Raumplanung in Deutschland

Das Konzept der Zentralen Orte mithilfe eines WebGIS am Beispiel der Uckermark erarbeiten

Das Konzept der Zentralen Orte ist für die Raumplanung in Deutschland nach wie vor von Bedeutung. Wie das Konzept den Schülerinnen und Schülern im Unterricht mithilfe eines WebGIS näher gebracht werden kann, zeigt diese Unterrichtseinheit.

Feld mit Dorf im Hintergrund
Das Zentrale Orte Konzept kann im Unterricht mithilfe eines WebGIS erarbeitet werden. Foto: © Plam Petrov/Shutterstock.com

Das Konzept der Zentralen Orte 

Das Zentrale-Orte-Konzept von Walter Christaller stammt aus den 1930er-Jahren. Es spielt auch in der aktuellen Raumplanung Deutschlands eine tragende Rolle. Die Anwendung des Konzepts Zentrale Orte soll kurze Wege und hohe Attraktivität sichern sowie durch Nutzung des ÖPNV die Umwelt schützen. Einrichtungen, die der Versorgung der Bevölkerung dienen, sollen unterschiedlich im Raum verteilt sein. Die zentralen Orte lassen sich entsprechend ihrer Zentralität in verschiedene hie­rarchisch gegliederte Stufen einordnen:

  • Grundzentren dienen der Grundversorgung mit Waren und Leistungen des alltäglichen Bedarfs. Ihre Einwohnerzahl sollte mindestens 7.000 –10.000 betragen.
  • In den Mittelzentren, in denen mindestens 30.000 – 35.000 Einwohner leben, finden die Entscheidungsprozesse statt, wie diese Grundversorgung sichergestellt werden kann. Hier wird der perio­dische Bedarf durch Güter gedeckt, die mittelfristig erworben werden oder dem gehobenen Bedarf zugerechnet werden. Der Anfahrtsweg sollte nicht länger als 45 Minuten beanspruchen.
  • Für Waren, die langfristige und spezialisierte Bedarfe decken, müssen die Oberzentren aufgesucht werden. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat hier die Mindesteinwohnerzahl auf 200.000 – 300.000 festgelegt. Zudem sollen sie in maximal 90 Minuten erreicht werden können. 
  • Die Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg hat über dem Oberzentrum die Metropole als höchsten zen­tralen Ort definiert, was Berlin entspricht.
     

Konzept der Zentrale Orte im Unterricht mithilfe eines WebGIS erarbeiten

Zu raumplanerischen Zwecken nutzen Behörden und Unternehmen Geographische Informationssysteme (GIS). Eine Unterscheidung zwischen Desktop-GIS und WebGIS ist heutzutage, werden die Nutzungsmöglichkeiten betrachtet, nicht mehr notwendig. Programme wie ArcGIS Online laufen im Browser, die Software wird nicht auf dem Desktop installiert. Daher gelten sie als WebGIS. Sie verfügen aber prinzipiell über dieselben Möglichkeiten wie ein Desktop-GIS: Wahl einer digitalen Karte oder eines Geländemodells, Integration raumbezogener Sachdaten und Anwendung von Analysewerkzeugen.

Verschiedenste statistische Ämter und Ministerien bieten Informationen via WebGIS an. Diese stehen den Bürgerinnen und Bürgern zur Information zur Verfügung. Die WebGIS lassen sich aber auch in der Schule im Geographieunterricht nutzen. Ein Beispiel ist das WebGIS-Portal der Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg. Es ist in seinen Funktionen eingeschränkter. Die Nutzer können lediglich Daten abrufen, aber keine eigenen Daten ergänzen, Karten nach eigenen Vorstellungen erstellen oder Prozessanalysen durchführen. Der Regionalmonitor eignet sich daher als Einstieg in die Arbeit mit WebGIS in der Schule bzw. im Unterricht.

Die Schülerinnen und Schüler analysieren mithilfe des WebGIS die Zentralen Orte am Beispiel der Uckermark in Brandenburg. Die Uckermark ist einer der am dünnsten besiedelten und demographisch ältesten Landkreise Deutschlands. Hier leben vergleichsweise viele ältere Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Für sie ist es vorteilhaft, alle Angebote konzentriert in räumlicher Nähe zueinander zu haben.

Einsatz digitaler Karten im Geographieunterricht

Weitere innovative Unterrichtseinheiten zum Einsatz digitaler Karten finden Sie in der Ausgabe "Digitale Kartographie" von geographie heute: 

Wie wird das Wetter morgen?

Mit digitalen Wetterkarten und Wetterdaten analysieren die Schülerinnen und Schüler das Wetter und die Situation der Atmosphäre.

Wie fahrradfreundlich ist unser Schulweg?

Die Schülerinnen und Schüler erkunden die Fahrradwege in Schulnähe und erstellen gemeinsam eine Karte.

Können mit Karten Geschichten erzählt werden?

Mit Karten und weiteren Medien illustrieren die Schülerinnen und Schüler geographische Geschichten. 

Zeitschrift
geographie heute Nr. 350/2020 Digitale Kartographie

33,80 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

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Ablauf der Unterrichtseinheit

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in Kleingruppen von 2 – 3 Personen mithilfe des Videos „Zentrale Orte“ des Portals Berlin-Brandenburg die Theorie von Walter Christaller. Mit dieser Informationsgrundlage über das Raumnutzungskonzept wird das Modell in den Vordergrund gestellt. Das Modell soll dann mithilfe des WebGIS-Portals anhand des Raumbeispiels Spree-Neiße-Kreis und der kreisfreien Stadt Cottbus überprüft werden. Hierbei wird schrittweise das WebGIS-Portal eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit den verschiedenen Kategorien des WebGIS vertraut, um danach die räumliche Verteilung der Infrastruktur zu analysieren. Das Raumbespiel dient der Vorbereitung der eigentlichen Aufgabe: Entwickelt eine Strategie der Raumentwicklung für den Kreis Uckermark, mithilfe der Informationen des WebGIS und der Theorie der Zentralen Orte. Dafür wird vorbereitend ebenfalls eine WebGIS-Analyse mithilfe des Portals Berlin-Brandenburg durchgeführt. Die Ergebnisse der Raumentwicklungsstrategie für den Kreis Uckermark werden von den Kleingruppen auf Plakaten visualisiert und mit der Methode des Galeriegangs im Klassenzimmer gesichert.

Vorteile des Einsatzes eines WebGIS

Die Nutzung des WebGIS stellt für ungeübte Nutzer eine machbare Hürde dar. Der Umgang mit dem WebGIS führt zu der Erkenntnis, welche Informationsmengen gezielt aus dem Internet abgerufen werden können. Diese können beispielsweise für Präsentationen aufbereitet werden. Neben der Datenrecherche mit dem ­digitalen Geo­medium werden anhand der Raumbeispiele das topographische Orientierungswissen und die Kartenkompetenz entwickelt. Die Lösungen sollen mit den Mitschülern ausgetauscht und in Teilen auch präsentiert werden, sodass eine Versprachlichung gegeben ist. Die Unterrichtseinheit lässt sich auf weitere Raumbeispiele übertragen. 

Fakten zum Artikel
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-10
  • Thema: Stadt & Region
  • Autor/in: Thomas Kisser/Florian Weissenrieder/Redaktion
Einsatz digitaler Karten im Geographieunterricht

Weitere innovative Unterrichtseinheiten zum Einsatz digitaler Karten finden Sie in der Ausgabe "Digitale Kartographie" von geographie heute: 

Wie wird das Wetter morgen?

Mit digitalen Wetterkarten und Wetterdaten analysieren die Schülerinnen und Schüler das Wetter und die Situation der Atmosphäre.

Wie fahrradfreundlich ist unser Schulweg?

Die Schülerinnen und Schüler erkunden die Fahrradwege in Schulnähe und erstellen gemeinsam eine Karte.

Können mit Karten Geschichten erzählt werden?

Mit Karten und weiteren Medien illustrieren die Schülerinnen und Schüler geographische Geschichten. 

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