Pascal Tschudi · Monika Reuschenbach

Mit Karten Geschichten erzählen

Hochhäuser an der Küste Grönlands
Nuuk, im Westen Grönlands gelegen, ist die Hauptstadt von Grönland., © imago images/KeithxLevit 13245378

Pascal Tschudi · Monika Reuschenbach

Aufbereitung einer Reise nach Grönland mit Storymaps

Karten sind im Geographieunterricht ein unverzichtbares Element. Mit Storymaps wird der Unterricht mit Karten um eine weitere Dimension erweitert: Dem Erzählen von geographischen Geschichten, die mit Karten und weiteren Daten bzw. Medien illustriert werden. Am Beispiel einer Reise nach Grönland wird dieses Prinzip verdeutlicht und die Schülerinnen und Schüler sollen anschließend eigene Storymaps erstellen.

Sachanalyse
Grönland ist die größte Insel der Welt und politisch ein autonomer Bestandteil von Dänemark. Große Teile des grönländischen Inlands sind von Gletschern und Eiskappen bedeckt. An der Westküste wird das Klima jedoch durch den Golfstrom abgemildert. Dieser Küstenstreifen und die vorgelagerten Inseln sind daher eisfrei und weisen eine Tundrenvegetation auf.
Verkehrswege zwischen den verschiedenen Ortschaften gibt es nicht, Straßen enden jeweils am Stadtrand. Die großen Distanzen, der Küstenlinienverlauf und das Relief (Fjorde und Berge) sowie die hohen Unterhaltskosten machen den Bau von Straßen über Siedlungen hinaus unmöglich. Daher sind Boote das gängige Transportmittel, genutzt werden können sie allerdings nur, wenn das Wetter es zulässt.
Schnee, Eis und Klimawandel
Der größte Teil der grönländischen Eisbedeckung, etwas mehr als 80 %, macht der grönländische Eisschild aus. Er ist rund 1100 Kilometer breit und durchschnittlich 1,5 Kilometer dick. Das Volumen wird auf etwa drei Millionen Kubikkilometer geschätzt.
Die gegenwärtige Erwärmung der Atmosphäre macht auch vor Grönland nicht halt. Das Abschmelzen der grönländischen Eiskappen wirkt sich auf den Anstieg des globalen Meeresspiegels aus. Die Temperaturen sind in der Arktis seit 1990 schneller gestiegen als im globalen Vergleich: im Sommer um rund 1,8 °C, im Winter sogar um rund 3  °C. Durch den Temperaturanstieg hat sich die Anzahl der Regentage stark erhöht. Das flüssige Wasser dringt in die Eis- und Schneeschichten ein und lässt diese schmelzen. Zusätzlich sind häufigere Phasen mit signifikant höheren Temperaturen (als im langjährigen Mittel) im Sommer zu beobachten.
Die Kombination der Veränderungen führt zu Eisabbrüchen und einer verstärkten Eisschmelze, was einen Verlust von 270 bis 280 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr zur Folge hat (vgl. Helmholtz-Gesellschaft 2019). Die Eisschmelze hat in Grönland seit 2002 zu einem Anstieg des Meeresspiegels von rund 7,5 mm geführt.
Menschen und ihre Lebensweise
In Grönland leben etwa 58000 Menschen (2018), das Bevölkerungswachstum ist mit 0,4 % sehr gering. Die Volksbezeichnung Inuit ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene indigene Volksgruppen. In Grönland leben Menschen der Kalaallit und der Inughuit. Knapp 90 % der Bevölkerung gehören dem indigenen Volk der Kalaallit an. Der Begriff „Inuit wird in Grönland oft abschätzig verwendet, die meisten Menschen bezeichnen sich als Grönländer.
Bewohnbar sind in Grönland die Küstenregionen, besonders die Westküste, etwa ein Viertel der Menschen (rund 18000 Personen) lebt in der Hauptstadt Nuuk (s. Abb. 1 ).
Aufgrund der Zersplitterung von Siedlungen sind die Ausbildungsmöglichkeiten in Grönland gering und die Hindernisse für weiterführende Ausbildungen groß. Mehr als die Hälfte der über 25-Jährigen verfügt nur über einen Grundschulabschluss, lediglich ein Viertel hat eine Berufsbildung abgeschlossen. Für weiterführende Schulen oder für zahlreiche Arbeitsplätze bleibt nur der Wegzug ins Ausland oder nach Dänemark.
Die Kluft zwischen Arm und Reich wird in Grönland immer größer, trotz finanzieller Unterstützung von Dänemark. Die Arbeitsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt. Problematisch ist zudem der rasante Wandel von der traditionellen Lebensweise in eine moderne Gesellschaft. Eine der weltweit höchsten Selbstmordraten zeigt, dass das Leben in dieser vermeintlichen Idylle nicht nur einfach ist. Politisch wird der Spagat...
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Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 350 / 2020

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