Wolfgang Fraedrich

Vom Kurzreferat bis zur Präsentationsleistung

Schüler stehen am Overheadprojektor
Der Overheadprojektor wird nur noch selten für Präsentationen genutzt, eine gestaltete PowerPoint-Präsentation ist der Standard., © Christian Schwier/stock.adobe.com

Wolfgang Fraedrich

Mündliches Präsentieren bewerten

Eine Präsentation zu erstellen und diese vor Kunden oder Kollegen zu präsentieren, gehört heute zum Berufsalltag. Daher ist es wichtig, jungen Menschen in der Schule jene Kompetenzen zu vermitteln, die für eine überzeugende Präsentation erforderlich sind. Anhand der Themen Landwirtschaft und Klima üben die Lernenden in unterschiedlichen Klassenstufen das Präsentieren.

Sachanalyse
Referate sind in der Schullandschaft bei weitem nichts Neues, auch vor über 50 Jahren haben Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen vor ihrer Lerngruppe Referate gehalten – allerdings eher selten. Denn in einem lehrerzentrierten Unterricht, in dem die Lernenden den Anweisungen der Lehrkraft Folge zu leisten hatten, waren Schüleraktivitäten vielfach auf Reproduktion beschränkt. Dies galt auch bei Kurzvorträgen. Länder wurden zum Beispiel nach dem länderkundlichen Schema vorgestellt, Anschauung erfolgte allenfalls über eine Wandkarte.
Seitdem hat sich die Schullandschaft geändert, auch aufgrund der in den letzten Jahren massiv voranschreitenden Digitalisierung. Heute sollen die Schülerinnen und Schüler selbstständiges Denken, Kreativität, eigene Ideen und Kritikfähigkeit entwickeln. Zunehmend werden Unterrichtsziele und Kompetenzerwerb auf die Erfordernisse von Wirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet. Somit gewinnt auch das Präsentieren – zum Beispiel von im Unterricht oder im häuslichen Bereich erarbeiteten Inhalten – an Bedeutung.
Von Lernenden, die einen Vortrag halten – sei es ein Kurzvortrag in den Klassenstufen 5 und 6 oder eine Präsentationsleistung in der 11. – 13. Klassenstufe wird in sehr vielen Fällen ein mediengestützter Vortrag erwartet. Denn der Erwerb von Kompetenzen im Umgang mit handelsüblicher Software aus den Bereichen Texterfassung und -gestaltung, Fotobearbeitung, Grafik-Design, Tabellenkalkulation und Präsentation, oft sogar als Freeware verfügbar, ist grundlegender Bestandteil der heutigen Mediencurricula in den Schulen. Hierauf liegt auch der Schwerpunkt bei den vorgestellten Beispielen.
Von Vorteil für die Erstellung eines mediengestützten Vortrags ist, dass es uns in der digitalen Welt zunehmend leichter fällt, es oft deutlich zeitsparender und vor allem kostengünstiger ist, umfassende Recherchen durchzuführen, Anschauungsmittel für Referate herauszusuchen und diese, entsprechend der Gliederung des eigenen Vortrags, einzubeziehen. Während des „analogen Zeitalters waren Besuche von öffentlichen Bibliotheken, Bibliotheken von Universitäten und Instituten oder auch Pressearchiven (z.B. von Verlagshäusern) unumgänglich. Dies war oft mit einem hohen Zeitaufwand durch den Hin- und Rückweg verbunden sowie vielfach mit Kosten für erforderliche Kopien. Beides entfällt im digitalen Zeitalter.
Offene oder operatorengestützte Aufgabenstellung?
Es wird eine sehr breite Diskussion um das jeweilige Aufgabenformat geführt. Die Meinungen und Ansprüche der Lehrkräfte gehen weit auseinander. Der „Spagat reicht hier von einer völlig offenen Aufgabenstellung (z.B. durch die Vorgabe einer Leitfrage wie „Müssen wir uns in Mitteleuropa auf immer heftigere Sturmwetterlagen einstellen?), mit der die Schülerin oder der Schüler dann alles Weitere hinsichtlich inhaltlichem Aufbau selbst erarbeiten muss, bis hin zu einer sehr eng geführten, operatorengestützten Aufgabenstellung, zum Beispiel von Präsentationsleistungen/-prüfungen.
Da Aufgabenstellungen, in welcher Form auch immer, im Zweifelsfall „juristisch sattelfest sein müssen, setzt sich im Schulalltag die operatorengestützte Referataufgabe zunehmend durch. Es scheint daher geboten, dass sich die Lehrkräfte an dieser „Vorgabe ausrichten und ihre Schülerinnen und Schüler bereits ab Klasse 5 an derartige Aufgabenstellungen altersgemäß formuliert gewöhnen.
Das schließt nicht aus, auch mit offenen bzw. offeneren Aufgabenstellungen im Rahmen von Übungsphasen zu arbeiten. Bei...
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Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 340 / 2018

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