Hinweise zum Ablauf einer Raumanalyse im Geographieunterricht

In 5 Schritten einen Raum analysieren

Geographische Räume werden durch eine Vielzahl von Geofaktoren geprägt. Mithilfe einer Raumanalyse können diese zunächst untersucht und ihre Vernetzung untereinander herausgearbeitet werden. 5 Schritte sollten bei der Methode berücksichtigt werden, die wir Ihnen hier vorstellen.

Globen
Raumanalyse im Geographieunterricht in 5 Schritten. Foto: © Keawmart Joe/shutterstock.com

Methode Raumanalyse im Geographieunterricht

Geographische Räume werden durch eine Vielzahl von Geofaktoren (Klima, Boden, Relief usw.) geprägt. Ziel der Methode Raumanalyse ist es, ­diese Einzelaspekte und ihre Vernetzungen untereinander herauszuarbeiten. Auf dieser Grundlage lassen sich die Charakteristika eines Raumes erkennen und erklären.

Folgende 5 Schritte sind bei einer Raumanalyse zu berücksichtigen: 

1. Bestimmung der übergeordneten Leitfrage und der Teilfragen

Unterschieden wird zwischen einer Totalanalyse und einer themengeleiteten Raumanalyse. Bei der Totalanalyse fließen sämtlich Geofaktoren in die Analyse ein. Die themengeleitete Raumanalyse bietet sich an, um die Komplexität zu reduzieren. Hierbei ist es wichtig, eine geeignete übergeordnete Leitfrage zu bestimmen, mit deren Hilfe die Schülerinnen und Schüler den Raum untersuchen. Die Formulierung von Teilfragen erleichtert die Analyse der Leitfrage.

2. Planung

Auch die Wahl geeigneter Hilfsmittel und Methoden ist für die Untersuchung des Raumes von großer Bedeutung. Auf Grundlage der übergeordneten Leitfrage und der Teilfragen werden erste Geofaktoren ausgewählt. Damit wird das Thema eingegrenzt. Zudem stellt sich die Frage, welche Materialien angeboten werden sollen und welche Informationen die Schülerinnen und Schüler selbst recherchieren. Sie können Atlaskarten und weitere Informationen aus dem Internet nutzen. Dies ist abhängig von der thematischen Schwerpunktsetzung der Raumanalyse.

3. Analyse der Geofaktoren

Im nächsten Schritt geht es darum, die Materialien auszuwerten. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten Ursachen, Auswirkungen und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Geofaktoren heraus. Dabei bietet es sich an, zunächst einzelne Geofaktoren gesondert zu analysieren. Erst in einem weiteren Schritt werden die gewonnenen Aussagen zueinander in Beziehung gesetzt.

4. Synthese der Ergebnisse

Eine abschließende Synthese gibt einen Überblick über die Beziehungsgefüge der einzelnen Geofaktoren. Hierbei werden die Ergebnisse mit den eingangs gestellten Leitfragen abgeglichen und gegebenenfalls ergänzt. Die Schülerinnen und Schüler erstellen zum Beispiel eine Kausalkette oder Concept Map und präsentieren diese. 

5. Reflexion der Ergebnisse

Eine kritische Überprüfung der verwendeten Quellen, Methoden und sonstigen Hilfsmittel deckt mögliche inhaltliche Lücken der Analyse auf und schließt diese ab. Dies kann beispielsweise auch mithilfe eines metakognitiven Rückblicks geschehen.

Mögliche Leitfragen für eine Raumanalyse am Beispiel des Themas „Chile als Tourismusregion“:

Für das Beispiel Chile als Tourismusregion können folgende Leitfragen genutzt werden: 

  • Welche Merkmale und besonderen Eigenschaften weist dieses Land auf?
  • Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Mensch und Umwelt?
  • Welches touristische Potenzial bietet Chile?
  • Wie sind die naturräumlichen Voraussetzungen für den Tourismus in Chile?
  • Welche touristische Infrastruktur kann Chile vorhalten?
  • etc.

Eine Anleitung zur Durchführung der Methode Raumanalyse für die Schülerinnen und Schüler und umfangreiche Materialien enthält das 16seitige Materialheft „Raumanalyse: Chile“ in der Ausgabe geographie heute 349 „Chile“.

Fakten zum Artikel
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-10