Petra Wirtz-Kaltenberg

Die „Sonstige Mitarbeit“ bewerten

Person mit Kugelschreiber und Blättern.
Am Stundenende füllen die Schüler den Bewertungsbogen aus, der Lehrer kommentiert die Selbstbewertung für seine Unterlagen möglichst zeitnah., © smolaw / Shutterstock.com

Petra Wirtz-Kaltenberg

Schülerselbsteinschätzung als Basis für eine faire und transparente Notengebung

Sind die eigenen schnellen Notizen am Stundenende aussagekräftig? Weiß man nach einiger Zeit noch, was damit gemeint war? Ein differenzierter (Selbst-) Bewertungsbogen zur sprachlichen und inhaltlichen Qualität, dem Grad der Selbstständigkeit, der Kooperationsbereitschaft u.a. kann helfen, eine einheitliche Basis für Bewertungen der sonstigen Mitarbeit zu schaffen.

Viele Kolleginnen und Kollegen kennen das Problem: Die Besprechung der Noten zur Sonstigen Mitarbeit1 naht und die Notizen zu den Schülerleistungen sind lückenhaft, bestehen oft nur aus schnell notierten +, o, ~ oder . Trotz des Bewusstseins und des Willens, fair und transparent zu bewerten, bleibt teilweise ein fader Beigeschmack: Spiegeln meine Notizen wirklich die Leistungsfähigkeit meiner Schülerinnen und Schüler wider? Sind die Bewertungskriterien zur Sonstigen Mitarbeit dort angemessen abgebildet? Worauf habe ich wirklich geachtet?
Denn wenn man sich die Komplexität der Bewertungskriterien im Bereich der Sonstigen Mitarbeit ansieht, dann wird schnell klar, dass es nicht reicht, sich am Ende der Stunde lediglich +, o, ~ oder zu notieren. Spätestens nach einer Woche weiß die Lehrkraft nicht mehr, ob damit eine hohe Anzahl an Wortmeldungen gemeint war (was ja auch nur ein sehr oberflächliches Kriterium wäre) oder qualitativ gute Beiträge der Schüler. Es stellt sich auch die Frage, was man macht, wenn man – was ja wünschenswert ist – die Schüler viel kooperativ arbeiten lässt, es also gar nicht viele Gelegenheiten gibt, sich zu Wort zu melden. In diesen Stunden wird es (abgesehen von einem eventuell zu bewertenden Endprodukt) stattdessen z.B. darum gehen müssen, zu beobachten, ob die Schüler zügig mit der Arbeit beginnen, ob sie konstruktiv zusammenarbeiten oder ob sie das Spanische als Unterrichtssprache nutzen. Aber wie soll man das dokumentieren, wenn man im Lehrerkalender lediglich eine Spalte pro Schüler hat und dort nur Platz ist für ein bis zwei Zeichen?
Hinzu kommt noch die Frage: Wie klar sind den Schülern die Bewertungskriterien eigentlich? Denn so manche Schüler scheinen doch irrigerweise zu meinen, dass lediglich häufige Wortmeldungen im Unterricht entscheidend für die Notengebung wären.
Mehrere Probleme werden hier deutlich und bedürfen eines Lösungsansatzes. So müssen Wege gefunden werden, …
  • die Notizen zu den Leistungen im Bereich der Sonstigen Mitarbeit differenzierter abzufassen,
  • den Schülern die Notenkriterien transparent zu machen und ihnen diese auch nachhaltig präsent zu halten,
  • sich selbst als Lehrkraft zu disziplinieren, konsequent aussagekräftige Notizen zur Sonstigen Mitarbeit zu machen.
(Selbst-)Bewertungsbogen für die Sonstige Mitarbeit
Ein Lösungsansatz für alle diese Aspekte kann ein differenzierter (Selbst-) Bewertungsbogen zu den Leistungen der Schüler im Unterricht sein. Dieser am besten im Querformat angelegte Bogen bildet die verschiedenen Kriterien ab, die im Hinblick auf die Arbeit der Schüler im Unterricht bewertet werden (hoja de información 1 ). Diese Kriterien basieren auf den Vorgaben der jeweiligen Bundesländer für die Bewertung der Unterrichtsbeiträge. Dazu gehören z.B. die sprachliche und inhaltliche Qualität von Unterrichtsbeiträgen, der Grad der Selbstständigkeit, die Kooperationsbereitschaft etc. Für eine optimale Nutzung eines solchen Bogens ist es also notwendig, ihn auf die Vorgaben des eigenen Bundeslandes anzupassen.
Ist dies – in Absprache mit den Fachkolleginnen und -kollegen der Schule – geschehen, wird der Bogen den Schülern bekannt gemacht. Sie müssen wissen, was mit den einzelnen Kriterien gemeint ist und wie sie den Bogen ausfüllen müssen.
Sinnvoll sind für die (Selbst-)Bewertung Symbole, wie sie gängigerweise auch in den typischen Notizen der Lehrerinnen und Lehrer genutzt werden, also z.B. ++, +, o, ~, . Wichtig zu wissen ist auch: Nicht...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Spanisch Nr. 63 / 2018

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