Sören-Kristian Berger

Wie fahrradfreundlich ist unser Schulweg?

Straßenschild Fahrradstraße
Eine Maßnahme kann die Ausweisung von für den Radverkehr vorgesehene Straßen, sogenannte Fahrradstraßen, sein., © imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer

Sören-Kristian Berger

Kollaboratives Kartieren mit uMap

Zahlreiche Städte und Regionen in Deutschland wollen den Fahrradverkehr ausbauen, denn Fahrradfahren ist umweltschonend. Der Ausbau der notwendigen Infrastruktur geht aber meist nur schleppend voran. Die Schülerinnen und Schüler erkunden die Fahrradwege auf dem Weg zu ihrer Schule, bewerten deren Zustand und erstellen gemeinsam über die Website uMap eine Karte.

Sachanalyse
Für Schülerinnen und Schüler wird die tägliche Fahrt mit dem Fahrrad zur Schule oftmals zu einem Hindernisparcour. Zeitweise angelegte Schutzstreifen auf Straßen, parkende Autos, Baustellen oder Fahrradwege, die unvermittelt enden, sind keine Seltenheit.
Ausbau der Fahrradinfrastruktur
Obgleich zahlreiche Städte und Regionen den Fahrradverkehr fördern wollen, geht der Ausbau der notwendigen Infrastruktur nur schleppend voran (s. Abb. 1 , 3 ). Anhand der Ausgaben für die Fahrradinfrastruktur pro Einwohner und Jahr kann abgelesen werden, welchen Stellenwert dieser Ausbau innerhalb einer Stadt oder einer Region hat. Abbildung 2 zeigt, dass die Ausgaben für diese Infrastruktur pro Einwohner und Jahr in deutschen Großstädten nur zwischen 2,30 Euro (München) und 5,00 Euro (Stuttgart) liegen, während beispielsweise Amsterdam mit 11 Euro und Kopenhagen mit 35,60 Euro deutlich über diesen Ausgaben liegen.
Ebenso ist erkennbar, dass diese höheren Ausgaben mit einem geringeren Unfallrisiko und einem gesteigerten prozentualen Radverkehr korrelieren. Eine bessere Erschließung dieses Potenzials insbesondere in Ballungsgebieten deutscher Großstädte muss als wichtige Aufgabe angesehen werden. So kommt auch das Bundesumweltamt (2019) zu dem Fazit, dass Fahrradfahren schnell, umweltfreundlich, klimaschonend, günstig, angesagt und förderungswürdig sei.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass jede Stadt ihr eigenes Mobilitätsmuster aufweist und über unterschiedliche Anforderungen verfügt. Es kann also kein übertragbares Fahrradstadtkonzept für alle deutschen Großstädte geben. Eine Förderung sollte immer so ausgelegt sein, dass es weniger Verlagerungen innerhalb des sogenannten Umweltverbundes (Fuß/Rad/ÖPNV/Carsharing) gibt, sondern viel mehr Verlagerungen vom motorisierten Individualverkehr mit Pkw auf den Umweltverbund erreicht werden (vgl. Umweltbundesamt 2019).
Radverkehrsförderung was brauchen wir?
Radverkehrsförderung was brauchen wir?
Um den Radverkehrsanteil in deutschen Großstädten weiter zu steigern und die Potenziale des Radverkehrs voll zu nutzen, ist es notwendig, die Rahmenbedingungen für die Fahrradnutzung zu optimieren. Dies kann durch investive und nichtinvestive Maßnahmen erfolgen wie
  • ein durchgängiges Radnetz: direkte, schnelle, komfortable, zusammenhängende, sichere, möglichst kreuzungsfreie Radwege, sichere Gestaltung an Knotenpunkten
  • moderne Fahrradabstellanlagen: ausreichend, sichere, überdachte, beleuchtete, gut zugängliche Abstellanlagen am Wohnort (Startort), am Zielort und an den Übergängen zum öffentlichen Verkehr, Lademöglichkeiten für Pedelecs
  • optimale Serviceangebote für Radfahrende: Radroutenplaner, Bett&Bike-Betriebe, stationäre Luftpumpstationen, Schlauchautomaten, Reparaturservice, Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr, betriebliches Mobilitätsmanagement etc.
  • gute Kommunikation für ein positives Image des Radverkehrs: nachhaltige Mobilitätserziehung ab dem Kindergartenalter, Wettbewerbe, Kampagnen zur Kommunikation der Vorteile des Radfahrens, Informationen, Wissen und Forschung.
Quellen: Text im Kasten: Radverkehr, 10.12.2019, https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet/radverkehr#vorteile-des-fahrradfahrens © umweltbundesamt
Leitbild der Stadt der kurzen Wege
Zur Erreichung des genannten Ziels wird in diesem Zusammenhang unter dem Stichwort „Flächengerechtigkeit aktuell diskutiert, wie städtischer Raum anders und – auf den Verkehr bezogen menschenfreundlicher gestaltet werden kann. Das...
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Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 350 / 2020

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