das an den Sehgewohnheiten der Jugendlichen orientierte Angebot, sich auf die virtuellen Zeitzeuginnen einzulassen.

Zeitschrift
Geschichte lernen Nr. 194/2020 Geschichtsunterricht im Medienwandel

Dieses Heft bietet Vorschläge und Anleitungen, wie eine sinnvolle und interessante Einbindung von digitalen Medien auch im Fach Geschichte gelingen kann.

18,50 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

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„Von der 'flachen Erzählung' hin zu 'erlebbarer Erzählung'“: In Geschichte lernen: Geschichtsunterricht im Medienwandel erläutert Rebecca Quick in ihrem Beitrag die Möglichkeiten zur fruchtbaren Nutzung der WDR History App "Kriegskinder 1933-1945" und bietet Material zur kritischen Analyse und Beurteilung dieses Geschichtsproduktes.

Tafelbild "Historisches Erinnern an den Holocaust"
Tafelbild "Historisches Erinnern an den Holocaust" © Michael Kolbenschlag

Der Instagram Kanal @eva.stories

Neben Zeitzeugenportalen und Augmented Reality Angeboten spielen auch die sozialen Medien zunehmend eine Rolle in der Erinnerungskultur. Diese neuen Formen des historischen Erinnerns im virtuellen Raum stellen eine Chance auch für den Geschichtsunterricht dar. Sie können einen Bezug zur Lebenswelt heutiger Jugendlicher herstellen und gleichzeitig die Erinnerung an den Holocaust wachhalten.

Ein aktuelles Beispiel bietet der Instagram Kanal @eva.stories, der die letzten Monate im Leben der ungarischen Jüdin Eva Heyman thematisiert. Ähnlich wie Anne Frank hat auch Éva Heyman, die 1944 im Alter von 13 Jahren im Konzentrationslager von Auschwitz ermordet wurde, ein Tagebuch geschrieben. Teile dieses Tagebuchs werden auf dem Instagram Kanal aufgegriffen und mittels kurzer nachgestellter Clips auf die mobilen Endgeräte und somit in die Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern gebracht. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der visuellen Darstellung von Évas Tagebucheinträgen, bieten der Kanal und die Intention der Initiatoren zusätzlich die Möglichkeit diese neuen Formen der Erinnerungskultur im Unterricht zu analysieren und kritisch zu diskutieren.

„Instagram im Geschichtsunterricht? – Eva’s Stories“: Wie dies gelingen kann zeigt der für die Sek. I konzipierte Beitrag über den Holocaust als Beispiel für neue Formen der Erinnerungskultur im Zeitalter der Digitalisierung von Michael Kolbenschlag sowie der auf die Sek. II ausgerichtete Beitrag "Likes für die Shoa. Bewertung des erinnerungskulturellen Instagram Kanals eva.stories" von Lars-Steffen Meier aus Geschichte lernen: Geschichtsunterricht im Medienwandel.

Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 9-13
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