Miriam Gesthuisen

Mit dem Kreuzfahrtschiff zu Eisbär und Pinguin

Kreuzfahrtschiff auf dem Meer
© Denis Belitsky/Shutterstock.com

Miriam Gesthuisen

Sinn und Unsinn des Tourismus in Polarregionen erarbeiten

In der Arktis auf Kajaktour zwischen Eisbergen gehen, mit Hundeschlitten über Schnee und Eis fahren oder von Bord Pinguine beobachten? Das touristische Angebot in den Polarregionen wächst und die Touristenzahlen steigen stetig an. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in diesem Unterrichtsvorschlag die Unterschiede des Tourismus in der Arktis und Antarktis und die Vor- und Nachteile, die er für das empfindliche Ökosystem mit sich bringt.

Sachanalyse
In den Urlaub in die Arktis oder Antarktis zu reisen, ist heute nichts Besonderes mehr. Im Reisebüro bekommt man auf Nachfrage sofort mindestens zwei bis drei Kataloge, die teilweise nur auf diese Regionen zugeschnitten sind. Viele Reiseunternehmen werben mit dem Abenteurergedanken, dem Entdecker- und Pioniergeist des Menschen und sprechen so die menschlichen Instinkte an, Neues zu entdecken und die Natur zu beobachten. Und natürlich verspricht ein Urlaub in diese Regionen noch eine Reinheit der Natur, einzigartige Reiseerlebnisse, faszinierende Ein- und Ausblicke in Flora und Fauna. In der Arktis sind aber sicherlich auch das interkulturelle Lernen und die Neugier gegenüber fremden Kulturen Motive für den Tourismus.
Aktuelle Entwicklung des Polartourismus
Der Polartourismus ist ungefähr 30 Jahre alt, startete also in den 1980er-Jahren. Definiert wird der polare Tourismus als über den Polarkreis reichend. Er weist heute jährliche Steigungsraten von 20% auf. Pro Jahr werden ca. eine Million Übernachtungen in der Arktis gezählt (wobei dies eine Schätzung ist, genaue Zahlen liegen nicht vor). Sie wird weitaus häufiger bereist als die Antarktis, in die nur etwa ein Drittel der Touristen reisen, die die Arktis besuchen.
Die meisten Touristen kommen aus den USA, aber auch für Deutsche, Australier, Engländer und Chinesen wird eine Kreuzfahrt in die Antarktis immer populärer (genaue Zahlen für die Arktis liegen hier nicht vor). Dies bestätigt auch die Entwicklung der Touristenzahlen von 2011 bis 2013, die stetig anstiegen.
Die Preise für Übernachtungen in der Arktis werden immer günstiger. Kostete 2009 eine Übernachtung bis zu 400 Euro, ist der Preis 2014 teilweise halbiert worden. Hier kommt es natürlich immer auf den Zeitraum (Reisesaison in der Arktis: von Mai bis Oktober) und die Art der Übernachtung an (z.B. liegt der Preis für das Alu-Iglu des Arctic-Hotels bei ab 900 Euro pro Nacht). Die Profiteure dieser Preise sind jedoch nicht die Einheimischen, sondern weitgehend außerhalb der Region anzusiedeln. Die Inuit profitieren vor allem vom Tagestourismus, indem sie zum Beispiel ihre kunsthandwerklich hergestellten Produkte an die Kreuzfahrttouristen verkaufen.
Touristische Möglichkeiten in den Polarregionen
Zielgebiete der Reiseanbieter sind in der Arktis der Arktische Ozean, der Nordpol, das Beringmeer, Alaska und Kamtschatka, der Kanadisch-Arktische Archipel, Grönland (z.B. Qaqortoq, Nuuk), die Wrangel-Insel, Spitzbergen (z.B. Longyearbyen, Ny Ålesund) und Franz-Josef-Land sowie in der Antarktis zum Beispiel die Süd-Shetland-Inseln, die Antarktische Halbinsel etc. (vgl. auch Polartravel 2015).
Angeboten werden beispielsweise außergewöhnliche Kreuzfahrten und Segelreisen in die Arktis und Antarktis oder Übernachtungen in der Abgeschiedenheit entlegener Gebiete in sogenannten „Wilderness Resorts, wo man in Zelten in der kanadischen Wildnis nächtigt. Es gibt Angebote von Kajaktouren zwischen den Eisbergen, Wanderungen, Schneeschuhwanderungen, bis hin zum Camping (Antarktis: Saison von November bis April). Zudem bieten Reiseunternehmer ein immer vielfältigeres Angebot an Unternehmungen an, das von Naturbeobachtungen unter Wasser über Helikopterflüge, Wandern, Fallschirmspringen, Heißluftballonfahrten, Snowboard- und Skifahren bis hin zu Jagdausflügen, Motorschlitten- und Hundeschlittenfahrten reicht.
Folgen für das Ökosystem
Der Tourismus in der Arktis bleibt...
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Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 325 / 2015

Polarregionen

geographie heute Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-10
  • Thema: Tourismus
  • Autor/in: Miriam Gesthuisen