Kerstin Arnold

Zwischen Tafel und Tablet

Abb.2: Beispiel für die Kombination von Tafelanschrieb und Plakaten zur Frage „Beginnt die Entstehung der Wissenschaft im antiken Griechenland?“
Abb.2: Beispiel für die Kombination von Tafelanschrieb und Plakaten zur Frage „Beginnt die Entstehung der Wissenschaft im antiken Griechenland?“, © Abb.2: Arnold

Kerstin Arnold

Ergebnissicherung im Klassenunterricht

„Hallo zusammen,es ist ja irgendwie ganz witzig: Zu jedem Thema der Unterrichtsvorbereitung wird man im Grunde erschlagen, aber Literatur zur ‚Ergebnissicherung findet sich (außer in Meyers Unterrichtsmethoden von 1987) nirgends. Dabei ist das Thema doch so grundsätzlich wichtig.
Dieser Eintrag in einem Referendarsblog stammt aus dem Jahr 2013. Allerdings hat sich an dieser Feststellung seitdem auch für das Fach Geschichte nur wenig geändert. Zwar finden sich in Methodenhandbüchern und Handreichungen zur Unterrichtspraxis einzelne Kapitel, die sich mit der Darstellung von Unterrichtsergebnissen beschäftigen, doch große, zusammenhängende Betrachtungen fehlen sowohl in der Fachdidaktik Geschichte als auch in der Pädagogik. Mit der Hinwendung zu produktions- und handlungsorientierten Formen des Unterrichts sind vermehrt methodische Ideensammlungen erschienen, die sich mit Möglichkeiten der Sicherung in offenen Unterrichtssituationen beschäftigen (z.B. Wenzel 2010). Der Schülerorientierung entsprechend geht es hier darum, dass eigenständig Ergebnisse strukturiert und zusammengefasst werden eine wichtige und im Sinne der Kompetenzorientierung wünschenswerte Form des selbstständigen Umgangs mit historischen Inhalten, in der Realität aber aufgrund des hohen Zeitaufwandes eher die Ausnahme als die Regel. Die Sicherung bleibt im Alltag meistens die Aufgabe der Lehrerin/des Lehrers. Theoretische Überlegungen zu Grundlagen und Formen der Ergebnissicherung im Klassenunterricht sind jedoch weiterhin in der fachdidaktischen Literatur ein Desiderat. Grundlegend bleibt der Artikel von Margarete Dörr zur Tafel- und Folienarbeit im Handbuch „Medien im Geschichtsunterricht (Dörr 2007).
Funktion der Ergebnissicherung
Fragt man Schülerinnen und Schüler, was ihnen im Geschichtsunterricht besonders wichtig ist, kommt häufig nicht was man als Lehrkraft gerne hören würde , dass er interessant und spannend sein oder dass er Anlässe zur Diskussion bieten soll, sondern dass die Stunde eine klare, übersichtliche und einprägsame Ergebnissicherung beinhalten soll. Lernende denken sehr pragmatisch, schließlich wollen sie sich anhand der schriftlich fixierten Stundenergebnisse später auf eine Klassenarbeit vorbereiten können. Doch ist der einzige Zweck einer Ergebnissicherung, Grundlage für eine Kompetenzstandsüberprüfung zu sein? Oder was kann bzw. soll diese darüber hinaus noch leisten?
Unter dieser Fragestellung unterscheidet Hans Werner Heymann drei Fallgruppen (Heymann 2001, S. 7). Zum einen gehe es darum, dem Vergessen vorzubeugen. Auf das Gelernte soll auch in Zukunft zurückgegriffen werden können. Das ist genau das, was sich auch die Schülerinnen und Schüler wünschen, wenn sie an ihre Vorbereitung für eine Klassenarbeit denken. Doch nicht nur für diese punktuelle Wissensüberprüfung sollen Kenntnisse und Fertigkeiten zur Verfügung stehen, sondern sie sollen im konstruktivistischen Sinn durch Anwendung vernetzt und automatisiert werden. Des Weiteren dient die Ergebnissicherung nach Heymann dazu, Inhalte und Ziele von Unterrichtsstunden zu verdeutlichen, einen „roten Faden zu bieten und die Aufmerksamkeit der Lernenden auf das Wesentliche zu fokussieren. Insofern ist es erforderlich, dass die Ergebnis-sicherung den gesamten Unterrichtsverlauf begleitet. Sie kann nicht als fertiges Diktat am Ende der Stunde stehen.
Das grafische Visualisieren kann nicht nur während der Stunde, sondern auch in der Nachbereitung dazu dienen, Erkenntnisprozesse zu unterstützen und nachvollziehbar zu machen. Schließlich sollen den Schülerinnen und Schülern Heymann zufolge „Lernhilfen gegeben werden. Für den Geschichtsunterricht möchte ich das dahingehend präzisieren, dass nicht nur historische Inhalte vermittelt, sondern dass Gedankengänge sichtbar werden, Zusammenhänge und Strukturen verbildlicht und Stundenergebnisse bzw. Urteilsprozesse deutlich werden.
Hilbert...

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Fakten zum Artikel
aus: Geschichte lernen Nr. 196 / 2020

Ergebnissicherung

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 5-13