Wüstentypen III

Die Entstehung von Wendekreiswüsten

Die meisten Wüstengebiete der Erde liegen im Bereich der Wendekreise. Die Sahara ist nur ein Beispiel. Wie entstehen diese Wendekreiswüsten?

Karawane in der Sahara
Entstehung Wendekreiswüsten: Beispiele sind die Sahara, die Kalahari oder die australischen Wüsten. Foto: © Steve Photography/Shutterstock.com

Wendekreiswüsten: Beispiele auf der Nord- und Südhalbkugel

Wüstengebiete erstrecken sich in unterschiedlichen Dimensionen auf verschiedenen Kontinenten der Erde. Besonders auffällig ist die Sahara in Nordafrika, an die sich im Osten die durch Wüstenklima geprägte Arabische Halbinsel anschließt. In etwa der gleichen Breitenlage liegt auf der Südhalbkugel die inneraustralische Wüste. Die bekanntesten und großräumigsten Wüstengebiete liegen im Bereich der Wendekreise. Dementsprechend werden sie als Wendekreiswüsten (oder auch als Passatwüsten) bezeichnet. Wie entstehen sie?

Zeitschrift
geographie heute Nr. 332/2017 Trockenräume

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Wendekreiswüsten: Entstehung

Infolge der starken Sonneneinstrahlung steigen über den Äquatorregionen (im Bereich der innertropischen Konvergenzzone, ITC) heiße Luftmassen auf, kühlen sich adiabatisch ab und führen hier zu Wolkenbildung und zu Niederschlag. In der Höhe strömen die Luftmassen – lediglich abgelenkt durch die Coriolisbeschleunigung – in Richtung Norden und Süden. Im Bereich der Wendekreise (23,5° nördlicher bzw. südlicher Breite) werden sie aufgrund der Konvergenz der Meridiane zusammengepresst und zum Absteigen gezwungen. Hier entstehen die subtropischen Hochdruckgürtel. Während die Luft absinkt, erwärmt sie sich um etwa ein Grad Celsius pro 100 Meter und kann mehr und mehr Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch es zur Auflösung von Wolken kommt. Im Bereich der Erdoberfläche entstehen großräumige Hochdruckgebiete mit geringer Luftfeuchte, kaum Wolken und ungehinderter Sonneneinstrahlung. Die geringen Niederschläge und die hohe Verdunstungsrate führen zur Wüstenbildung.

Wendekreiswüste: Das Beispiel Sahara

   Lage

    Ägypten, Algerien, Libyen, Mali, Marokko, Mauretanien, Niger,
    Westsahara, Sudan, Tschad und Tunesien

   Fläche

    Etwa 9,2 Mio. km²

   Ausdehnung

    Etwa 4 800 km in Ostwestrichtung
    Etwa 2 000 km in Nordsüdrichtung

   Niederschlagsmenge
   pro Jahr

    < 100 mm

   Durchschnittliche
   Tagestemperatur

    38–40 °C (Sommer); 25°C (Winter)

   Wüstentyp

    Wendekreiswüste

   Charakteristisch für
   die Sahara

    Extrem trockenes, sehr heißes Klima mit großen tageszeitlichen
    Temperaturschwankungen.

    Größte Wüste der Erde, nach den Kältewüsten.

    Der Nil durchfließt als einziger ständig wasserführender Fluss die Sahara, er wird
    auch als Fremdlingsfluss bezeichnet.

    Einen Anteil von nur 10 % nimmt die bekannte Sandwüste ein, Geröll- und
    Kieswüsten Berge, tiefe Täler und grüne Oasen bestimmen weitgehend
    das Landschaftsbild.

    Rund 5 Mio. Menschen leben in der Sahara, die meisten in Oasen, wichtige
    Volksgruppen sind die Araber, Berber und Mauren.

    Seit Ende der 1950er-Jahre werden in der algerischen, tunesischen und libyschen
    Sahara Erdöl und Erdgas gefördert.

 

Fakten zum Artikel
Fachwissen Schuljahr 5-13